Millionenbetrug beim Kika: Staatsanwälte klagen weitere Verdächtige an

Er soll geholfen haben, den Kinderkanal Kika in Millionenhöhe zu betrügen - nun muss sich ein Berliner Geschäftsmann vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft Erfurt hat Anklage gegen den mutmaßlichen Komplizen des bereits verurteilten Ex-KiKa-Mitarbeiters Marco K. erhoben.

Funkhaus des Mitteldeutschen Rundfunks in Erfurt: Weitere Anklagen im Betrugsskandal Zur Großansicht
dapd

Funkhaus des Mitteldeutschen Rundfunks in Erfurt: Weitere Anklagen im Betrugsskandal

Erfurt/Hamburg - Die juristische Aufarbeitung des Betrugsskandal beim Kinderkanal von ARD und ZDF (Kika) läuft auf Hochtouren: Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Erfurt weitere Anklagen erhoben. Sie richteten sich einerseits erneut gegen den ehemaligen Herstellungsleiter, andererseits gegen einen Geschäftsführer mehrerer Berliner Firmen. Ihnen werden 44 Fälle von Bestechlichkeit und Untreue sowie Bestechung vorgeworfen, die sie von 2006 bis 2010 begangen haben sollen.

Laut der Anklagebehörde gehe es unter anderem um 16 Scheinrechnungen, mit denen ein Schaden von 1,3 Millionen Euro angerichtet worden sei. Zudem soll der Berliner Geschäftsmann dem Kika-Manager im Jahr 2006 eine Reise nach Las Vegas mit mehr als 46.000 Euro sowie den Besuch des DFB-Pokal-Endspiels im Jahr 2010 mit gut 7000 Euro finanziert haben.

Der Geschäftsmann hat der Staatsanwaltschaft zufolge sämtliche Vorwürfe gestanden und geholfen, zuvor noch unbekannte Sachverhalte aufzudecken. Ihm drohen mehrere Jahre Haft. Allerdings sei kaum mit einem Prozessbeginn vor dem Sommer zu rechnen. Wegen des Millionenbetrugs beim Kika ermittelt die Staatsanwaltschaft noch gegen zehn andere Personen, so dass es zu weiteren Anklagen kommen kann.

Bereits im Sommer 2011 war der frühere Kika-Herstellungsleiter wegen Bestechlichkeit und Untreue zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Er hatte im Prozess gestanden, den Kinderkanal um Millionen geprellt zu haben, um seine Spielsucht zu finanzieren.

Ins Rollen gekommen war der Betrugsskandal durch die Selbstanzeige eines anderen Berliner Geschäftsmanns. Der 43-jährige Geschäftsführers einer Produktionsfirma hatte dem Sender in Absprache mit dessen damaligen Herstellungsleiter Scheinrechnungen gestellt. Den Großteil des dadurch veruntreuten Geldes strich dann der Kika-Manager ein. Als Motiv hatte der Berliner Geschäftsmann die finanzielle Schieflage seiner Firma angegeben. Das Landgericht Erfurt verurteilte ihn im Februar zu zwei Jahren Haft auf Bewährung.

fdi/dpa

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 1 Beitrag
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. .
recardo 21.03.2012
So isser insgesamt, unser "ORR"; nur dazu da, um die Leute um ihr Geld zu betrügen. Ob da jetzt offensichtliche Gangster dabei sind sich zu bereichern, oder die, die es mit politischer Unterstützung tun. Für den Zahler ohne Stimmrecht kommt es auf das selbe raus: Es wird immer teurer und kein Entscheider will entscheiden, das der Zahler mehr Rechte bekommt, dass darf in diesem System(Staats-TV) nicht vorkommen.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Kultur
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik TV
RSS
alles zum Thema Kika
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 1 Kommentar
  • Zur Startseite