ARD-Sonntagskrimi Der neue Rostock-"Polizeiruf" im Schnellcheck

Wegschließen oder integrieren? In diesem "Polizeiruf" um Sexualstraftäter gibt es keine gedämpften Talkshow-Abwägungen. Harter Stoff am Neujahrsabend.

NDR/ Christine Schroeder

Das Szenario:

Angst, Trieb und Lynchjustiz in der Vorstadt. Am Rand von Rostock wird eine Obdachlose vergewaltigt und ermordet. Der Verdacht fällt auf zwei verurteilte Sexualstraftäter, die seit ihrer Entlassung aus der Haft in direkter Nähe zum Tatort wohnen. Die Ermittler König (Anneke Kim Sarnau) und Bukow (Charly Hübner) geraten in einen Strudel aus Gewalttaten und Verdächtigungen.

Der gesellschaftspolitische Auftrag:

Wegschließen oder integrieren? Der Umgang mit Sexualstraftätern wird in diesem "Tatort" jenseits aller talkshowkompatiblen Pro-und-kontra-Abwägungen zur Sicherungsverwahrung thematisiert.

Der Satz, der böse nachhallt:

"Vielleicht träumen sie ja noch von mir." Einer der Sexualstraftäter ironisch über die Frauen, die er vergewaltigt hat - Täter-Talk im Schuldmodus, grausam.

Der Satz, der banal verhallt:

"Können Sie mal Ihre schlauen Dateien checken, ob wir einen Sexualstraftäter in der Gegend haben." Bukow zu König - Bullen-Talk im Autopilot, langweilig.

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5  Bilder
"Polizeiruf" mit Charly Hübner: Kampf gegen die Angst

Der Plausibilitätsfaktor:

Mal sehr hoch, mal sehr niedrig. Die Täterfiguren sind in sich schlüssig, aber in der zweiten Hälfte wird die Handlung auf einmal zu einem polnischen Pädophilenring weitergesponnen. Plot und Psychologie brechen in diesem Teil zusammen. Zum Teil mag das auch daran gelegen haben, dass die Filmemacher Schwierigkeiten hatten, zentrale Gewaltszenen so in Szene zu setzen, dass sie gemäß der Jugendschutzbestimmungen um 20.15 Uhr gezeigt werden können.

Die Bewertung:

6 von 10 Punkten. Ein "Polizeiruf", der an die Nieren geht. Nichts für Leute, die am Neujahrstag möglichst sanft ihren Kater auskurieren wollen.

Die ausführliche Analyse:

Lesen Sie bitte hier weiter!


"Polizeiruf 110: Angst heiligt die Mittel", Sonntag, 1. Januar, 20.15 Uhr



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j.igelmann 02.01.2017
1. Den Krimi Wahnsinn stoppen.
Jeden Tag Gewalt, grausame Gewalt im öffentlich rechtlichen TV. Sind den die noch zu retten, oder sind alle schon blöd und schwachsinnig bei zu hohem Gehalt? Wer will das deutsche Volk auf Grausamkeit und Krieg einstimmen? Hier ist das Sturmgeschütz der Demokratie gefordert diesen Wahnsinn ein Ende zu beenden. Wo sind die Stimmen von Kirche wo den Kardinälen, oder unserem Gaukler, von der Kanzlerin ganz zu schweigen. Es bedarf der Stimmen aus Bayern zu diesem Thema, weils die anderen ja nicht mehr merken!
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