Reaktion auf "Roseanne"-Absetzung Trump wartet offenbar auf eine Entschuldigung

Der US-Präsident hat sich doch noch zur Absetzung von "Roseanne" geäußert - mit Kritik am Sender ABC. Roseanne Barr teilt derweil auf Twitter weiter aus, unter anderem gegen ihre Serienkinder.

Donald Trump
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Dass US-Schauspielerin Roseanne Barr und Präsident Donald Trump sich gegenseitig schätzen, ist schon länger bekannt. Umso gespannter wurde darauf gewartet, ob - und falls ja: wie - Trump auf die Absetzung ihrer Serie "Roseanne" reagieren würde. ABC hatte mitgeteilt, die erfolgreiche Sitcom nach einem rassistischen Tweet der Hauptdarstellerin Barr abzusetzen.

Nun hat sich Trump tatsächlich in die Debatte eingeschaltet. Er verzichtete dabei auf jegliche Kritik an Barrs Äußerung - sie hatte die langjährige Beraterin von Ex-Präsident Barack Obama, Valerie Jarrett, als Kreuzung von "Muslimbrüderschaft" und "Planet der Affen" bezeichnet. Stattdessen attackierte Trump den Sender ABC.

Video: Sender ABC setzt "Roseanne" ab

Zum Hintergrund: Die Afroamerikanerin Jarrett hatte berichtet, dass sie nach der Welle der Empörung über Barrs Kommentar von Disney-Chef Bob Iger angerufen worden sei. Disney ist der Mutterkonzern von ABC. Iger habe sie persönlich darüber informiert, dass "Roseanne" abgesetzt werde, teilte Jarrett mit.

Igers Geste gegenüber Jarrett erregte nun den Unmut des Präsidenten. "So was, er hat niemals Präsident Donald J. Trump angerufen, um sich für die fürchterlichen Statements zu entschuldigen, die über mich bei ABC gemacht wurden", twitterte Trump. "Vielleicht hat mich der Anruf bloß nicht erreicht?"

Über Barrs Äußerung sagte Trump in seiner ersten öffentlichen Stellungnahme zu dem Fall nichts. Seine Sprecherin Sarah Sanders war zuvor einer Stellungnahme zu dem Skandal ausgewichen und hatte gesagt: "Damit beschäftigt sich der Präsident nicht." Es gebe derzeit "viel größere Dinge, die im Lande im Gange sind".

Im März hatte Trump der "Roseanne"-Hauptdarstellerin für ihren Erfolg mit der Serie in einem Telefonat gratuliert, wie Barr seinerzeit berichtete. Die preisgekrönte Comedy-Serie über den Alltag einer Arbeiterfamilie war damals nach rund 20 Jahren Pause gerade neu gestartet. In dieser zehnten Staffel tritt die Hauptdarstellerin als Trump-Anhängerin auf.

Barr teilte Trumps Tweet auch über ihren Account in dem sozialen Netzwerk. Dort schrieb sie auch, sie habe Mitleid mit dem Präsidenten - er erlebe solche Attacken gegen sich jeden Tag.

Zahlreiche Kollegen, Aktivisten und Prominente hatten Barr für ihre Äußerung verurteilt. Auch ihre Serienkinder hatten sich enttäuscht und kritisch gezeigt. Sara Gilbert, die Roseannes Tochter Darlene spielt, schrieb beispielweise, die Äußerung sei "abscheulich" gewesen und spiegele nicht den Glauben der anderen Mitarbeiter der Show wider. "Ich bin enttäuscht von ihr." Barr teilte diesen Tweet auf ihrem Account und kommentierte ihn mit den Worten. "Wow!" Das sei irreal. Später ergänzte sie, sie habe Verständnis für Gilbert. "Ich verzeihe ihr. Es hat mich nur ein bisschen schockiert."

Michael Fishman, der Barrs Seriensohn D.J. spielte, veröffentlichte eine lange Mitteilung über "einen der schwersten Tage meines Lebens". Dem Team sei es immer um Inklusion gegangen, heißt es darin unter anderem. Barrs Reaktion darauf: "Ich habe die Plattform für diese Inklusion geschaffen und das weißt du. ICH." Er habe sie verraten. "Nice."

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Nach rassistischem Tweet der Hauptdarstellerin: Das Ende von "Roseanne"

Barr hatte sich für ihren Tweet über Valerie Jarrett entschuldigt, ihn einen "schlechten Witz" genannt und das Verfassen auch damit erklärt, dass es zwei Uhr nachts gewesen sei und sie zuvor Ambien genommen habe, ein Mittel zum Einschlafen. Der Hersteller Sanofi reagierte inzwischen auf dieses Statement und erklärte: "Rassismus ist keine Nebenwirkung einer Sanofi-Medikation."

aar/AFP

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