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"Wetten, dass..?"-Abschied: Elstner kritisiert Gottschalk

Frank Elstner hat "Wetten, dass..?" erfunden, Thomas Gottschalk wurde mit der Show zum erfolgreichsten Entertainer Deutschlands. Jetzt kritisiert Elstner im Interview mit dem SPIEGEL seinen Kollegen. Der hätte die Sendung bei seinem Abschied nicht als "abgenagten Knochen" schmähen dürfen.

"Wetten, dass...?": Elstner kritisiert Nachfolger Gottschalk Fotos
dapd

Hamburg - Frank Elstner geht mit seinem Nachfolger bei "Wetten, dass..?" hart ins Gericht. Im SPIEGEL-Interview kritisierte er Thomas Gottschalk: "Ich halte ihn immer noch für den größten deutschen Entertainer", sagte er. "Aber dass er nach seinem Weggang vom ZDF ,Wetten, dass...?' als ,abgenagten Knochen' bezeichnet hat, fand ich als Erfinder dieser Show nicht in Ordnung - immerhin hat sie ihn zum Multimillionär gemacht."

Schon als Zuschauer von "Wetten, dass...?" habe Elstner sich geärgert, wenn Gottschalk "Weltstars zu Gast hatte und ihnen oft keine vernünftigen Fragen gestellt hat. Es reicht nicht, Lady Gaga einzuladen - man muss sich auch auf sie vorbereiten. Bei Thomas wirkt es immer so, als müsse sich ein Moderator nicht anstrengen." Er selbst dagegen habe bei "Wetten, dass..?" früher so geschwitzt, "dass ich mir in Hemden und Sakkos extra Dreiecke habe einnähen lassen".

Auch am Mainzer Heimatsender der Show übt Elstner Kritik: "Die Nachfolgesuche des ZDF war ein erbärmliches Schauspiel. Aber sie haben jetzt den Richtigen gefunden." Am 6. Oktober wird Markus Lanz der Nachnachfolger von Elstner sein, der nach eigenen Worten schon länger ein Fan des 43-Jährigen ist: "Ich hatte Lanz vor drei Jahren der ARD vorgeschlagen, aber deren Verantwortlicher lehnte ihn mit der Begründung ab, Lanz erinnere ihn an einen Kellner in einem Wiener Kaffeehaus. Ich bin sicher, die ARD ärgert sich heute schwarz."

Der 62-jährige Thomas Gottschalk hat am Samstagabend seinen ersten Auftritt beim "Supertalent"-Show auf RTL gefeiert. Mit der Quote lag die Sendung mit Gottschalk, Dieter Bohlen und Michelle Hunziker als Juroren in der Gunst der Zuschauer zwar an erster Stelle. Sie war aber schwächer als der Auftakt früherer Staffeln. Gottschalk war von RTL nach seinem gescheiterten ARD-Vorabendtalk überraschend verpflichtet worden. Hunziker war zuvor seine Co-Moderatorin bei "Wetten, dass..?" gewesen.

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"Das Supertalent": Gottschalk in der Hölle-Hölle-Hölle
Elstner will Moderatoren ausbilden

In dieser Woche erscheint Elstners Autobiografie "Wetten Spaß". Wie Elstner dem SPIEGEL mitteilte, will er an der Axel Springer Akademie künftig den Nachwuchs fördern: "Ich werde eine Meisterklasse leiten, in der junge Moderatoren ausgebildet werden." Um das Projekt zu bewerben, plant Elstner einen Spot, der viral verbreitet werden soll: "Darin werde ich mit dem Fallschirm aus einem Hubschrauber springen."

Akademie-Direktor Marc Thomas Spahl erklärte dazu: "Unser Ziel ist es, herausragende Talente zu entdecken und sie dann zu Moderatoren-Persönlichkeiten weiterzuentwickeln." Der Geschäftsführer der Fernsehsparte der Axel Springer AG, Claus Strunz, ergänzte: "Auch weil wir festgestellt haben, dass es derzeit zu viele Gleiche und zu wenige Gute gibt."

Zugangsvoraussetzungen werde es für die Moderationsschule nicht geben. Anfang Februar startet das Training. Bewerbungen werden ab dem 2. Oktober online entgegengenommen. Die Kosten übernimmt die Axel Springer Akademie.

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abl/dpa

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