Neuer Senderchef WDR kürt Tom Buhrow zum Intendanten

Der Rundfunkrat des WDR hat einen neuen Intendanten gewählt: Tom Buhrow wird stärkster Mann beim Westdeutschen Rundfunk. Er erhielt eine große Mehrheit - die er auch dringend hinter sich braucht. Der "Tagesthemen"-Moderator muss einen harten Sparkurs durchsetzen.

"Tagesthemen"-Sprecher Tom Buhrow: Neuer starker Mann beim WDR
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"Tagesthemen"-Sprecher Tom Buhrow: Neuer starker Mann beim WDR


Hamburg/Köln - Tom Buhrow ist der neue Intendant des Westdeutschen Rundfunks (WDR). Der Rundfunkrat wählte den "Tagesthemen"-Moderator am Mittwoch zum Chef der größten Anstalt der ARD. Der 54-Jährige erhielt 41 von 47 Stimmen, wie aus Senderkreisen verlautete. Er folgt auf Monika Piel, die Ende Januar überraschend aus gesundheitlichen Gründen ihren Rücktritt angekündigt hatte.

Dem eindeutigen Ergebnis zum Trotz: Buhrow galt wegen seiner fehlenden Managementerfahrung keineswegs als Selbstgänger. Auch dem jetzigen Intendanten von Radio Bremen, Jan Metzger, wurden gute Chancen auf den Posten nachgesagt. Er ist ebenfalls von Haus aus Journalist und hat die Redaktion des "heute-journal" geleitet, bevor er nach Bremen ging.

Jan Metzger war zusammen mit Stefan Kürten, der lange beim ZDF war, bevor er zur Europäischen Rundfunkunion (EBU) wechselte, in der engeren Auswahl um den Posten. Metzger erhielt vier Stimmen, Stefan Kürten nur zwei.

Es warten schwierige Aufgaben

Die Vorsitzende des WDR-Rundfunkrats Ruth Hieronymi begrüßte die Wahl von Buhrow als "zukunftsweisende Entscheidung für den WDR." Sie führte aus: "Die anstehenden programmlichen und finanziellen Herausforderungen erfordern eine zukunftsorientierte Idee des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und eine hohe Kooperations- und Kommunikationsbereitschaft nach innen und außen. Dafür erfüllt Tom Buhrow alle Voraussetzungen."

Im Klartext heißt das: Auf Buhrow wartet ein harter Job. Der Streit mit den Verlegern um die "Tagesschau"-App und die Internetpräsenz schwelt weiter. Zudem muss sich der WDR aus Sicht seiner Kontrollgremien noch stärker darum bemühen, das Programm für ein jüngeres Publikum attraktiver zu machen. Außerdem muss weiter gespart werden. 47 Millionen Euro beträgt der Fehlbetrag im diesjährigen Haushalt, den der neue Intendant aus der bereits gebildeten Ausgleichsrücklage finanzieren muss.

Rund 1,4 Milliarden Euro darf Buhrow als neuer Neuer Intendant der größten ARD-Anstalt in diesem Jahr für Programm, Technik, Verwaltung und Personal ausgeben. Etwa 4200 Planstellen hat der Sender im vergangenen Jahr durchschnittlich besetzt und mehr als 11.500 Stunden Sendezeit produziert.

Wie viel Buhrow verdienen wird, ist noch nicht klar. Das Gehalt seiner Vorgängerin Monika Piel betrug zuletzt 327.200 Euro.

Für Buhrow, der in Troisdorf bei Köln geboren wurde, ist die Intendanz eine Rückkehr zu seinen Wurzeln. Er hat beim WDR volontiert und danach unter anderem bei dem Regionalmagazin "Aktuelle Stunde" gearbeitet. Anschließend war er lange Korrespondent in Washington, bevor er 2006 als Nachfolger von Ulrich Wickert Moderator der "Tagesthemen" wurde.

kha/dpa



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insgesamt 103 Beiträge
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postnational 29.05.2013
1. Whow,…
…ganz ohne Zwischenstation als Merkels Presseprecher.
tulius-rex 29.05.2013
2. Führungskraft???
Mister Tagesthemen ist ein sympathischer, gebildeter Mensch. Aber ist er auch die richtige Führungskraft für die Skorpiongrube WDR?
carolian 29.05.2013
3. Ein Mr. Harmless
Der allen gefällt. Prinzipien- und Rückgratlos.
Keyser Soze 29.05.2013
4.
lag bestimmt an der Haartransplantation...
frundsberg45, 29.05.2013
5. Viel Glück
Zitat von sysopDPADer Rundfunkrat des WDR hat einen neuen Intendanten gewählt: Tom Buhrow, der bislang die "Tagesthemen" moderierte, wird stärkster Mann beim Westdeutschen Rundfunk. Auf ihn warten schwere Aufgaben. http://www.spiegel.de/kultur/tv/rundfunkrat-hat-neuen-wdr-intendanten-gewaehlt-a-902590.html
Glückwunsch und viel Glück Herrn Buhrow. Vielleicht schafft er es ja, dem Sender das Rotfunkimage zu nehmen.
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