Aus für das Duo vom Saarbrücker "Tatort": Mit der Folge "Verschleppt" am 22. Januar verabschiedet der Saarländische Rundfunk (SR) nach sieben Ausgaben die Ermittler Maximilian Brückner (alias Franz Kappl) und Gregor Weber (Stefan Deininger). "Wir glauben, dass diese Geschichte auserzählt ist", sagte SR-Sprecher Peter Meyer über das ungleiche Paar, das erstmals 2006 zusammen auf Verbrecherjagd ging.
Das Bedauerliche: Gerade mit der letzten ausgestrahlten Episode zeigte der Saar-Krimi mit dem gefühligen Walrossschnauzer Deininger und dem Kraftkerlchen Kappl zum ersten Mal ein inhaltlich und ästhetisch eigenes Profil. In der "Tatort"-Folge "Heimatfront" ging es um die seelische Versehrtheit von Afghanistan-Heimkehrern, ein radikal zeitgemäßer Gesellschaftskrimi, der von den Bemühungen zeugte, dem SR-"Tatort" nach fünf schwierigen Startjahren endlich Relevanz zu verleihen. Zuvor stellte sich einfach keine Dynamik zwischen den Ermittlern und keine Dringlichkeit bei den Stoffen ein.
Doch die Erneuerungsversuche kamen offenbar zu spät: Mit dem Auslaufen der Verträge endet für die Schauspieler nun die Ermittlerkarriere an der Saar. Einen "Tatort" soll es von dort künftig aber trotzdem geben, neue Konzepte dafür würden entwickelt, sagte Meyer. Zu Einzelheiten wollte er zunächst keine Angaben machen.
Ihren gemeinsamen Einstand hatten Brückner und Weber im Oktober 2006 mit dem SR-"Tatort"-Krimi "Aus der Traum", der 6,76 Millionen Zuschauer (18,2 Prozent) vor den Bildschirm lockte. Brückner spielte den Hauptkommissar Franz Kappl, der aus Traunstein nach Saarbrücken kommt und dort die Nachfolge von Max Palu (Jochen Senf) antrat.
Gregor Weber war schon seit 2001 dabei, als Palus Assistent. Der emotional angelegte Saarländer bildete den Gegenpart zu dem Hirn-Menschen aus Bayern. Unlängst hatte Schauspieler Weber mit seinem Roman "Feindberührung" für Aufregung gesorgt - in dem ebenfalls von Afghanistan-Heimkehrern handelnden Krimi hatte er auch ein paar hübsche Sottisen gegen deutsche Fernsehkrimis eingebaut. Die konnte man auch als Abrechnung mit seinem Noch-Arbeitgeber, dem SR, lesen.
Hat der Roman vielleicht auch zu dem Abschuss des Teams Kappl/Deininger beigetragen? An den Quoten, so versichert Sender-Sprecher Meyer, habe es jedenfalls nicht gelegen. Die seien zuletzt "völlig ok" und stabil gewesen.
Wer die Nachfolge der geschassten Ermittler antritt und ob dies ein oder zwei Kommissare sein werden, könne man derzeit noch nicht sagen. Es sei aber nicht zu erwarten, dass es diesbezüglich vor der Ausstrahlung der letzten Folge Neues geben werde. Abgedreht und abgenommen sei sie bereits.
cbu/feb/dpa
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