Komikerin Samantha Bee entschuldigt sich für Ivanka-Trump-Beleidigung

"Sorry" für die "cunt": Samantha Bee hatte in ihrer Satire-Show Ivanka Trump mit einem Kraftausdruck belegt. Kommentatoren sahen darin einen neuen "Roseanne"-Fall. Nun entschuldigt sich die Komikerin.

"Full Frontal"-Komikerin Samantha Bee
AFP

"Full Frontal"-Komikerin Samantha Bee


US-Komikerin Samantha Bee hat sich nach einem Verbal-Angriff gegen Ivanka Trump entschuldigt: "Es war unangebracht und unverzeihlich. Ich habe eine Linie überschritten, und ich bereue es zutiefst", sagte Bee, die jahrelang zum Team der "Daily Show" gehörte, am Donnerstag via Twitter. Auch der Sender TBS entschuldigte sich über den Kurznachrichtendienst.

In ihrer wöchentlichen Satire-Show "Full Frontal" hatte Bee die Tochter von US-Präsident Donald Trump als "nutzlose Fotze" ("feckless cunt") beschimpft. Zwar wurde der Kraftausdruck während der Sendung am Mittwoch durch einen Piepton ersetzt, online aber wurde er veröffentlicht. Inzwischen wurde der Clip von den offiziellen TBS-Präsenz gelöscht, ist aber als Kopie weiterhin verfügbar.

Samantha Bee hatte Ivanka Trump in der Sendung aufgefordert, gegen die Einwanderungspolitik ihres Vaters vorzugehen. Da diese Familien zerstöre, empfand Bee einen Tweet von Ivanka Trump, in dem sie sich voller Glück mit ihrem Sohn inszenierte, als besonders unpassend. In diesem Zusammenhang fiel die Beschimpfung.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, nannte Bees Sprache "abscheulich und bösartig" und "ungeeignet" fürs Fernsehen. Der konservative Radio-Kommentator Ben Shapiro wies darauf hin, dass Samantha Bees Texte einem Drehbuch folgten - also keine spontane Entgleisung waren. Und die NBC-Moderatorin Megyn Kelly war eine von vielen Beobachterinnen, die einen Zusammenhang zum Fall "Roseanne" herstellten.

Nach einem rassistischen Twitter-Kommentar hatte der TV-Sender ABC die neu aufgelegte Show von US-Komikerin Roseanne Barr abgesetzt. Barr hatte die Afro-Amerikanerin und frühere Beraterin von Ex-US-Präsident Barack Obama, Valerie Jarrett, als "Baby der Muslimbruderschaft und des Planets der Affen" beleidigt. Auch Barr hatte sich öffentlich entschuldigt.

Bei "Full Frontal" gehören die scharfe Wortwahl und die Ereiferung über von Samantha Bee wahrgenommene Ärgernisse von Politikern - meist von rechten Politikern - zum üblichen Ton. Dennoch wird auch in tendenziell eher linken US-Medien diskutiert, ob Bees Wortwahl nicht ungeschickt gewesen sei - zumal sie vom politischen Thema, um das es der Komikerin eigentlich ging, abgelenkt habe.

feb/dpa

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