Mainz/Hamburg - Es war der etwas andere Talk, nun findet er auch ein etwas anderes Ende - ein kurzfristiges, anscheinend im Streit: Die ZDFkultur-Show "Roche & Böhmermann" wird nicht fortgesetzt. Das teilte das ZDF am Montag in Mainz mit.
Der Sender hatte noch im Dezember angekündigt, dass von März an neue Ausgaben mit den Moderatoren Charlotte Roche und Jan Böhmermann gesendet werden sollen - in der Wiederholung sogar im Hauptprogramm. Bislang lief der Talk nur im Digitalsender ZDFkultur.
"Leider konnte keine Einigung zwischen den Beteiligten darüber erzielt werden, wie die Sendung fortgeführt werden soll", sagte die Koordinatorin von ZDFkultur/3sat, Dinesh Kumari Chenchanna, laut einer ZDF-Mitteilung. "Wir befinden uns aber weiterhin im Gespräch mit den beiden Protagonisten über neue Formate."
Vom 3. März an soll "Roche & Böhmermann" in ZDFkultur wiederholt werden. Das Duo Roche und Böhmermannwar am 4. März 2012 auf Sendung gegangen, bislang gibt es 16 Folgen. Ursprünglich war geplant gewesen, 2013 insgesamt zwölf neue Ausgaben auszustrahlen.
Böhmermann hatte im November 2012 dem Magazin "Neon" gesagt: "Ich habe keinen Bock, mit Nischenproduktionsbudget eine Nischenproduktion für ein Nischenhonorar zu machen, das ist natürlich unbefriedigend! Damit wir das Fernsehen retten können, sollen unsere Sendung mehr Leute sehen."
Dem Mediendienst DWDL zufolge soll aber der Grund für das Aus in Verstimmungen zwischen Charlotte Roche auf der einen und dem Produktionsteam inklusive Jan Böhmermann auf der anderen Seite liegen. So soll Roche den Wechsel der Produktionsfirma verlangt haben. Die jungen Produzenten Philipp Käßbohrer und Matthias Schulz hatten im vergangenen Oktober für die mit Retro-Design ausgestattete Show den Deutschen Fernsehpreis bekommen.
"Roche & Böhmermann" habe dafür gestanden, "die Regeln des von schnarchnasigen Shows wie '3nach9' oder der 'NDR-Talkshow' definierten Schwatzbuden-Genres möglichst frech zu unterlaufen", urteilte SPIEGEL-ONLINE-Autor Andreas Borcholte über die Sendung und kürte sie zu einem Fernseh-Highlight des Jahres - leider offenbar nur des Jahres 2012.
feb/dpa/dapd
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