Noch mehr Billig-Fernsehen Sender sparen bei Originalproduktionen

Gefühlt ist es längst eingetreten, jetzt hat es eine Studie belegt: Im europäischen Fernsehen werden sich Wiederholungen und billige Produktionen wie Doku-Soaps und Quizshows noch stärker häufen.

RTL-Quizmaster Jauch: Die Sender setzen mehr auf Fragespiele und billige Reality-Formate
DPA

RTL-Quizmaster Jauch: Die Sender setzen mehr auf Fragespiele und billige Reality-Formate


Hamburg - Wem das Fernsehen schon jetzt zu viele "Reality Affairs" und Spielshows liefert, der muss sich auf noch härtere Zeiten einstellen. Einer Studie zufolge kommen auf Fernsehzuschauer in Europa in den kommenden Jahren noch mehr Wiederholungen und billigere TV-Produktionen zu.

Dies sei die Folge des Sparkurses der Fernsehsender, die auch bei Originalproduktionen den Rotstift ansetzten, wie die Forschungsgesellschaft für Fernsehinhalte, Content Economics Research, am Mittwoch mitteilte. Im Jahr 2009 und 2010 würden die Investitionen in eigene Formate im einstelligen Prozentbereich zurückgefahren. Frühestens 2011 könnte es wieder Wachstum geben. Das deckt sich auch mit den Vorhersagen der großen deutschen Privatfernsehanbieter, wie der RTL-Gruppe und ProSiebenSat.1.

Die in London ansässige Marktforschungsgruppe geht davon aus, dass weniger hochwertige und kostspielige Dramen und dafür mehr günstig herzustellende Quiz- und Doku-Formate produziert werden. Im vergangenen Jahr seien in 15 west- und mitteleuropäischen Ländern rund zwölf Milliarden Euro für originale TV-Produktionen ausgegeben worden - ohne Nachrichten- und Sportsendungen. Deutschland lag mit 3,1 Milliarden Euro knapp vor Großbritannien; dahinter folgten Frankreich, Italien und Spanien.

hpi/dpa



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