NDR-Drehbuchskandal Staatsanwaltschaft legt Revision gegen Heinze-Urteil ein

Droht Doris Heinze doch Gefängnis? Die frühere NDR-Fernsehfilmchefin hatte dem Sender unter Pseudonym Drehbücher untergeschoben und erhielt eine Bewährungsstrafe. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Revision gegen das Urteil eingelegt. Es sei zu milde ausgefallen.

Die ehemalige NDR-Fernsehspielchefin Doris Heinze im Oktober vorm Landgericht Hamburg
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Die ehemalige NDR-Fernsehspielchefin Doris Heinze im Oktober vorm Landgericht Hamburg


Hamburg - Die Affäre um untergeschobene Drehbücher beim Norddeutschen Rundfunk ist noch nicht beendet. Acht Tage nach der Urteilsverkündung hat die Staatsanwaltschaft Revision gegen das Urteil des Hamburger Landgerichts eingelegt.

Am 8. Oktober hatte das Gericht Doris Heinze, die ehemalige Fernsehfilmchefin des NDR, zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung verurteilt.

Die Staatsanwaltschaft hatte drei Jahre gefordert. Eine Freiheitsstrafe von mehr als zwei Jahren kann nicht mehr auf Bewährung ausgesetzt werden, der Verurteile muss ins Gefängnis. Die Kammer sei mit ihrem Urteil sehr deutlich unter dem Strafantrag der Staatsanwaltschaft geblieben, sagte Oberstaatsanwalt Wilhelm Möllers am Dienstag, wie die Nachrichtenagentur dapd berichtet.

Die 63-Jährige hatte dem NDR mehrere Drehbücher unter Pseudonym untergeschoben, die entweder sie selbst oder ihr Mann geschrieben hatten.

Das Gericht sprach die 63-Jährige wegen Bestechlichkeit in fünf Fällen und Betrug in Tateinheit mit Untreue schuldig. Schon nach der Urteilsverkündung hatte die Staatsanwältin offenbar erwogen, in Revision zu gehen.

Gegen Heinzes Ehemann Claus Strobel erließ das Gericht eine Geldstrafe. Auch die die mitangeklagte Filmproduzentin Heike Richter-Karst wurde zu einer Geldstrafe verpflichtet. Strobel muss 180 Tagessätze à 18 Euro zahlen, Richter-Karst 300 Tagessätze zu sieben Euro.

kha/dapd

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insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
Pat-Riot 16.10.2012
1. Kleiner Knastaufenthalt
Zitat von sysopDPADroht Doris Heinze doch Gefängnis? Die frühere NDR-Fernsehfilmchefin hatte dem Sender unter Pseudonym Drehbücher untergeschoben und erhielt eine Bewährungsstrafe. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Revision gegen das Urteil eingelegt. Es sei zu milde ausgefallen. http://www.spiegel.de/kultur/tv/staatsanwaltschaft-legt-revision-ein-a-861638.html
ist für einen Krimiautor wie neuerdings Frau Heinze doch eine geradezu berufsfortbildende Maßnahme. Manche Leute bezahlen viel Geld für sowas. Man nennt es übrigens auch Recherche. Die Romane können dadurch nur authentischer werden. All das, was ihren zuckersüßen Drehbüchern so oft gefehlt hatte, kommt nun hinein: der Bezug zur Wirklichkeit.
reznikoff2 16.10.2012
2. Unbedingt
Ich habe gelacht, als ich diese Strafe gelesen habe. So eine Art größerer Strafzettel. Hier handelt es sich um systematischen Betrug. Und der muss härter bestraft werden. Sonst ist die Abschreckung gleich Null. In diesem Bereich wird ohnehin viel gemauschelt.
Simax 16.10.2012
3. Es geht doch nur um GEZ Gelder !
Was stellen sich das gemeine Volk und der Staatsanwalt denn so an ? In Staatsbetrieben und Rundfunkanstalten ist man da eher großzügig.
rudolf_mendt 16.10.2012
4. Presto
Hat Heinze eigentlich in U-Haft gesessen? Ich wette offiziell um jeden gewünschten Betrag, dass die Dame niemals in Gefängnis muss. Nicht in diesem Leben. Auch nicht im nächsten.
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