"Wild Girls" auf RTL Busenwunder im Quotensinkflug

Zickenterror und Plastikbrüste - die alten RTL-Rezepte funktionieren nicht mehr. Jetzt hat auch "Wild Girls" erneut dramatisch an Quote verloren. Im Interview mit dem "Manager-Magazin" gibt sich Anke Schäferkordt, Chefin der Sendergruppe, ungewohnt alarmiert.

"Wild Girls": Trash-Lady Jordan Carver bei der Nahrungsbeschaffung
RTL

"Wild Girls": Trash-Lady Jordan Carver bei der Nahrungsbeschaffung


Hamburg - RTL im Quotenloch: Erst startete die Kuppel-Doku "Mama Mia - wer heiratet meinen Sohn?" katastrophal, dann floppte auch noch die Wildlife-Soap "Wild Girls - Auf High Heels durch Afrika". Der Kölner Sender, bei dem inzwischen fast alle erfolgreichen Formate unter Zuschauerschwund leiden, versuchte nun durch einen Sendezeitentausch Schlimmeres zu verhindern. Vergeblich.

Am Mittwoch wurde "Wild Girls" auf dem Primetime-Platz um 20.15 Uhr gesendet - und verlor noch mal drastisch Publikum: Nur noch 1,91 Millionen Menschen wollten das Format, in dem zwölf Blondchen und Busenwunder durch die namibische Steppe stöckeln und zicken, sehen - gut 700.000 weniger als bei der Premiere eine Woche zuvor. Auch spektakulär trashige Bilder konnten daran nichts ändern. Diesmal mussten die Kandidatinnen leicht bekleidet Ziegen einfangen.

Damit ist noch einmal bewiesen, dass RTL weitreichende Programmänderungen vornehmen muss, um wieder bessere Quoten einzufahren. Letzte Woche hatte Senderchef Frank Hoffmann in Hamburg eingestanden, dass die Quoten nicht mehr so gut wie früher seien und verkündet, wie man dem Negativ-Trend entgegensteuern will: mit alten TV-Helden wie Thomas Gottschalk und König Fußball.

Auch Anke Schäferkordt, Geschäftsführerin der RTL Group und bis vor kurzem selbst noch für das Programm von RTL verantwortlilch, äußerte sich alarmiert zu der Quotenentwicklung in ihrem Hause. In einem Interview mit dem "Manager-Magazin" sagte sie unverblümt: "Natürlich sind wir mit den aktuellen Marktanteilen von RTL nicht zufrieden." Allerdings verweist sie auch auf die Erfolge der anderen Sender im RTL-Verbund: "Durch Gewinne bei Vox, RTL II und RTL Nitro haben wir mit der gesamten Senderfamilie den Abstand zu unseren Wettbewerbern im ersten Halbjahr dagegen vergrößert."

Derweil dürfte einer dieser "Wettbewerber", der Münchner Sender ProSieben, ängstlich auf den Quotenschwund von RTL schauen: Am 22. August will man dort mit der ebenso aufwendig produzierten Dokusoap "Reality Queens auf Safari" das ganz große Publikum erreichen.Origineller Inhalt der Show: Zwölf Blondchen und Busenwunder stöckeln und zicken durch die afrikanische Wildnis.

cbu



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 85 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Stelzi 18.07.2013
1. Aussterben
Die Unterschicht scheint auszusterben. Oder aber sie ist beinahe geschlossen nach Malle zum Ballermann-Komasaufen abgereist...
dariusz66 18.07.2013
2. optional
Bei den Dreharbeiten kam es übrigens zu einem unfreiwilligem Zusammentreffen mit einem Löwenrudel. Den männlichen Löwen stellten sich die Haare auf und das gesamte Rudel ist verstört und mit erhobenem Schwanz davongerannt...
tzdv9000 18.07.2013
3.
Wie - der Schwund hatte Zuschauer?
salty68 18.07.2013
4. 1,91 Millionen Zusachauer
sind 1,91 Millionen Zuschauer zuviel. Aber vielleicht merken RTL & Co ja endlich, dass man die Volksverdummung nicht unendlich vorantreiben kann.
sudiso 18.07.2013
5. optional
ich glaub der sinkflug hat auch ohne Quoten schon von vornherein stattgefunden bei der auswahl der "Busenwunder"
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.