"SZ"-Bericht: Erhöhung der GEZ-Gebühren könnte erstmals ausfallen

Die Rundfunkgebühren könnten laut "Süddeutscher Zeitung" auch nach Ablauf der Gebührenperiode stabil bleiben - es wäre ein Novum. Weil die Öffentlich-Rechtlichen fast 1,5 Milliarden Euro zusätzlich fordern, müsste der Monatsbetrag um 88 Cent steigen. Doch die zuständige Kommission rät ab.

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ZDF-Moderator Jörg Pilawa: Das Motto seiner Show gilt auch für die Öffentlich-Rechtlichen

Berlin - Der magische Betrag lautet 17,98 Euro. So hoch sind die monatlichen Rundfunkgebühren derzeit. Und ginge es nach ARD und ZDF, wären es ab dem übernächsten Jahr 88 Cent mehr. Ab 2013 müssten die Gebührenzahler dann pro Monat 18,86 Euro zahlen.

Doch nun berichtet die "Süddeutsche Zeitung" ("SZ"), dass es wohl nicht zu einer Erhöhung kommen wird. Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF) schlage keine Veränderung der Abgabenhöhe vor, berichtete die Zeitung am Samstag in ihrer Online-Ausgabe.

Voraussetzung für das Einfrieren der Beiträge sei die Reform der Gebühren, die Umstellung auf die sogenannte Haushaltsabgabe. Nach Angaben der "SZ" würde dies bedeuten, dass die Erhöhung der Rundfunkgebühren zum ersten Mal ausfiele. Die KEF war am Samstag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die ARD, die den KEF-Bericht noch nicht kennt, zeigte sich von der Meldung nicht überrascht. "Sollte die unabhängige Gebührenkommission KEF offiziell mitteilen, dass sie keine Erhöhung der derzeitigen Gebühr von 17,98 Euro vorschlägt, so entspräche das ganz den Erwartungen in der ARD", teilte die ARD-Vorsitzende Monika Piel am Samstag mit.

7,5 Milliarden Euro Gebühren pro Jahr

Die ARD habe bereits von sich aus alles dafür getan, dass die Gebühr für weitere zwei Jahre - und damit für mindestens sechs Jahre - stabil bleibe. Für die kommende Gebührenperiode von 2013 bis 2016 seien weitere Einsparungen von mehr als einer Milliarde Euro geplant.

Die öffentlich-rechtlichen Sender wollen zusammen etwa 1,47 Milliarden Euro extra für die nächste Gebührenperiode. Daran hatte es scharfe Kritik gegeben. Gegenwärtig erhalten ARD und ZDF etwa 7,5 Milliarden Euro pro Jahr vom Gebührenzahler.

Von 2013 an soll eine neue Erhebungsmethode gelten. Dann werden alle Haushalte zur Kasse gebeten und nicht mehr nur diejenigen mit Rundfunkempfang. Dieser Haushaltsabgabe haben aber noch nicht alle Länderparlamente zugestimmt.

Der KEF-Vorsitzende Heinz Fischer-Heidlberger hatte die Hoffnungen der Sender auf eine Aufstockung in diesem Umfang kürzlich bereits gedämpft. In dem Online-Bericht der "SZ" heißt es, Fischer-Heidlberger habe sich zu der erwarteten Gebührenempfehlung der KEF nicht äußern wollen. Die Zeitung schreibt weiter, dass die KEF das Einfrieren der Gebühren für sinnvoll halte, um die Einkünfte aus der geplanten Haushaltsabgabe abzuschätzen.

böl/dpa

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insgesamt 60 Beiträge
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1. .
Rainer Helmbrecht 01.10.2011
Zitat von sysopDie Rundfunkgebühren könnten laut "Süddeutscher Zeitung" auch nach Ablauf*der Gebührenperiode stabil bleiben - es wäre ein Novum.*Weil*die Öffentlich-Rechtlichen*fast 1,5 Milliarden Euro zusätzlich fordern,*müsste der*Monatsbetrag um 88 Cent steigen, doch die zuständige Kommission rät ab.......
Wenn Dir der Staat die Hand gibt, vergiss nicht danach Deine Finger zu zählen. Schließlich zahlen wir ja neuerdings eine Flatrate, zwei Erhöhungen trauen sie sich wohl doch nicht, pro Jahr. Bald singe wir wieder das schöne Lied: Alle Jahre wieder...... MfG. Rainer
2. GEZ - und die Gebühren
weltbetrachter 01.10.2011
staatlich legitimierte Geldeintreiber verzichten auf etwas. Das wäre ja ein Paradigmenwechsel. - Das glaube ich erst dann, wenn es dazu gekommen ist. - Die ARD sollte an ihren mehrfachen Verwaltungsapparaten sparen. Dann ist für mehrere Jahrzehnte genug Geld da. Die parallel betriebenen Sendeanstalten mit komplexen Verwaltungen gehören im Zeitalter der modernen Kommunikationstechniken in ein Museum.
3. Gez
crocodil 01.10.2011
Brauchen wir überhaupt noch ARD/ZDF, die nur Geld verschleudern? Die Privaten finanzieren sich selbst. Aber ARD/ZDF kriegen den Rachen nicht voll, und setzen trotz 7,5 Mrd. GEZ Einnahmen auch noch Werbung ein.
4. .
mindphuk 01.10.2011
Ich frage mich, wofür die 1,5 Mrd. mehr fordern, für mehr Schnulli und Kram? Die ÖR kommen doch schon längst nicht mehr ihrem Auftrag nach und sind zu einem Selbstbedienungsladen für sogn. Stars geworden.
5. alles wird eben
alaxa 01.10.2011
Zitat von Rainer HelmbrechtWenn Dir der Staat die Hand gibt, vergiss nicht danach Deine Finger zu zählen. Schließlich zahlen wir ja neuerdings eine Flatrate, zwei Erhöhungen trauen sie sich wohl doch nicht, pro Jahr. Bald singe wir wieder das schöne Lied: Alle Jahre wieder...... MfG. Rainer
Alles wird eben dem großen Ziel, der Überführung Deutschlands in eine zentral gelenkte EU, untergeordnet indem relativ unbedeutende Erhöhungen von Gebühren, Steuern und sonstigen Abgaben für eine gewisse Zeit zurück gestellt werden. Nur so kann man das Vertrauen mancher Leute zurück gewinnen.
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