Hamburg/München - In Sachen Senderneugründung kann dem Medienkonzern ProSiebenSat.1 niemand etwas vormachen: Nach der Ankündigung, im nächsten Jahr einen Sender für Ältere mit dem Namen Sat.1 Gold zu starten, gab das Unternehmen nun bekannt, auch noch einen Ableger für Männer zu gründen.
Der Arbeitstitel der neuesten ProSiebenSat.1-Tochter lautet "ProSieben Maxx". Zielgruppe, so ein Konzernsprecher, seien Männer, die älter seien als die von ProSieben. Der Sender Sat.1 Gold, der am 17. Januar 2013 an den Start geht, soll sich dagegen an ältere kaufkräftige Frauen wenden.
Wenn die Zukunft des Fernsehgeschäfts in der Diversifizierung liegt, macht der Konzern alles richtig. Mit dem Sender Sixx hatte ProSiebenSat.1 bereits 2010 einen Spartenkanal an den Start gebracht, der sich an jüngere Frauen richtet. Diese Art von Zielgruppenoptimierung verspricht, Werbepartner noch besser bedienen zu können.
Ein starkes, eigenes Programmprofil darf man allerdings nicht von den neuen Abspielstätten erwarten: Bei der Ankündigung von Sat.1 Gold im Juni gab der Konzern bekannt, dass man das Programm vor allem aus dem Fundus der anderen Sender bestreiten wolle. Ein ähnliches Recycling dürfte auch bei "ProSieben Maxx" stattfinden - auch wenn sich der Unternehmenssprecher noch nicht zu Details äußern wollte.
Die Senderneugründung ist Teil einer Wachstumsstrategie, die am Mittwoch auf einem Investorentag vorgestellt wurde: Das Unternehmen mit Sitz in Unterföhring bei München will seinen Umsatz bis 2015 um mindestens 750 Millionen Euro steigern.
"Die erste Etappe auf dem Weg zu unserem Wachstumsziel 2015 haben wir schneller erreicht als geplant," sagte der Vorstandsvorsitzende der Gruppe, Thomas Ebeling. Daher halte die Fernsehkette daran fest, ihren Umsatz im laufenden Jahr im mittleren einstelligen Prozentbereich zu steigern.
cbu/dapd
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