Neuer Sender ProSiebenSat.1 startet Frauenkanal

Im nächsten Frühjahr wird ProSiebenSat.1 einen frei empfangbaren Frauenkanal starten. Es gebe über hundert Frauenzeitschriften, aber ein Frauensender fehle noch, sagte Konzernvorstand Bartl dem SPIEGEL. Mit Mode und Gossip soll der Sender schon in zwei Jahren profitabel sein.

Darstellerinnen der Serie "Gossip Girl": FemTV soll mit Erstausstrahlungen Frauen locken
AP

Darstellerinnen der Serie "Gossip Girl": FemTV soll mit Erstausstrahlungen Frauen locken


Hamburg - Der TV-Konzern ProSiebenSat.1 baut seine Senderfamilie um einen neuen frei empfangbaren Kanal aus. Im kommenden Frühjahr startet das Unternehmen den Frauenkanal FemTV. "In Deutschland gibt es über hundert Frauenzeitschriften, aber keinen Frauensender. Der fehlte einfach noch in der Landschaft", sagte ProSiebenSat.1-Vorstand Andreas Bartl dem SPIEGEL.

Als Chefin des neuen Senders hat Bartl die frühere Leiterin des Männersenders Dmax, Katja Hofem-Best, gewonnen. "Es sollten sich schon Frauen den Kopf darüber zerbrechen, wie ein Frauensender aussieht. Ich bin daher sehr froh, dass ich mit Katja Hofem-Best eine erfolgreiche deutsche TV-Managerin als Senderchefin gewinnen konnte", so Bartl.

Hofem-Best war bis 2006 bei RTL II, zuletzt als Programmleiterin, und anschließend bis August 2009 als Co-Geschäftsführerin von Discovery Networks Deutschland auch für den Free-TV-Sender Dmax verantwortlich. Schon binnen zwei Jahren soll das jüngste Kind des hochverschuldeten Senderkonzerns Gewinn machen, so Bartl. "Heute hat man dafür keine fünf Jahre Zeit."

Der Marktanteil soll mittelfristig zwischen zwei und fünf Prozent bei den 19- bis 49-jährigen Frauen liegen. Im Programm setze FemTV "auf Themen rund um Mode, Lifestyle, Beauty, Food und Gesundheit". Ausgestrahlt werden sollen neben eigenem Programm auch US-Serien zum Teil in deutscher Erstausstrahlung, etwa "Gossip Girl" und "Brothers & Sisters".

Mit dem Sender will ProSiebenSat.1 auch neue Werbekunden anziehen, die bisher keine TV-Werbung gemacht haben, weil sie sich in den klassischen TV-Spots nicht wiederfinden. "Wir sehen eine echte Chance, auch am Werbemarkt", sagte Bartl. "Wir können bei FemTV Werbekonzepte ausprobieren, für die wir auf unseren großen Sendern einfach nicht genug Platz hätten, etwa gut erzählte und natürlich klar erkennbare Promotion-Storys." FemTV sei auch eine "Spielwiese für neue Ideen" in der Werbung.



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