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06. August 2018, 12:16 Uhr

TV-Quote

Nur 4,79 Millionen Zuschauer für "Tatort"-Experiment

90 Minuten, gedreht in nur einer Kamerafahrt: "Die Musik stirbt zuletzt" war eine außergewöhnliche "Tatort"-Episode - und begeisterte die Kritik. Die Zuschauer blieben aber weg.

"Schuld und Bühne, hoch verdichtet", urteilte unser Kritiker über den Schweizer "Tatort" am Sonntag (lesen Sie hier die ganze Besprechung) - und bewertete den Film, in dem Regisseur Dani Levy einen Giftanschlag auf einen Musiker in nur einer Einstellung inszeniert, mit 9 von 10 Punkten. Ein Publikumsmagnet war "Die Musik stirbt zuletzt" aber nicht: 4,79 Millionen Zuschauer verfolgten den Film. An dem Sommerwetter kann es allein nicht liegen, auch der Marktanteil betrug nur 17,5 Prozent.

Der bislang schwächste "Tatort"-Krimi in der jüngeren Vergangenheit war der 130 Minuten lange Kinofilm "Off Duty" mit Til Schweiger am 8. Juli dieses Jahres, der 5,34 Millionen Zuschauer bei einem Marktanteil von 18,6 Prozent hatte. Das österreichische Stück "Hiob" kam im Jahr 2010 auf 5,93 Millionen Zuschauer - gefolgt vom Kieler "Tatort: Borowski und das Fest" 2017 mit 6,11 Millionen und dem Schweizer Krimi "Schutzlos" 2015 mit 6,12 Millionen. Ein "Tatort" mit guten Quoten erreicht um die neun, manchmal auch deutlich über zehn Millionen Zuschauer.

Das Luzerner Ermittlerteam, das Ende 2019 abgesetzt wird, bringt insgesamt die schlechtesten Einschaltquoten aller Kommissare, die Krimis unterbieten regelmäßig die Sieben-Millionen-Marke. Für den SRF sei der Flückiger-"Tatort" aber eine Erfolgsgeschichte, sagte der zuständige Spielfilmchef im Frühjahr:In der Schweiz werde ein Marktanteil von über 30 Prozent erreicht.

Und etwas Trost bleibt ohnehin: Besser als das Testspiel des FC Bayern gegen Manchester United (1:0) auf RTL schlug sich der Krimi: In der ersten Halbzeit sahen 3,14 Millionen Zuschauer das Spiel, in der zweiten 3,44 Millionen.

eth/dpa

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