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ARD-Sonntagskrimi: Der neue München-"Polizeiruf" im Schnellcheck

Schuld-und-Sühne-"Polizeiruf": Sehnsucht nach dem Knast Fotos
BR/ Philipp Haberlandt

Ein Mörder, der endlich überführt werden will. Ein Kommissar, der die Unschuld des Täters beweisen will. Der Münchner "Polizeiruf" mit Matthias Brandt ist großes Schuld-Sühne-Kino geworden.

Das Szenario:

Keine Erlösung ohne Buße. Doch was der gläubige Ex-Architekt Jens Baumann (Karl Markovics) auch anstellt - Kommissar Hanns von Meuffels (Matthias Brandt) will ihm einfach nicht glauben, dass er vor zehn Jahren im kleinen Waldkreitling eine junge Frau ermordet hat. Ein bisschen mauert der Ermittler auch aus Selbstschutz: Schließlich hat er damals einen anderen der Tat überführt, und der hat sich gerade in seiner Zelle erhängt. Wäre Baumann des Mordes schuldig, wäre Meuffels am Suizid des grundlos Einsitzenden schuldig.

Der blutigste Moment:

Blut fließt hier kaum, dafür gießt es in Strömen, bis der coole Hund Meuffels im wörtlichen wie übertragen Sinn ein begossener Pudel ist.

Der gesellschaftspolitische Auftrag:

Gibt es nicht. Dafür ist dieser "Polizeiruf" eine psychologisch brillante Studie, wie die Schuld des einen mit der des anderen verknüpft ist.

Ein Szene, die wehtut:

Der selbst ernannte Mörder zum Kommissar: "Waren Sie mal dabei, als ein Mensch gestorben ist?" Auch wenn man nicht allen Aussagen des Mannes trauen kann: Seine aufgerissenen Augen können nicht lügen, sie müssen das Grauen gesehen haben.

Der Plausibilitätsfaktor:

Sehr hoch. Matthias Brandt als Meuffels meistert ja sowieso jede moralische Grenzsituation mit Bravour. Bemerkenswert, wie sein Gegenpart Karl Markovics ("Die Fälscher") hier den Mann auf der Suche nach Erlösung spielt, ein Getriebener zwischen Selbstmanipulation und Selbstentblößung.

Die Bewertung:

9 von 10 Punkten.

Und wenn ich mehr über diesen "Polizeiruf" wissen will?

Dann lesen Sie bitte hier weiter!


"Polizeiruf: Und vergib uns unsere Schuld", Sonntag, 20.15 Uhr, ARD

cbu

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insgesamt 77 Beiträge
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    Seite 1    
1. Matthias Brandt ist ein Schauspieler. Til Schweiger nicht.
cafe-wien 17.01.2016
Daher ist JEDER Film mit Matthias Brandt sehenswert. Schweiger braucht, um gehört und gesehen zu werden, noch 2000 Kilo Dynamit, Dauerdummgeballer und eine permanent brennende Szenerie. Dieser P110 wird zeigen, dass der Regen den ganzen Schweigerquatsch sowie die darstellerisch unfähigen Chargen à la Mattes, Postel, Folkerts und Furtwängler-Burda hinwegwaschen kann! Ich sage das selten an dieser Stelle, aber: Ick freu mir!
2. Romanisches Recht!
ThomasGB 17.01.2016
Es gibt keine "Mörder die überführt werden wollen". Einmal abgesehen davon, daß Mord bestimmte Merkmale erfüllen muß. Man kann überführt werden und dann wegen Mordes verurteilt werden. Aber ihre Satz beinhaltet etwas zumindest juristisch nicht mögliches: Eine Vorverurteilung.
3.
apropos48 17.01.2016
little heart in a bubble...", AaRON, Tatort 'Absturz'. Ein Vater versucht, den Schmerz um seinen toten Sohn wegzutanzen. Intensiver, ergreifender, erschütternder gehen Verzweiflung, Trauer, Schuldgefühl nicht, ohne zu überzeichnen. In dieser Rolle: Matthias Brandt, ganz, ganz großartig, auch im 'Polizeiruf'. Freue mich auf jede Folge, sein Spiel geht oft unter die Haut. Nm.M. einer der ganz Großen.
4.
apropos48 17.01.2016
little heart in a bubble...", AaRON, Tatort 'Absturz'. Ein Vater versucht, den Schmerz um seinen toten Sohn wegzutanzen. Intensiver, ergreifender, erschütternder gehen Verzweiflung, Trauer, Schuldgefühl nicht, ohne zu überzeichnen. In dieser Rolle: Matthias Brandt, ganz, ganz großartig, auch im 'Polizeiruf'. Freue mich auf jede Folge, sein Spiel geht oft unter die Haut. Nm.M. einer der ganz Großen.
5.
scharfekante 17.01.2016
Bisher hatte ich jeden Tatort mit Matthias Brandt genossen. Aber diesmal Frauen nur als Leiche(n), das ist mir nun doch etwas zu viel - oder besser: Zu wenig. Ich werde diesmal also umschalten.
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