Rundfunkgebühren: Forderungen von ARD und ZDF abgelehnt

Viel Rauch um nichts: Nachdem bekannt geworden war, dass die öffentlich-rechtlichen Sender einen Finanzmehrbedarf von 1,47 Milliarden fordern, gab es reichlich Kritik. Doch wie die ARD mitteilt, lehnt die zuständige Kommission die Beitragserhöhung für die nächste Gebührenperiode ab.

Eine Rechnung der Gebühreneinzugszentrale (GEZ): Die Rate bleibt konstant Zur Großansicht
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Eine Rechnung der Gebühreneinzugszentrale (GEZ): Die Rate bleibt konstant

Hamburg/Berlin - Groß war die Aufregung, als Ende September veröffentlicht wurde, welchen zusätzlichen Finanzbedarf die öffentlich-rechtlichen Sender für die nächste Gebührenperiode anmelden: Allein ARD und ZDF forderten 1,47 Milliarden Euro mehr zu ihrem bisherigen Etat.

Doch nun wurde bekannt: Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) hat eine Anhebung der Beiträge abgelehnt, stattdessen schlägt sie eine Beibehaltung der bisherigen Gebühren vor. Dies teilte die ARD am Donnerstag mit Bezug auf den nun vorliegenden KEF-Bericht in Köln mit. Die Rundfunkgebühren liegen derzeit bei 17,98 Euro im Monat.

Nach Angaben der ARD hat die KEF in dem Bericht zwar einen zusätzlichen Bedarf für ARD, ZDF und Deutschlandradio festgestellt. Allerdings sei eine verlässliche Prognose der Erträge nach der Umstellung auf das neue Beitragsmodell nicht möglich. Denn von 2013 an ist jeder einzelne Haushalt verpflichtet, zu zahlen - nicht allein mehr die Haushalte, die über Empfangsgeräte verfügen. Das neue Modell muss noch alle Landesparlamente passieren, bislang waren es nur sieben. Vor diesem Hintergrund beschloss die KEF, die Beiträge erst einmal stabil zu halten.

Die ARD begrüßte den Vorschlag der Kommission. Die Stabilität sei eine wichtige Grundlage für die Akzeptanz des neuen Beitragsmodells. Schon bei Bekanntwerden des angemeldeten Finanzbedarfs hatten Vertreter der ARD festgestellt, dass man nicht wirklich damit rechne, dass den Forderungen stattgegeben werde. Die ARD-Vorsitzende Monika Piel hatte bereits Ende September erklärt, dass man sich für die kommende Beitragsperiode auf ein reales Minus einstelle. Diplomatisch führte sie aus: "Im Interesse des Gebührenzahlers müssen und werden wir unseren konsequenten Spar- und Konsolidierungskurs auch in Zukunft fortführen."

Nach Angaben der ARD wird die Arbeit der Landesrundfunkanstalten etwa zu 85 Prozent durch Rundfunkgebühren finanziert. Die letzte Gebührenerhöhung erfolgte Anfang 2009.

cbu/dapd

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insgesamt 25 Beiträge
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1. ...wohlproporzionierte, leicht verzögerte Zustimmung!
eikfier 06.10.2011
Zitat von sysopViel Rauch*um nichts: Nachdem bekannt geworden war, dass die öffentlich-rechtlichen Sender einen Finanzmehrbedarf von 1,47 Milliarden fordern, gab es reichlich Kritik. Doch wie die ARD mitteilt, lehnt die zuständige Kommission die*Beitragserhöhung für die nächste Gebührenperiode ab. http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,790389,00.html
...diese dreiste Milliardenforderung war doch zu erwarten, nach dem absehbaren finanziellen Rückschlag der Haushaltsabgabe-Einführung, anstatt - wenn überhaupt - wie bisher Geräte-Abgabe pro Haushalt, in Verbindung mit dem gebührenkostenträchtigen und für die Privaten im übrigen fast ruinösen Hineindrängeln der ÖR in den Internet-Markt. zu erwarten. Statt Abschaffung der Pflichtabgaben oder zumindest Verbot der ZUSÄTZLICHEN Werbung, wird es nun nach dem üblichen proforma Hin- und Hergeplänkel die übliche Aufstockung schon irgendwann in naher Zukunft schon geben. Denn, unsere Politischen brauchen doch ihre proporzionierten staatlichen Sprachrohre wie unsereins die Luft zum Atmen und diese Foren hier....!
2. Was ich nicht verstehe...
twellb 06.10.2011
das neue Gebührenmodell riecht doch nach Steuer, egal was die Gutachten sagen. Dann soll der ganze Komplex doch gleich zum Staatsfunk werden, was ich ihm nicht wünsche. Entweder verschlüsseln oder umsonst, alles andere ist unnötiger Vertriebsaufwand. Und die aufgedrängte Bereicherung per Internet etc ist eine Zumutung, die sich dem marktüblichen Konkurrenzverhalten stellen sollte. BTW: Ich bin ein Fan der ÖR-Sender, aber einen Beamtensender fürchte ich wie der Teufel das Weihwasser.
3. Abschaffung der GEZ!
Europa! 06.10.2011
Wenn der Schmarotzerapparat der GEZ abgeschafft und diese Raubritter endlich in die Wüste geschickt würden, wäre auch mehr Geld für Inhalte da. Kreativität ist durch Bedenkenträger, korrupte Fernsehbeamte, immer mehr Geld und widerlichen Starkult nicht zu ersetzen.
4. GEZ ist geil ..
harry_buttle 06.10.2011
... geil auf unser aller Geld. Ich wäre, wenn es schon eine allgemeine Abgabe sein soll, für ein "verbrauchsabhängiges" Gebührenmodell. So wie bei Wasser, Strom, etc. Wie das zu realisieren ist, ist deren Sache :-) Apropos Gebühren. Gebühren werden von einer Behörde erhoben. Die GEZ ist ebenso wenig eine Behörde wie das Arbeitsamt. Dass die ÖR unverschlüsselt ins Internet gehen ist eine Sauerei. Die können ihren "Auftrag" gern weiterhin über den Äther erfüllen. Wer dann deren Info konsumieren will, muss halt einen entsprechenden Empfänger vorhalten. Einen internetfähigen Computer zum neuartigen Empfangsgerät zu erklären, ist Dummdreist! So, als hätten die ÖR in der Vergangenheit ihre Inhalte per Briefpost an alle Haushalte verschickt und den Briefkasten zum Empfangsgerät deklariert. Von der Politik abgesegnet. Banausen!
5. Jetzt könne sich Parteien profilieren.
Restharn 06.10.2011
Bei den nächsten Bundestagswahlen wähle ich jene Partei, die diesem Zwangswucher-Sondersteuer-GEZ-Wahn ein für alle Mal einen Riegel vorschiebt. Vielleicht wäre das was für die Piratenpartei, damit sie endlich etwas Farbe bekommt und nicht nur wie ein lauwarmer Joghurt um Sinn und Zweck herum meandert, aber eigentlich nüscht Griffiges zu bieten hat.
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