US-Comedy "Saturday Night Live" Pornostar Stormy Daniels stichelt gegen Trump

Stormy Daniels ist auf dem besten Wege, zum Popstar zu werden: In der US-Comedy-Show "Saturday Night Live" trat die Pornodarstellerin jetzt überraschend neben Hollywoodgrößen auf, um sich über den US-Präsidenten lustig zu machen.

Stormy Daniels in "Saturday Night Live"
DPA

Stormy Daniels in "Saturday Night Live"


"Ich weiß, Du glaubst nicht an den Klimawechsel, aber da zieht ein Sturm auf, Baby", sagte Pornodarstellerin Stormy Daniels am Samstagabend zu US-Präsident Donald Trump vor einem Millionenpublikum. Natürlich war es nicht der echte Trump, sondern sein Comedy-Wiedergänger Alec Baldwin, aber allein der Auftritt der echten Stormy Daniels in der Eröffnungssequenz der beliebten US-Show "Saturday Night Live" ("SNL") sorgte auf Twitter und anderen Social-Media-Kanälen für, nun ja, Stürme der Begeisterung.

In der rund sieben Minuten langen Szenen-Collage, an deren Ende Daniels sich einen koketten verbalen Schlagabtausch mit Trump/Baldwin liefert, treten außerdem eine ganze Reihe Entertainmentgrößen auf: Scarlett Johansson und Talkmaster Jimmy Fallon sind als Ivanka Trump und Jared Kushner zu sehen, Comedy-Veteran Martin Short spielt Trumps ehemaligen Leibarzt Harold Bornstein, "SNL"-Ensemblemitglied Kate McKinnon, verkörpert den glücklosen Trump-Berater Rudolph Giuliani.

Die "Hauptrolle" des in Split-Screen-Optik gefilmten Sketches spielt Ben Stiller als Trump-Anwalt Michael Cohen. Im Medien- und Justiz-Rummel um die an Daniels gezahlten 130.000 Dollar Schweigegeld versucht er, zu retten, was noch zu retten ist (Trump/Baldwin: "Ruf Stormy an und bring' das ein für allemal in Ordnung!"), aber er gerät immer wieder an andere Mitglieder aus Trumps Hofstaat, darunter Ehefrau Melania (Cecily Strong) und Pressesprecherin Sarah Huckabee Sanders (Aidy Bryant). Und die ganze Zeit hört das FBI den hysterischen Gesprächen auf den vermeintlich sicheren Leitungen zu, kopfschüttelnd.

Das allein wäre lustig genug, doch der Auftritt der echten Stormy Daniels ist das Sahnehäubchen. Während Trump/Baldwin ihr Anzüglichkeiten ins Ohr tutet ("Ich war noch nie so ängstlich und scharf zugleich") und ihr vorwirft, ihre Kampagne gegen ihn nur zu spielen, kontert sie schlagfertig: "Ich bin Pornodarstellerin, wir sind nicht dafür bekannt, gut schauspielern zu können". Nur sein Rücktritt könne sie zum Aufgeben bewegen, sagt sie dem grimassierenden Baldwin.

YouTube - Der komplette Eröffnungs-Sketch mit Stormy Daniels im Video:

Der echte US-Präsident bestreitet die Behauptung des Pornostars (bürgerlich: Stephanie Clifford), die beiden hätten 2006 eine Affäre gehabt. Trumps Anwalt Michael Cohen hatte Clifford wenige Tage vor der Präsidentschaftswahl 2016 130.000 Dollar gezahlt, damit sie ihre Version des Treffens nicht öffentlich macht. Trump hatte jüngst zugegeben, seinem Anwalt das Geld zurückerstattet zu haben, nachdem Giuliani entsprechende Hinweise darauf in einem Interview auf Fox News gegeben hatte.

Das überraschende Eingeständnis wird als Schachzug gewertet, um den Vorwurf der illegalen Wahlkampffinanzierung zu entkräften. Denn brisanter als die pikante Affäre mit einer Pornodarstellerin ist in der Daniels-Affäre längst eine ganz andere Dimension: Sollte die Zahlung nämlich geleistet worden sein, um kurz vor der Wahl eine negative Berichterstattung über Trump abzuwenden, hätte sie als Wahlkampfspende deklariert werden müssen. Dies geschah aber nicht. Kann Trump hier nicht geltend machen, dass die Zahlung eine reine Sache zwischen Privatleuten gewesen sei, dann droht ihm möglicherweise tatsächlich ein aufziehender Sturm.

bor



insgesamt 15 Beiträge
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bigben77 06.05.2018
1. Wie oft
bekommen wir noch zu lesen das Trump, wegen irgendwelchen Aussagen irgendwelcher Leute, Ungemach droht.
toll_er 06.05.2018
2. stark
Trotz allem und trotz Trump... ein starkes Land, in dem so eine Sendung möglich ist.
Kritik 06.05.2018
3.
Den Medien ist keine Wäsche zu schmutzig, um sie im Zusammenhang mit Donald Trump nicht zu waschen. Das ganze hat sich also vor zwölf Jahren zugetragen, und plötzlich gilt eine Pornodarstellerin, die unter anderem 130.000 $ Schweigegeld eingesteckt hat, um anschließend die Verschwiegenheitsvereinbarung zu brechen, als wahre Mutter Teresa oder Jeanne D'Arc, der man einfach alles glaubt. Normalerweise würden die Journalisten die Frau noch nicht mal mit einer Kneifzange anfassen, aber wenn es dazu dient, Negatives über Donald Trump zu berichten, Ist jedes Mittel recht. Wohl gemerkt ich verabscheue Donald Trump sehr, Insbesondere seine Geltungssucht.
wiseguyno1 06.05.2018
4. Oooh ... mir kommen die Tränen
Da bekommt der Nachäffer von Behinderten und bekennender 'pussy-grabber' DT mal etwas von seiner eigenen 'Medizin' eingeschenkt und sofort schreit seine Fanbase entrüstet auf und keilt gegen die "pösen Medien"!
Kritik 06.05.2018
5. Ich mag Donald Trump ganz und gar nicht!
An seiner Stelle würde ich die Pornodarstellerin aber wegen der nicht eingehaltenen Verschwiegenheitsvereinbarung über alle Instanzen verklagen, damit sie wenigstens ihre Anwälte bezahlen muss und von diesem schmutzigen Geld nichts mehr übrig behält. Was bin ich froh, dass wir in Deutschland nicht so ein vom Geld getriebenes Rechtssystem haben.
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