Europäischer Fernsehpreis Rose d'Or für "Terror - Ihr Urteil"

Auszeichnung mit viel Renommee für einen ARD-Film: Die interaktive Verfilmung eines Schirach-Dramas wurde am Dienstagabend in Berlin mit einer Goldenen Rose belohnt. Ein Ehrenpreis ging an Angela Lansbury.

ARD/ Julia Terjung

Das ARD-Gerichtsdrama "Terror - Ihr Urteil" hat die Rose d'Or gewonnen. Die Produktion wurde am Dienstagabend in Berlin in der Kategorie "TV Movie" mit dem renommierten europäischen Fernsehpreis ausgezeichnet, wie die Europäische Rundfunkunion mitteilte, die den Preis vergibt.

Knapp sieben Millionen Zuschauer hatten im Oktober 2016 das Drama aus der Feder von Ferdinand von Schirach im Ersten verfolgt. Martina Gedeck, Lars Eidinger, Burghart Klaußner und Florian David Fitz spielen in dem Film um den Prozess gegen einen Kampfpiloten. Er hatte eine entführte Passagiermaschine mit 164 Insassen abgeschossen, um damit zu verhindern, dass der Jet in ein voll besetztes Fußballstadion gelenkt wird und 70.000 Menschen tötet. Regie führte Lars Kraume (Hier ein Interview mit ihm).

Drei andere, ebenfalls nominierte deutsche Produktionen gingen leer aus: in der Kategorie Comedy das Format "Kroymann" mit der Schauspielerin und Entertainerin Maren Kroymann, das ebenfalls im Ersten gesendet wurde. In der Kategorie Entertainment war die Vox-Reihe "Kitchen Impossible" dabei und in der Kategorie Children and Youth die Vox-Serie "Club der roten Bänder", die sich um mehrere Jugendliche und ihre Erlebnisse in einer Klinik dreht.

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TV-Preise: Die schönste Rose ist die Goldene

Die meisten Preise gingen nach Großbritannien - für die Gameshow "Bigheads", die royale Sitcom "Henry IX", die Tanz-Sendung "Young Men" und die Comedy "Fleabag". Die italienische Galashow "Stasera CasaMika" mit dem britisch-libanesischen Sänger Mika gewann in der Kategorie "Beste Unterhaltung". Eine Initiative gegen Mobbing in Grundschulen aus den Niederlanden, der "Anti Pest Club", wurde als beste Kinder/Jugend-Sendung ausgezeichnet. Die beste Drama-Serie kam aus Norwegen: "Nobel", ein achtteiliger Thriller zwischen Krieg in Afghanistan und dem berühmten Preis. Für die beste Animation wurde eine "Peter und der Wolf"-Adaption des französischen Fernsehens ausgezeichnet. In der Reality-Kategorie gewann "You Can't Ask That" aus Australien. Als Entertainer des Jahres wurde der "Late Late Show"-Moderator James Corden prämiert, der sich per Videoschaltung aus Los Angeles bedankte.

Insgesamt wurden in zehn Kategorien 40 Produktionen nominiert. Beworben hatten sich 430 Programme von 160 Programmveranstaltern weltweit. Die Goldene Rose, die früher einmal "Die Goldene Rose von Montreux" hieß und zum 56. Mal vergeben wurde, verlieh außerdem noch einen Preis fürs Lebenswerk: Den erhielt die 91-jährige englische Schauspielerin Angela Lansbury, die mit der Serie "Mord ist ihr Hobby" international bekannt wurde.

feb/dpa

insgesamt 3 Beiträge
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Jöel L. 20.09.2017
1. übel, übel
Ich habe diesen Film gesehen und hatte ein äusserst ungutes Gefühl dabei. Der Film weckt nach meiner Ansicht Sofa-Feldherren-Gelüste statt eine sachliche Lösung eines entsetzlichen Problems zu unterstützen. Leider habe die Terroristen sehr gute Arbeit geleistet und grosse Erfolge erzielt. Die Wirksamkeit Terrorakte wird massiv überschätzt, Stück für Stück geben wir unsere freiheitliche Lebensform auf und es wird bereits das verfassungsmässige Recht auf Leben zur Disposition gestellt. Der Film unterstützt das Nachbeten populistischer Phrasen und hält vom der nachdenklichen Auseinandersetzung ab. Schade, schade.
rhubarb 20.09.2017
2. "Englische" Schauspielerin
Angela Lansbury ist in England geboren, hat die Staatsbürgerschaft aber sowohl des Vereinigten Königreichs als auch die der USA und von Irland.
rambazambah 20.09.2017
3. Preis ist absolut gerechtfertigt
Wir haben uns "Terror" auch angeschaut und uns lange darüber unterhalten. Das Szenario gibt es in vielen verschiedenen Varianten (Flugzeug, Schiff, Güterzug) und wird gerne mit Erstsemestern in Philosphie/Ethik besprochen. Es gibt keine richtige Lösung, aber alleine sich darüber Gedanken zu machen, das Problem von allen Seiten zu beleuchten und somit vom eigenen Standpunkt - zumindest in der Betrachtungsweise - abzurücken finde ich wichtig und richtig. Die gesamte Sendung hat zum Nachdenken angeregt und daher ist der Preis mehr als verdient, denn - seien wir mal ehrlich - kaum eine Sendung tut dies. Im Gegenteil, bei den meisten schalten wir das Hirn einfach aus.
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