Glamour-Krimiserie "Riviera" Hohe Hacken, niedere Absichten

Geld, Kunst, Intrigen und Mord: Die neue Sky-Serie "Riviera" führt in die Welt der Schönen und Reichen. Und das in bester Soap-Tradition.

John Wright/ SKY

Palmen, Pools und geradezu anstößig viel Raum: Das Anwesen der Familie Clios an der Côte d'Azur ist so großzügig bemessen, dass man dort wohl die halbe chinesische Landbevölkerung unterbringen könnte.

Derzeit leben hier aber nur zwei Mitglieder dieser scheinbar superreichen Sippe: Der graumelierte Kunstsammler und Bankier Constantine und seine zweite Ehefrau Georgina. Wenn die übrigen Clan-Mitglieder vorbeischneien, sind sie mit ihren Neurosen ausgelastet: Constantines erste Frau Irina arbeitet sich ebenso unermüdlich wie raffiniert an der Kränkung ab, wegen einer Jüngeren sitzengelassen worden zu sein.

Ihr ältester Sohn Christos hat ein veritables Drogenproblem, und ihr zweiter, Adam, sieht sich durch beider Dominanz daran gehindert, seine Rolle im Leben zu finden, während das Nesthäkchen Adriana die pathologisch Infantile spielt. "Nicht schon wieder", seufzt Irina angeödet, als sich ihre Tochter die Pulsadern aufzuschneiden droht.

Die Schönen und Reichen, ihre Geheimnisse und Intrigen sind das glamouröse Material der neuen Sky-Serie "Riviera", die ihren Schauplatz im Titel hat. Im illustren Clios-Kreis erscheint Constantines aktuelle Ehefrau Georgina (Julia Stiles) noch am normalsten: Stets hat sie ein offenes Ohr für die erwachsenen Stiefkinder, geduldig ist sie immer wieder aufs Neue um Aussöhnung bemüht.

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Sky-Serie "Riviera": House of Clio

Doch ihr makelloses Luxusleben ist nach nur einem Jahr Ehe abrupt beendet, als Constantine (Anthony LaPaglia) bei einer unerklärlichen Explosion auf der riesigen Jacht eines russischen Oligarchen und Waffenhändlers ums Leben kommt. Wie geriet er auf dieses Boot? Hatte er beim letzten Telefonat mit Georgina nicht gesagt, im Haus von Freunden zu sein? Erste Zweifel führen zu neuen, unbequemen Fragen, und so macht sich Georgina bald auf die Suche nach den wahren Hintergründen der Tragödie.

Glamour, Thrills und Intrigen

Eine SMS vom Toten, ein Aufklärungsbesuch in Monaco und ein paar Kontoauszugsstudien später wird der geheime Code zu einem Safe Room in der Villa entschlüsselt, und Georgina sieht sich mit dunklen Geschäften ihres Mannes auf dem unregulierten Kunstmarkt konfrontiert. Denen ist aber auch ein unbarmherziger internationaler Steuerfahnder auf der Spur, während die französische Polizei im Fall der Jacht ermittelt.

Glamour, Thrill und Intrigen: "Riviera" bietet reichlich Schaueffekte auf, aber noch mehr Verwicklungen samt dubioser Nebenfiguren, was dann schon mal in einem plötzlichen Todesfall gipfelt. In immer neuen exquisiten Hemdblusenkleidern und Hosenanzügen schreitet Julia Stiles als Kuratorin Georgina auf höchsten Absätzen durch die Szenerie und versucht dem Gang der Dinge nicht nur standzuhalten, sondern als Akteurin in ihn einzugreifen.

Erinnerungen an "Dallas" und "Denver Clan"

Das ist nicht nur gut so, sondern glaubhaft: Wenn man Stiles auch anfangs die ahnungslose Ehefrau nicht ganz abnimmt - immerhin ist Georgina die Tochter eines verurteilten Wall-Street-Bankers -, so machen sie ihre hohe natürliche Autorität als Schauspielerin und einige Kniffe im Drehbuch doch zur Idealbesetzung.

Und nachdem man sie erst einmal eine Waffe hat abfeuern sehen, fällt Stiles' Hauptfigur zudem angenehm durch abwesendes Selbstmitleid auf. Übrigens auch, wenn Georgina Lena Olin als Irina gegenübertritt, die mit ihren kunstvollen Flecht- und Turmfrisuren und Designer-Couplets an eine attraktive Medusa in ihren frühen Sechzigern erinnert.

"Riviera" ist eine Sky Original Production und basiert auf einer Idee des früheren U2-Managers Paul McGuinness, der gemeinsam mit dem Oscarpreisträger Neil Jordan ("The Crying Game"), Liza Marshall ("Red Riding Trilogy", "Taboo") und Kris Thykier ("Kick-Ass") als ausführender Produzent fungiert. Regie führt neben Jordan selbst unter anderem der Deutsche Philipp Kadelbach ("Unserer Mütter, unsere Väter"). Die Besetzung überzeugt auch in den Nebenrollen mit tollen Schauspielern, wie etwa Adrian Lester ("Hustle") und Roxane Duran ("Das weiße Band").

Wenn die Krimihandlung dann mit Georginas Rachefantasie verziert wird und der Soap-Charakter des Ganzen offenbar wird, erinnert man sich nicht zufällig an die Straßenfeger der Achtzigerjahre - an "Dallas" und "Denver Clan".


"Riviera": Alle zehn Episoden in der Originalfassung auf Sky On Demand, Sky Go und Sky Ticket verfügbar. Auch freitags um 20.15 Uhr, immer eine Episode (60 Minuten) auf Sky Atlantic HD.



insgesamt 2 Beiträge
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avada~kedavra 18.06.2017
1. Soll
dies nun Werbung für die Serie bzw. für den Bezahlsender SKY sein, oder wie es es zu verstehen, dass hier Werbung für einen kleinen teueren und exklusiven Anbieter gemacht wird. Oder ist dies nur dem Umstand geschuldet, dass der Text von einer Frau verfasst wurde und sie sich - wie in der Überschrift - auf "hohe Hacken" und glamouröse Bilder freut. Auch der Vergleich bezüglich der Größe des (Film)Anwesens ist nett und typisch weiblich übertrieben "...dass man dort wohl die halbe chinesische Landbevölkerung unterbringen könnte." Eventuell klingt da Neid heraus oder einfach nur zuviel "Gut-Mensch-Tun". Gut dass ich kein SKY-Abo habe, so bleibt mir dieses Schauspiel zum Glück erspart. Obwohl man muss es sich ja so oder so nicht anschauen.
unhappy_truth 18.06.2017
2. Ja, Ja, die BÖSEN Bezahlsender
Wenn ich mir das Elend ansehe, welches tagtäglich von den öffentlich rechtlichen Sendern und den anderen freien Privatsendern "abgesondert" wird, bin ich FROH, dass es eine Alternative gibt. Ob nun immer gelungen, lasse ich dahingestellt. Eben weil es Sky und den assoziierten Sendern um die Quote, damit um Geld geht, ist hier der Mut vorhanden etwas zu wagen. Weil sie immer neu das Publikum begeistern müssen! Lieber "Game of Thrones" als "Winnetou" inkl. des ewigen Wotan Möhring oder die 100ste Wdh. von "Forsthaus Falkenau"!
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