Schweiger kritisiert "Tatort"-Verschiebung "Wir sollten uns nicht diktieren lassen, wie wir leben sollen"

Die ARD verschiebt den für die nächsten beiden Sonntage geplanten Hamburger "Tatort"-Zweiteiler wegen der Anschläge in Paris. Hauptdarsteller Til Schweiger hätte anders entschieden: Die Menschen sollten sich nicht die Freiheit rauben lassen.

"Tatort" mit Schweiger: "Die Anschläge haben mich fassungslos gemacht"
Gordon Timpen/ NDR

"Tatort" mit Schweiger: "Die Anschläge haben mich fassungslos gemacht"


In der "Tatort"-Doppelfolge erinnert eine Szene offenbar an die Anschläge in Paris. Diese Szene hat die Programmverantwortlichen der ARD dazu bewogen, die Episoden zu verschieben. "Aus Respekt vor den Opfern der grausamen Anschläge von Paris haben wir die Premiere der 'Tatorte' mit Til Schweiger auf das kommende Jahr geschoben", erläuterte der NDR Programmdirektor Fernsehen, Frank Beckmann, am Montag in Hamburg den Schritt.

Hauptdarsteller Til Schweiger, der im Hamburg-"Tatort" den Kommissar Nick Tschiller spielt, war offenbar gegen die Verschiebung. Laut "Stern" kämpfte er dafür, die Ausstrahlungen nicht abzusagen. Dem Magazin sagte er: "Die Terroranschläge in Paris haben mich unglaublich wütend, traurig und fassungslos gemacht. Ich finde aber, wir sollten uns nicht von Terroristen diktieren lassen, wie wir leben sollen, uns nicht unsere Freiheit rauben lassen, und dazu gehört auch die, was wir im Fernsehen zeigen."

Der erste Teil des Zweiteilers, "Der große Schmerz", sollte ursprünglich am kommenden Sonntag (22. November) zu sehen sein, die Fortsetzung "Fegefeuer" eine Woche später (29. November). Als neuen Termin für die Hamburg-Folgen mit Kommissar Nick Tschiller nannte Beckmann "voraussichtlich Januar".

Das Erste strahlt an den freigewordenen Sendeterminen nun zwei andere "Tatort"-Premieren aus: Am 22. November ist Maria Furtwängler als niedersächsische Kommissarin Charlotte Lindholm in "Spielverderber" zu sehen. Eine Woche später ermittelt Axel Milberg in Kiel bei "Borowski und die Rückkehr des stillen Gastes".

Auch in den USA stellen die TV-Sender wegen der Terroranschläge ihr Programm um. Wie CBS mitteilte, würden geplante Episoden von "NCIS: Los Angeles" und "Supergirl" nicht ausgestrahlt.

In Frankreich selbst wird der Thriller "Made in France" vorerst nicht in den Kinos starten. Der Film des französischen Regisseurs Nicolas Boukhrief (52) handelt laut "Hollywood Reporter" von einem muslimischen Journalisten, der sich Zugang zu einer islamistischen Terrorzelle verschafft, um Informationen über einen geplanten Terroranschlag in Paris herauszufinden.

kha/dpa

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