Rekord-"Tatort": Quote wie in den goldenen Neunzigern

Einschaltquotenrekord für das Münsteraner "Tatort"-Ermittlerduo: 11,79 Millionen Zuschauer sahen Kommissar Thiel und Professor Boerne bei der Verbrecher- und Pointenjagd zu. So viel Publikum hatte zuletzt 1993 eine Folge aus der ARD-Krimireihe.

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WDR

Startschuss zum Quotenrennen: "Herrenabend" war der erfolgreichste Münster-"Tatort"

Köln/Hamburg - Der ARD-"Tatort" aus Münster hat mit einer Rekordquote den Fernsehabend am Sonntag dominiert. 11,79 Millionen Menschen sahen den Fall "Herrenabend" mit Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl) und Rechtsmediziner Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers). Das war knapp jeder dritte Fernsehzuschauer (Marktanteil: 32,9 Prozent).

Mit ihrem 19. Fall übertrumpften die beiden Münsteraner Ermittler ihren bisherigen Rekordwert vom Oktober 2010 deutlich: Damals hatten 10,49 Millionen Zuschauer den "Tatort: Spargelzeit" gesehen. In den Aufzeichnungen der "Tatort"-Kenner von der Website Tatort-Fundus ist zuletzt für 1993 eine höhere Zuschauerzahl vermerkt: Damals sahen 12,83 Millionen Zuschauer die Folge "Um Haus und Hof" mit dem NDR-Duo Stoever und Brockmöller.

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Quotenwunder Münster-"Tatort": Mord und gute Manieren
Sicher hilfreich für den Publikumserfolg war der Auftritt von Jan Josef Liefers bei "Wetten, dass...?" am Vorabend sowie das wenig spektakuläre Konkurrenzprogramm: Zwei Tage nach der royalen Traumhochzeit in Großbritannien interessierten sich 3,52 Millionen (9,9 Prozent) für die ZDF-Romanze "Felipe und Letizia", die das Leben und die Liebe des spanischen Prinzenpaars nachzeichnete. Die US-Krimireihe "Navy CIS" auf Sat.1 hatte 3,45 Millionen Zuschauer, die Eddie-Murphy-Komödie "Mensch, Dave!" bei RTL 2,84 Millionen (8,0 Prozent) und der Batman-Film "The Dark Knight" auf ProSieben 2,26 Millionen (7,2 Prozent).

In der Jahreswertung 2011 liegt Vorjahressieger und Marktführer RTL weiter vorn: Der Kölner Privatsender führt mit 14,4 Prozent vor den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD (12,8 Prozent) und ZDF (12,7). Die Privatsender Sat.1 (10,0 Prozent), ProSieben (5,9 Prozent) und Vox (5,5 Prozent) folgen mit etwas mehr Abstand. Dahinter liegen Kabel eins (3,8), RTL II (3,4) und Super RTL (2,2). In der jüngeren Zielgruppe (14 bis 49 Jahre) führt RTL mit großem Vorsprung (19,6 Prozent) vor ProSieben (11,2), Sat.1 (10,6) und Vox (7,4 Prozent).

feb/dpa

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insgesamt 23 Beiträge
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1. Bei dem Programmumfeld kein Wunder!
vogelskipper 02.05.2011
Wenn man sich das Fernsehprogramm an einem Sonntag Abend einmal genauer anschaut, dann bleibt ja für den Zuschauer, der etwas Niveau und spannende Unterhaltung sucht, außer dem Tatort oder Arte quasi gar nichts mehr übrig! Insofern sollten die Quoten mal nicht zu selbstverliebt betrachtet werden, denn man entscheidet sich immer für das kleinste Übel. Der Tatort war nicht schlecht, aber auch kein Überflieger. Es lag einfach am fehlenden Konkurrenzprogramm.
2. Ja, gerne gesehen
abryx 02.05.2011
Obwohl einiges zu bemängeln war ob der "Dramatik", die einfach zu hysterisch und überspitzt daherkam oder der "künstlerisch wertvollen" Wackelkamera und man von juristischen Schnitzern (bezgl. beschlagnahmte Papiere) oder falschen Behauptungen bezüglich "spontanten Steuerprüfungen" mal einfach wegsehen muss - ansonsten ein recht unterhaltsamer Film im Gegensatz zum Sondermüll, der einem sonst geboten wird.
3. .
takeo_ischi 02.05.2011
Zitat von vogelskipperWenn man sich das Fernsehprogramm an einem Sonntag Abend einmal genauer anschaut, dann bleibt ja für den Zuschauer, der etwas Niveau und spannende Unterhaltung sucht, außer dem Tatort oder Arte quasi gar nichts mehr übrig! Insofern sollten die Quoten mal nicht zu selbstverliebt betrachtet werden, denn man entscheidet sich immer für das kleinste Übel. Der Tatort war nicht schlecht, aber auch kein Überflieger. Es lag einfach am fehlenden Konkurrenzprogramm.
Der Superseriensonntag auf Sat1 ist immer eine gute Alternative. Der Münsteraner Tatort ist aber auch noch einer der geniessbarsten. Also nicht verwunderlich die Quote.
4. .
bananenbieg0r 02.05.2011
Zitat von vogelskipperEs lag einfach am fehlenden Konkurrenzprogramm.
Mit Eishockey gab es auf Sport1 sehr wohl ein spannendes Konkurrenzprogramm. Vorausgesetzt man störte sich nicht an der unverschämten Übertragung mit mehreren Werbeblöcken innerhalb eines Spieldrittels.
5. Ein Totschlagargument
vantast64 02.05.2011
ist es, daß man immer Leute erschlagen,erschießen muß, um einen spannenden Film zu machen. Dieselbe schöne und spannende Geschichte könnte es sein, wenn es um Diebstahl, Spionage, Steuerverkürzung ginge, auf die Zutaten kommt es doch an.Morde auf fast allen Kanälen, das sind Gewaltpornos für wen? Und sich dann über die enorme Lernfähigkeit Jugendlicher wundern, deren Emphatie abstumpft und die das Zusammenschlagen Schwächerer für cool halten. Ja, "Experten" sagen, das tut nichts, aber was wissen schon Experten. Hausfrauen wußten schon immer, daß Atomkraft und Gentechnik gefährlich sind.
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