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Lottogewinner Erwin Lindemann: Loriot-Kollege Heinz Meier ist tot

Heinz Meier als Erwin Lindemann: Begeistern mit Spießigkeit Fotos
DPA

Er spielte in fast allen Loriot-Stücken mit und erreichte als überforderter Lottogewinner Erwin Lindemann Kultstatus: Am Sonntag ist Heinz Meier gestorben. Der Schauspieler wurde 83 Jahre alt.

Hamburg/Freiburg - "Zwei große Fehler hab ich gemacht", soll Loriot einmal zu Heinz Meier gesagt haben: "Ich hab mein Haus nicht unterkellert, und ich habe Sie den Lindemann spielen lassen." Diesen Satz zitierte Meier in einem SPIEGEL-Gespräch 2003. Für Vicco von Bülow und Evelyn Hamann stand Heinz Meier vor allem in den siebziger Jahren vor der Kamera.

Seine berühmteste Rolle war die des überforderten Lottogewinners Erwin Lindemann, der seine Pläne als Lottokönig vor der Kamera nennen sollte: "Im Herbst eröffne ich dann in Wuppertal eine Herrenboutique."

Daneben begeisterte er das Publikum unter anderem als Vater in "Loriot - Weihnachten bei Hoppenstedts" oder als Möbelpacker ("Ein Klavier, ein Klavier"). Meier war festes Ensemblemitglied bei Loriot. Er spielte in fast allen Loriot-Stücken mit und war auch im Jahr 1991 in Loriots Kinofilm "Pappa ante Portas" zu sehen. Gelegentlich spielte er auch in anderen Filmen mit, zum Beispiel den Wirt Willi in der Komödie "Frau Rettich, die Czerni und ich" (1998).

Heinz Meier wurde am 17. Februar 1930 in Ostpreußen geboren. Nach dem Abitur studierte er bis 1954 an der Universität Freiburg Geschichte und Literaturgeschichte. Er begeisterte sich aber auch für das Theater und nahm Schauspielunterricht bei Claus Günther und Kurt Hübner in Freiburg.

Mit Studienfreunden gründete er dort 1953 das Wallgraben-Theater. Es ist eines der ältesten Privattheater Deutschlands. Und es ist bis heute im Familienbesitz. Gemeinsam mit seiner Nichte Regine Effinger und deren Ehemann Hans Poeschl war Meier bis zuletzt Inhaber. Er war verheiratet mit der Schriftstellerin Gisela Bonsels, einer Enkelin von Waldemar Bonsels, dem Erfinder der legendären "Biene Maja".

Loriot und das Theater bestimmten Meiers Leben. "Es gibt keinen Menschen auf dieser Welt, der mich derart beeindruckt und inspiriert hat", hatte Meier nach dem Tod des Komikers im Jahr 2011 gesagt. Loriot habe ihn fürs Fernsehen und erstmals auch für komische Rollen entdeckt. Das Arbeiten mit ihm sei sehr bereichernd gewesen.

"Er hatte wie kein anderer eine Nase für Komik und war in der Zusammenarbeit ein ernster und rundum ehrlicher Partner und Förderer." Er und Loriot seien über die Jahrzehnte immer in einem engen Kontakt geblieben. "Zu den Glanzlichtern in meiner Post gehörten immer seine jährlichen Geburtstagsgrüße. Sie waren amüsant und zeugten von tiefem Respekt."

Am Sonntag starb Heinz Meier, wie das Wallgraben-Theater in Freiburg mitteilte. Er wurde 83 Jahre alt.

kha/dpa

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