Rekordquote für den "Tatort" 12,57 Millionen Zuschauer sahen Schweiger ballern

Til Schweiger schlägt als Kommissar Nick Tschiller sogar die Münsteraner Kollegen: 12,57 Millionen wollten die Episode "Willkommen in Hamburg" sehen - rund 380.000 mehr als den letzten "Tatort" aus NRW. Doch Deutschland ging via Twitter hart mit dem "Bruce Willis für Arme" ins Gericht.

NDR

Hamburg - Knallhart, emotional und rührselig ermittelte sich Til Schweiger als neuer "Tatort"-Kommissar Nick Tschiller am Sonntag durch Hamburg und etablierte sich als Retter osteuropäischer Zwangsprostituierter. 12,57 Millionen Menschen wollten das sehen: "Willkommen in Hamburg" bescherte der ARD eine Traumquote.

Der Marktanteil betrug 33,5 Prozent. Somit interessierte sich jeder dritte TV-Zuschauer für den Fall. Damit schlug Hamburg sogar die Münsteraner "Tatort"-Folge "Das Wunder von Wolbeck". Im November konnten Jan-Josef Liefers als Rechtsmediziner Karl-Friedrich Boerne und Axel Prahl als Hauptkommissar Frank Thiel 12,19 Millionen Menschen vor den Fernseher locken.

"Willkommen in Hamburg" erzielte den besten Wert seit dem 25. September 1993 als die Kommissare Stoever (Manfred Krug) und Brockmöller (Charles Brauer) 12,83 Millionen Menschen einschalten ließen. Den Rekord hält nach dem Start der Messung im wiedervereinten Deutschland auch ein Hamburger Krimi - "Stoevers Fall". Die Folge wurde am 5. Juli 1992 ausgestrahlt, rund 15,86 Millionen Zuschauer hatten damals eingeschaltet.

Vor allem beim jüngeren Publikum erwies sich der Schweiger-Film als Hit: Bei den Zuschauern zwischen 14 und 49 Jahren betrug der Marktanteil nach Angaben der Marktforschungsfirma Media Control 33,8 Prozent.

Tweets zur Schweiger-Premiere

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Nun also Til Schweiger. Die SPIEGEL-ONLINE-Leser kommentierten den Auftritt des "Bruce Willis für Arme" (@StephanPoost) auf Twitter eher mit Skepsis: "Erinnert ein wenig an die guten alten Western mit John Wayne. So überzogen unrealistisch", twittert @V7Rtom. Schweiger sei "einfach kein guter Schauspieler", schreibt @freesenjung. Und dann dieser Name: "Nick Tschiller klingt schrecklich - besonders in Hamburg. Warum nicht gleich Mike Digga?" twittert @tdobecker.

Doch auch die Frauen kamen im "Tatort" schlecht weg: @siegstyle schreibt: "Gibt es in dem #Tatort eigentlich eine normale Frau?". "Schweiger hin oder her, wieso spricht niemand über's schlechte Buch oder die unpräzise Inszenierung?#TatortTil ist schlechtes pseudo-US Kino", twittert @clockknock. "Ein typischer Schweiger nur eben kein Tatort. Die ARD kann gerne beides produzieren, nur getrennt bitte", sagt @mediadolphin. @Krautimercedes schreibt indes: "Dieser Tatort ist anders. Aber solide Kamera und gute Bildgestaltung bringen mit Til eine kompakte Story."

"Der Partner war klasse"

Auch auf den Sendeauftrag der öffentlich-rechtlichen Anstalten gingen die User ein. "Trash-TV im öffentlich rechtlichen Fernsehen, finanziert mit Zwangsgebühren!", schreibt @ralfmoesges. "Bitte niemals wieder! Gibt bestimmt andere Möglichkeiten GEZ Gelder zu verschleudern", twittert @hanne_2k.

Einige Zuschauer wünschten dem "Keinohr-mörder" (@strategchen) sogleich den Tod an den Hals: "Schade, dass es die Englandfähre nicht mehr gibt. Hätte #TatortTil überfahren können... Beim Queren des Hafenbeckens", twittert @KBE_13. Zuschauer @tognota befand: "Etwas Hollywood an der Alster. Kann man mögen. Muss man nicht. Auf jeden Fall Til in seinem Element und gut so!"

Vor allem Fahri Yardim als Ermittler Yalcin Gümer kam bei SPIEGEL-ONLINE-Lesern gut weg. Tschillers Kompagnon hackt sich vom Krankenhausbett aus in Computer und Telefonanlagen ein, wirft sich im Rollstuhl auf Bösewichte und ist Tschillers omnipräsenter Backup: "Der Partner war klasse", twitterte Zuschauer @chris563315 und @oBrosch fordert: "Schöner Tatort. Nur Gümer sollte einen anderen Partner bekommen."

Alle Tweets zu #TatortTil haben wir in einem Storify zusammengestellt.

kha/dpa

insgesamt 426 Beiträge
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Seite 1
freeride4ever 11.03.2013
1. optional
ist schon klar, dass nur die negativen Tweets berücksichtigt wurden.. SPON -> Objektivität ist anders... Ich kann den Schweiger auch nicht leiden aber dieses Schweiger "Bashing" durch SPON ist schon albern... wüsste mal gerne welche Redakteurin da bei ihm mal so abgeblitzt ist, dass es diesen Feldzug bei SPON gibt. (uuups #Aufschrei)
Drummer 11.03.2013
2. Zweimal
Ich habe mit den neuen Kommisar gestern gleich zweimal angeschaut: zum ersten und zum letzten mal.
annibertazeh 11.03.2013
3. Ich versteh' die ganze negative Kritik nicht
Til Schweiger war pünktlich; Viertel vor Zehn hatte er seinen Fall gelöst. Zwischendurch war ich mal mit dem Hund raus. Was zeigt, dass man ihn zeitweise sogar selbständig und unbeaufsichtigt die ihm zur Klärung geschaffene Untat klären und abarbeiten lassen konnte. Bei Börne und Co ist das anders. Da muß man immer gucken.
bär-lusconi 11.03.2013
4. Immer dieses Schweiger-bashing..
..der Mann macht seine Sache gut und lässt sich darin nicht beirren. Tarantino hat jedenfalls erkannt dass Schweiger einer der besten deutschen Film-Schaffenden mit Allround-Talent ist.
hein_blöd 11.03.2013
5. Bruce ist Bruce und Till ist Till
irgendwie habe die Amis das mit der Action doch besser drauf und Till ist in Komödien um einiges besser aufgehoben als im Tatort.
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