Vorwürfe wegen Batwoman-Rolle Schauspielerin Ruby Rose löscht Twitter-Account

Ruby Rose soll die LGBT-Superheldin Batwoman spielen. Das wurde kritisiert, sie sei "nicht lesbisch genug". Nun verlässt sie Twitter: "Ihr erreicht mich auf dem Batphone."

Ruby Rose (bei der Premiere von "The Meg")
REUTERS

Ruby Rose (bei der Premiere von "The Meg")


Ihren ersten Auftritt im DC-Comic-Universum hatte Batwoman in den Fünfzigerjahren, da gab es Liebeshändel mit Batman. Ganz anders war die Neuerfindung von Batwoman 2006: Da erschuf der Comiczeichner Alex Ross sie neu als lesbische Figur Kate Kane.

Nun soll Batwoman auch als Realfilmfigur ins Fernsehen kommen, im Rahmen der "Arrowverse" genannten DC-Comicverfilmungen des US-Senders The CW ist für 2019 eine eigene Serie geplant, einen ersten Auftritt soll es zuvor schon in einer gemeinsamen Folge mit den anderen DC-Helden Arrow, The Flash und Supergirl geben.

Eine so prominente lesbische Superheldenfigur ist eine Seltenheit, mit entsprechend großer Spannung wurde in der LGBT-Gemeinschaft erwartet, wer die Rolle in der TV-Serie spielen solle. Die Wahl der Produzenten fiel schließlich auf die Schauspielerin Ruby Rose, eine Australierin, die als Model und MTV-Moderatorin begann. Internationale Fernsehbekanntheit gewann sie durch die Rolle der Stella in der Netflix-Serie "Orange Is The New Black", zuletzt war sie im Kino im Hai-Schocker "The Meg" zu sehen. Rose äußerte sich begeistert über die Rolle.

Die Reaktionen auf die Casting-Nachricht waren gemischt. Prominente wie Mariah Carey oder Janelle Monáe gratulierten der Schauspielerin. Doch aus Fankreisen kam auch Kritik: Ruby Rose wurde mangelndes schauspielerisches Können vorgeworfen, auch fehle ihr der jüdische Hintergrund, den die Figur Kate Kane hat.

Doch was für Ruby Rose das Fass zum Überlaufen brachte, war, dass ihr vorgeworfen wurde, sie sei "nicht lesbisch genug" für die Rolle. Daraufhin löschte sie ihren Twitter-Account und schränkte die Kommentarfunktion auf ihrem Instagram-Konto ein.

Ihr letzter Tweet war eine Botschaft an ihre Kritiker:

"Wo kam denn bitte die Aussage 'Ruby ist nicht lesbisch, also kann sie nicht Batwoman sein' her - das war ja wohl das lächerlichste, was ich je gelesen habe. Ich habe mich mit 12 geoutet. In den letzten fünf Jahren musste ich mich immerzu mit dem Vorwurf 'sie ist zu gay' herumschlagen. Und jetzt dreht ihr das einfach so um?"

Im Weiteren äußerte sie den Wunsch, Frauen und Minderheiten mögen doch zusammenkämpfen - "dann kann uns niemand aufhalten" - und sich nicht gegenseitig niedermachen. Nun freue sie sich über mehr als vier Stunden Schlaf in der Nacht. Und schließlich: "Wenn ihr mich braucht, könnt ihr mich auf dem Batphone erreichen."

Vor Ruby Rose hatten in jüngerer Zeit auch andere Schauspielerinnen ihre Social-Media-Konten nach Beschimpfungen und Beleidigungen gelöscht, darunter Millie Bobby Brown ("Stranger Things") und die "Star Wars"-Schauspielerinnen Kelly Marie Tran und Daisy Ridley.

feb

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insgesamt 60 Beiträge
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hegoat 13.08.2018
1.
Wenn die Twitter-Empörer schon schreien, Rose sei nicht lesbisch genug, wie hätten sie dann erst geschrien, wenn sie heterosexuell wäre? Als ob homosexuelle Filmcharaktere nur von Homosexuellen gespielt werden könnten. Dass sie für einen jüdischen Charakter "nicht jüdisch genug" sei, setzt dem allem die Krone auf. Mann, das sind SCHAUSPIELER.
Kanalysiert 13.08.2018
2.
Wem genau ist entgangen, dass nicht alle lesbischen Frauen kurzgeschorene Männerimitate sind - genauso wenig wie nicht alle schwulen Männer die Hand abknicken und kleine Dramaqueens sind? Willkommen im 21.Jahrhundert, immer noch zu wenig gelernt. Die Mehrheit sind die, die nicht auffallen - und man macht so einen (noch dazu bedeutungslosen) Quatsch an den schrillen Stereotypen fest? Aaiaiai.....da schmerzt das Hirn.
wiesenflitzer 13.08.2018
3. Hallo, ihr Sittenwächterinnen da draußen
Ruby Rose ist nicht lesbisch genug und das ZDF muss/soll sich dafür entschuldigen, dass es die deutsche Viererstaffel mit -unser flotter Vierer- betitelt habt. Ich sage euch was: Hört um Himmels willen auf mit diesem unerträglichen und völlig unangebrachten pseudo-anti-Sexismus-Geschwurbel auf!! Das hält ja kein Mensch mehr aus.
vish 13.08.2018
4. Und wieder mal...
... ein glorreicher Sieg für die Toleranz. Gut gemacht liebe Minderheiten, jetzt ekelt ihr euch schon selber weg. Muss man auch erstmal schaffen. Gut, dass Shaft schon verfilmt wurde, heutzutage gäbe es sicher keinen schwarzen mehr, der den Toleranten schwarz genug wäre.
Ignorant00 13.08.2018
5. Wesen der Schauspielerei
Das absurde ist doch, das es sich um Schauspielerei handelt! Bei der ethnischen Herkunft und habe ich ja noch ein gewisses Verständnis für Besetzungsvorbehalte, aber alles andere darüber hinaus? Um es mal überspitzt zu sagen: Sollen demnächst nur noch vorbestrafte Kinderschänder einen Kinderschänder spielen dürfen? Kommissare nur Kommissare? Nicht lesbisch genug? Nicht jüdisch genug? Der Schauspieler muss doch nicht im normalen Leben der Rolle entsprechen! Was für ein Unsinn!
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