Wer ist unlustiger als die Deutschen? Richtig, niemand. Zumindest wenn man den Machern der US-amerikanischen Zeichentrickserie "South Park" glaubt. Die küren die Deutschen in der Folge "Funnybot" der 15. Staffel zum humorlosesten Völkchen auf der Erde - noch vor den Japanern. Dabei wird mal wieder alles aus der Schublade geholt, was man so an Deutschen-Klischees zusammenkratzen kann. Und das ist, man ahnt es, nichts Gutes.
Von vorne: Jimmy, der gehbehinderte Junge aus der "South Park"-Truppe, initiiert eine Comedy-Award-Show in der Grundschule. Dabei soll neben dem lustigsten Schüler auch das unlustigste Volk gewählt werden. Zur Wahl stehen die Japaner, die Inuit vom Nordpol und eben die Deutschen. Die bekommen irgendwie Wind von dem unliebsamen Titel und zeigen sich in einem TV-Beitrag - natürlich! - humorlos.
Wutschnaubend steht ein kaum erkennbarer Bundespräsident Christian Wulff (oder sollte es doch sein Vorgänger Horst Köhler sein?) am Mikrofon und blafft in einem Deutsch, das die Anwendung von Internetübersetzungsprogrammen nahelegt: "Die Comedy-Award-Wahlen sind falsch!" Dann gibt es eine Kostprobe des deutschen Humors ("Ein Würstchenmacher kauft eine Müslibox"). Spätestens da muss man als Zuschauer schon ein bisschen schmunzeln, da sich die Macher bewusst bemühen, auch ja jedes Klischee zu bedienen.
In "South Park" sehen die Kinder Wulffs Wutanfall im Fernsehen und geraten prompt in Panik. Denn, wie jeder weiß, man legt sich lieber nicht mit den Deutschen an. Die laufen dann tatsächlich bis an die Zähne bewaffnet in der Grundschule auf. Selbst der Hinweis auf den "saftigen Juden" Kyle lenkt die teutonische Truppe nicht ab. Wie kann jetzt die Katastrophe abgewendet werden?
Ein deutscher Wissenschaftler in - auch die darf nicht fehlen - Lederhose lässt schließlich die deutsche Wunderwaffe los: Den "Funnybot". Er soll mit zotigen Sprüchen beweisen, dass die Deutschen eben doch lustig sein können. Und es funktioniert: Der Roboter avanciert mit Schlüpfrigkeiten binnen kürzester Zeit zum erfolgreichsten Comedian der Welt und macht die anderen Sprücheklopfer arbeitslos. Aber nur, um zu guter Letzt doch noch ein Blutbad anzurichten.
"South Park" sorgt seit seinem Debüt im Jahr 1997 immer wieder mit provokantem Humor und deutlich sexuellen Anspielungen für Kontroversen. Die Deutschen sind nicht die ersten, die durch den Kakao gezogen werden. Besonders Kanada muss immer wieder für Witzeleien herhalten. Doch nicht jeder lässt sich die satirischen Seitenhiebe gefallen: Scientologen sollen die beiden Erfinder Matt Stone und Trey Parker gezielt ausspioniert haben und verhinderten sogar die wiederholte Ausstrahlung einer umstrittenen Folge.
"South Park: Funnybot", Sonntag, 22.00 Uhr, Comedy Central
Hinweis: Der Artikel wurde in einer zweiten Version um die Information ergänzt, dass die Folge bereits im Mai erstmals in den USA zu sehen war.
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