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06. August 2018, 04:12 Uhr

Krimi-Vote

Wie fanden Sie den Schweizer "Tatort"?

Ein echtes Orchester, eine gelungene Geschichtsstunde - und virtuose Kamerakunst: "Die Musik stirbt zuletzt" war großes "Tatort"-Kino. Wie ist Ihre Meinung?

"Keine Angst, es gibt ein Fernsehgebot, dass man einem sterbenden Menschen nicht zusehen darf." So sprach eine der Figuren dieses "Tatort" sarkastisch in die Kamera - um dann doch am Ende elendig zu verrecken. Aber in dieser Schweizer Episode war sowieso einiges anders, als man es von der Reihe gewohnt ist.

Regisseur und Autor Dani Levy hatte vor fünf Jahren schon mal einen ziemlich irren Fasnacht-"Tatort" für das Schweizer Fernsehen in Szene gesetzt. Sein neues Krimiwerk drehte er in einer einzigen langen Einstellung, was für eine enorme erzählerische Dynamik sorgte. Hauptattraktionen waren hier die Kamera und die Musik.

Bei einem Konzert des Jewish Chamber Orchestra aus Buenos Aires in Gedenken an ermordete jüdische Komponisten wurde ein Klarinettist vergiftet, der über die Vergangenheit eines reichen Schweizers auspacken wollte. Dieser hatte offenbar während des Zweiten Weltkriegs am Leid jüdischer Flüchtlinge verdient, indem er als sogenannter Intermediär gegen stattliche Honorare deren Flucht organisierte.

Die Kommissare ermittelten während der Live-Darbietung zu einem schier unendlichen Kameraflug zwischen Konzertbühne und Backstagebereich. Dass der inszenatorische Kraftakt so überzeugend rüberkam war auch der Tatsache zu verdanken, dass das fiktive argentinische Jewish Chamber Orchestra von Mitgliedern des realen Jewish Chamber Orchestra Munich dargestellt wurde.

Wir schrieben: "Großes Tatort-Kino und gaben 9 von 10 Punkten". Wie würden Sie den Schweizer "Tatort" bewerten?

cbu

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