Nach Kritik Bayerisches Fernsehen streicht Ramadan-Logo

Für Muslime ist Ramadan die wichtigste Zeit des Jahres. Für einige Zuschauer des Bayerischen Rundfunks ist das kein Grund, den islamischen Halbmond im Fernsehbild zu sehen. Sie protestierten heftig gegen das Logo. Auch aus der CSU kam Kritik.

Ramadan-Logo im Bayerischen Rundfunk: Das gefiel nicht allen
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Ramadan-Logo im Bayerischen Rundfunk: Das gefiel nicht allen


In der linken Ecke des Bildschirms das BR-Zeichen, rechtsoben die Sichel des abnehmenden Mondes und das Wort "Ramadan" - dieser Anblick ist vielen Zuschauern des Bayerischen Fernsehens offenbar zuwider. Im Internet kritisierten zahlreiche Menschen die Aktion des BR heftig. Der Sender reagierte und nahm das Logo aus dem Programm.

"Das Logo war die ersten Tage drin, um den Themenschwerpunkt Ramadan einzuläuten, aber wir wollten verhindern, dass es Verwirrungen auslöst bei den Zuschauern und dadurch von der Sache ablenkt", sagte eine BR-Sprecherin.

Der Sender war zuvor auf seiner Facebook-Seite mit einer Welle negativer Kommentare konfrontiert worden: "Ihr seid's doch ned ganz sauber", schrieb ein Zuschauer. "Wir leben in DEUTSCHLAND oder besser gesagt in BAYERN .... zefix noamoi", kommentierte ein anderer. "Wir sind ein christliches Land - und unsere Feiertage wurden noch nie eingeblendet. Was betreibt ihr für eine Volksverblödung???", schrieb eine Userin und bekam dafür bis zum Mittwochnachmittag 209 Likes. 73 Likes gab es für den Kommentar: "Unter FJS hätte es das nicht gegeben - da wären jetzt beim BR Köpfe gerollt - und zu recht."

"Wir haben gemerkt, dass Zuschauer auch beim Zuschauerservice anrufen und sich fragen und sich wundern", sagte die BR-Sprecherin und betonte, programmlich ändere sich nichts. Auch in der CSU-Fraktionssitzung am Mittwoch gab es nach Teilnehmerangaben von manchen Abgeordneten scharfe Kritik, unter anderem wurde die Forderung nach einem Protestbrief an BR-Intendant Ulrich Wilhelm laut.

Seit dem 20. Juni bis zum Ende des Ramadan (Mitte Juli) zeigt das Bayerische Fernsehen Fernsehen regelmäßig Beiträge. "Der BR-Themenschwerpunkt Ramadan ist ein Zeichen der Anerkennung gegenüber diesen Mitbürgern und soll zugleich allen Zuschauern breites Wissen über den Ramadan vermitteln. Denn oft beherrschen Vorurteile das Denken über Religion und Kultur", teilte die Sprecherin mit.

Hunderttausende Muslime, die im Freistaat leben und ihren Rundfunkbeitrag entrichten, "haben wie alle anderen Einwohner Bayerns ebenso einen Anspruch darauf, in den Programmen des Bayerischen Rundfunks präsent zu sein". Der Sender wolle aber verhindern, dass die Debatte um ein Logo die inhaltliche Diskussion über die Beiträge überdecke. "Bei uns stehen die Sache und die Filme im Vordergrund."

Für die weltweit 1,4 Milliarden Muslime ist Ramadan die wichtigste Zeit des Jahres. Die Enthaltsamkeit soll die Gläubigen näher zu Gott führen und sie an das Leid derer erinnern, die hungern und denen es schlecht geht. Der Beginn des Ramadan richtet sich nach dem Mondkalender, das heißt pro Jahr wandert er im gregorianischen Kalender elf Tage nach vorn. In diesem Jahr fällt der Ramadan in die Zeit der längsten und wärmsten Tage des Jahres. In Deutschland müssen Muslime mehr als 16 Stunden fasten. Mit Sonnenuntergang dürfen Muslime täglich das Fasten brechen.

Das Fasten im Ramadan ist eine der fünf Säulen im Islam. Kinder, Alte, Kranke, Schwangere und Reisende sind von der Pflicht entbunden. Nach 29 Tagen Enthaltsamkeit wartet auf die Muslime dann die Belohnung. Drei Tage dauert das Id al-Fitr, das Fest zum Fastenbrechen - mit Festspeisen für alle und Geschenken für die Kinder. Sehen Sie in unserer Fotostrecke Eindrücke vom Ramadan aus aller Welt.

brk/dpa



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