Initiative für betroffene Kinder US-"Sesamstraße" thematisiert Obdachlosigkeit

Lily ist pink, manchmal traurig - und die erste Figur aus der "Sesamstraße", die kein eigenes Zuhause hat. Zu sehen sind die Geschichten mit ihr online und in der US-Ausgabe der Kindersendung.

Lily aus der "Sesamstraße"
Sesame Street

Lily aus der "Sesamstraße"


Wenn die anderen Kinder nach einem gemeinsamen Spielnachmittag nach Hause gehen, wird Lily ganz still und traurig. Denn sie selbst hat kein eigenes Heim mehr, sie lebt mit ihren Eltern bei einer Bekannten.

Die "Sesamstraße" greift mit den kurzen Filmen ein Thema auf, das viele Menschen in den USA beschäftigt: Nach Angaben des Gesundheitsministeriums der USA sind dort mehr als 2,5 Millionen Kinder obdachlos, beinahe die Hälfte von ihnen ist unter sechs Jahren alt. Diese Kinder sind laut dem vom Ministerium finanzierten Programm "Head Start" besonderen körperlichen, emotionalen und psychologischen Stresssituationen ausgesetzt.

Die Lily-Filme der Non-Profit-Organisation Sesame Workshop, die die Sendung in den USA produziert, sind Teil einer neuen Initiative. Lilys Geschichte ist bisher nur auf einer Internetseite und im amerikanischen Original zu sehen. Die siebenjährige Lily soll Kindern, die ähnliche Traumatisierungen erfahren haben, helfen, über ihre Gefühle und Erfahrungen zu sprechen.

Eine Sprecherin des Sesame Workshop sagte anlässlich der Vorstellung der Initiative: "Wir möchten, dass obdachlose Kinder wissen, dass sie nicht allein sind und dass ein Heim mehr ist als ein Haus oder eine Wohnung. Ein Heim ist dort, wo die Liebe lebt."

SPIEGEL TV: So leben obdachlose Kinder in den USA

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Ganz neu ist die Figur der Lily nicht. In einem Special über Kinder, die nicht genug zu essen haben, tauchte die Puppe im Jahr 2011 schon einmal auf. Jetzt spendet sie Kindern in Not erneut Trost.

kae/dpa

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insgesamt 3 Beiträge
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larsmach 13.12.2018
1. Die Wirklichkeit ins Licht rücken - derweil Erwachsene sich ablenken
Es ist gut und richtig, gesellschaftliche Wirklichkeiten auch Kindern zu vermitteln - woher sonst sollen die verstehen, was "Obdachlosigkeit" für die betroffenen Menschen bedeutet. Derweil sind Erwachsene eher damit beschäftigt, sich an Aufreger-Themen hochzuziehen, die für den Lebensalltag der Menschen herzlich irrelevant sind.
hmoik 13.12.2018
2. die Sesamstrasse...
...ist wahrscheinlich so ziemlich das Beste, was jemals fürs Fernsehen entwickelt wurde. Die Qualität, Aktualität, Kreativität, Empathie sowie Liebe zum Detail, die die Macher immer wieder an den Tag legen, ist atemberaubend und einige der wenigen Dinge, die jemanden guten Gewissens neidisch machen dürfen. Chapeau !!
jhea 14.12.2018
3. Ob sie wissen..
dass in der Sesamstraße seit den 1970ern ein Charakter lebt, der kein eigenes Zuhause hat? Lily ist nicht der erste obdachlose Charakter :) das war Oscar, der lebte schon immer nur in der Mülltonne
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