"Rising Star" und "Sing wie Dein Star" Das doppelte Debakel

Vereint im Quotenkeller: Die RTL-Castinghow "Rising Star" und das von Jörg Pilawa moderierte ARD-Format "Sing wie Dein Star" können nur wenige Zuschauer begeistern. Beim Kölner Privatsender will man nun offenbar den Stecker ziehen.

Die Jury von "Rising Star": Irgendwie guckt kaum jemand hin
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Die Jury von "Rising Star": Irgendwie guckt kaum jemand hin


Mit "Rising Star" hat RTL ja sozusagen die allerdemokratischste aller Castingshows ins Rennen geschickt - per App darf allein das Fernsehvolk über Wohl und Wehe der Kandidaten entscheiden! Dumm nur, dass das Fernsehvolk davon nichts wissen will und sich dem Format verweigert. Daher will der Kölner Sender offenbar nun die Konsequenzen ziehen.

Am Samstagabend schalteten insgesamt nur noch 1,11 Millionen Zuschauer"Rising Star" ein, der Marktanteil lag damit bei 4,1 Prozent - und bei der sogenannten werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen bei 5,9 Prozent. Ein Desaster für RTL und eine erneute Bestätigung der gar nicht mal allzu neuen These, dass die große Zeit der Castingshows vorbei ist.

Laut Branchendienst DWDL will RTL das Format nun möglichst dezent abwickeln. Sendersprecher Christian Körner ließ sich dort wie folgt zitieren: "Wir arbeiten an einer Programmierung, die den Talenten im Wettbewerb, aber auch dem klaren Votum unserer Zuschauer und dem Konzept selbst in der verbleibenden Zeit gerecht wird."

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Castingshow "Rising Star": Schriller Chorleiter trifft gesichtstätowierten Bariton
Womöglich mag es die Verantwortlichen des Privatsenders ein wenig trösten, dass auch ARD-Aushängeschild Jörg Pilawa am Samstagabend die Grenzen seiner Quotenmacht erkennen musste. "Sing wie Dein Star", die neue Show des Allesmoderierers im Ersten, konnte nur einen recht überschaubaren Zuschauerzuspruch verzeichnen: Lediglich 2,43 Millionen Menschen schalteten am Samstagabend um 20.15 Uhr die Premiere ein - der Marktanteil betrug 9,5 Prozent und lag damit deutlich unter dem Schnitt des Senders (knapp 13 Prozent).

In der Pilawa-Show müssen Prominente bekannte Musiker imitieren. In der ersten Ausgabe traten etwa die Schlagersängerin Michelle an, die Schauspielerin Janina Hartwig, der Komiker und "heute-show"-Reporter Lutz van der Horst und die Moderatorin Inka Bause - letztere versuchte sich an einer Kylie-Minogue-Interpretation. Das Ursprungsformat trägt übrigens den schönen Titel "Your Face Sounds Familiar", stammt aus Spanien und lief nach ARD-Angaben schon in mehr als 30 Ländern.

Wenn aber die Leute nicht urdemokratisch über singende No-Names abstimmen wollen und auch nicht undemokratisch Promis beim Nachmachen von singenden Promis zuschauen wollen, was wollen sie dann? Sie wollen Carmen Nebel.

Die "Willkommen bei Carmen Nebel"-Show im ZDF schalteten jedenfalls 4,14 Millionen Menschen (15,6 Prozent) ein. Und dann war da natürlich das knapp fünf Stunden dauernde ProSieben-Spektakel "Schlag den Raab" - 2,75 Millionen Zuschauer und 12,8 Prozent Marktanteil. Raab setzte sich gegen die 28-jährige Liane Weber aus München durch - der Jackpot liegt jetzt bei 2,5 Millionen Euro.

tdo



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heavenstown 14.09.2014
1. Gott sei Dank...
... wer braucht diese Formate überhaupt? B, C und D Promis haben wir wirklich schon genug, Selbstdarsteller auch....
hlbwlt 14.09.2014
2.
War von anfang an klar das der Raab gewinnt..
bär-lusconi 14.09.2014
3. Angst und Schrecken im Studio
Egal ob bei Lanz, Pilawa oder Elstner & Jogeschwa: Überall herrscht angespannte ängstliche Stimmung im Studio. Die Moderatoren sind nervös und unsicher, sind angespannt statt locker. Das überträgt sich auf die Gäste, von denen man auch den Endruck hat, niemand ist freilwillig da und alle haben Angst, was auf sie zu kommt und fürchten, sich zu blamieren. Mal drauf achten: Niemand lacht, der Moderator ist der einzige der krampfhaft redet, damit ja keine peinliche Stille aufkommt. Eine Stimmung wie bei ner Abiturprüfung.
baerry 14.09.2014
4.
Und jetzt sind alle kurz überrascht und schalten weiterhin nicht ein
herrwestphal 14.09.2014
5. Am ...
... lustigsten sind immer Aussagen wie; "Der eine schwul, der andere hetero - die Zwillinge Erik (links) und Dominik Heikaus aus Niederkassel wollen jedoch lieber mit ihrem Gesangstalent auf sich aufmerksam machen: Die Brüder singen gemeinsam." Dann sollte man sich eben vorab das "Outing" sparen! Sieht so aus als ob die Zeit dieser ganzen Schrott "Casting" Shows vorbei ist. Yiiiiiiiha.
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