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"Schreckliche Bilder, ständige Panik": Münchner "Polizeiruf" aus Primetime verbannt

Weil eine neue Folge des Münchner "Polizeiruf 110" über einen fiktiven Bombenanschlag auf ein Fußballstadion sehr düster ausgefallen ist, will sie der Bayerische Rundfunk erst nach 22 Uhr zeigen. Dabei handele es sich aber nicht um Zensur, betont der Fernsehdirektor der ARD-Anstalt.

Nach Bombenanschlag: Matthias Brandt und Anna Maria Sturm als neues "Polizeiruf"-Team Zur Großansicht
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Nach Bombenanschlag: Matthias Brandt und Anna Maria Sturm als neues "Polizeiruf"-Team

München - Der Bayerische Rundfunk (BR) verschiebt den neuen Münchner " Polizeiruf 110" aus Gründen des Jugendschutzes in den späten Abend. Wie der BR am Montag mitteilte, soll die Folge "Denn sie wissen nicht, was sie tun" der ARD-Sonntags-Krimireihe erst ab 22.00 Uhr gezeigt werden. Ursprünglich sollte sie am 25. September um 20.15 Uhr laufen. In dem von Hans Steinbichler inszenierten Krimi verübt ein Selbstmordattentäter einen Bombenanschlag auf ein Münchner Fußballstadion. "Eine Verschiebung der Sendezeit ist keine Zensur", sagte BR-Fernsehdirektor Gerhard Fuchs laut BR-Mitteilung. Es handle sich vielmehr um eine Entscheidung zum Schutz von Kindern.

"Ein späterer Sendetermin wird beidem gerecht, der Freiheit der Kunst und dem Jugendschutz", erklärte Fuchs, der den Krimi als künstlerisch herausragend bezeichnete. Die BR-Jugendschutzbeauftragte Sabine Mader hält die vielen "schrecklichen Bilder" nach dem Anschlag und die durchgängig gehaltene Spannung für problematisch. Hinzu komme die "ständige Panik" vor einem weiteren Attentat. Bei Kindern unter 14 Jahren könne dies nachhaltig Angst hervorrufen, kritisierte Mader. "Entspannende Momente, die für einen 20-Uhr-Krimi typisch sind und einer emotionalen Überreizung und Ängstigung von Kindern und Jugendlichen entgegen wirken, finden hier nicht statt." Der Sendeplatz für die "Polizeiruf 110"-Folge steht noch nicht fest. Derzeit werde nach einem geeigneten Termin gesucht, erklärte der BR.

Hans Steinbichler ist mit seinen intensiven, dicht inszenierten Heimatfilmen "Hierankl" und "Winterreise" bekannt geworden. Zuletzt war von ihm das Familiendrama "Das Blaue vom Himmel" mit Juliane Köhler und Hannelore Elsner im Kino zu sehen. "Denn sie wissen nicht, was sie tun" ist seine erste Arbeit für die "Polizeiruf"-Reihe. Auch neu dabei sind Matthias Brandt und Anna Maria Sturm, die nach dem Ausstieg von Edgar Selge und Michaela May als Münchner Kommissare übernommen haben. "Cassandras Warnung", die erste Folge mit dem neuen Team, läuft am 14. August in der ARD. Dominik Graf hat Regie geführt.

hpi/dpa

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1. .
Christian W., 25.07.2011
Hauptsache Filme wie "Der Soldat James Ryan" und Co. laufen weiterhin um 20.15. Übrigens sollten nicht die Medien, sondern die Eltern dafür verantwortlich sein, was sie ihre Kinder gucken lassen und was nicht.
2. Wer hat's erfunden?
hatem1 25.07.2011
Übrigens stammt die Geschichte nicht, wie man nach der Lektüre des Artikels vielleicht vermuten könnte, von Regisseur Steinbichler. Überraschung: Es gibt einen Autoren, der die Geschichte erdacht und das Drehbuch geschrieben hat: Christian Jeltsch. So viel Zeit muss sein.
3. .
Pepito_Sbazzagutti 25.07.2011
Zitat von sysopWeil eine neue Folge des Münchner "Polizeiruf 110" über einen fiktiven Bombenanschlag auf ein Fußballstadion*sehr düster ausgefallen ist, will*sie der Bayerische Rundfunk erst nach 22 Uhr zeigen. Dabei handele es sich aber nicht um Zensur, betont der Fernsehdirektor der ARD-Anstalt. http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,776502,00.html
Natürlich handelt es sich nicht um Zensur. Sowas hat der Bayerische Rundfunk schon in den 70ern und 80ern niiieee gemacht :-)
4. Naja
Gani, 25.07.2011
Zitat von Christian W.Hauptsache Filme wie "Der Soldat James Ryan" und Co. laufen weiterhin um 20.15. Übrigens sollten nicht die Medien, sondern die Eltern dafür verantwortlich sein, was sie ihre Kinder gucken lassen und was nicht.
Nur das in den um diese Zeit gezeigten Filme keine Verstümmelungen oder dergleichen zu sehen ist - der Film selbst wird verstümmelt und ist es als Gesamtwerk meist nicht mehr Wert gesehen zu werden. Selbst nach 23Uhr werden Filme auf allen Sendern im vorauseilendem Gehorsam zerstückelt und verstümmelt! Auf den Privaten gerne auch mit dem Hintergedanken gleich ganze Szenenblöcke rauszuschneiden, damit man noch mehr Werbung reinzimmern kann. Richtig, die traurige Wahrheit ist jedoch, es gibt im deutschen Fernsehen keinen Grund mehr sich einen Film anzusehen der mehr Spannung bietet als das Musikantenstadl. Insofern hat man diese Verantwortung den Eltern bereits abgenommen und bevormundet einfach alle Zuschauer.
5. nee
dadanchali, 25.07.2011
Zitat von Pepito_SbazzaguttiNatürlich handelt es sich nicht um Zensur. Sowas hat der Bayerische Rundfunk schon in den 70ern und 80ern niiieee gemacht :-)
Stimmt, aber der Hinweis im Text auf den Bayrischen Rundfunk ist überflüssig, das ergibt sich ;)) Wer sonst käme auf solch eine Idee? Um 22 Uhr liegt ein guter bayrisch katholischer 13jähriger natürlich im Bett.... ...und schaut von da aus den Film der ihn ohne diesen Zirkus wohl eher nicht interessiert hätte.
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