Zeigen die Ermittler richtigen Einsatz?
Naja, Keppler (Martin Wuttke) und Ballauf (Klaus J. Behrendt) hauen sich beim ersten Kennenlernen die Nase blutig, aber Schenk (Dietmar Bär) und Saalfeld (Simone Thomalla) raspeln die ganze Zeit nur Süßholz. Arbeit fühlt sich anders an.
Wie blutig ist die neue Folge?
Nicht so sehr. Leichen werden hier nicht aufdringlich ins Bild geschoben. Die Mädchen auf dem Babystrich in ihren Miniröcken und Hotpants umso mehr. Inszenatorisch äußerst schmuddelig mutet es an, wie die 14-Jährigen sich hier präsentieren müssen, ohne dass es dafür in der Geschichte eine Notwendigkeit gibt. Voyeurismus regiert.
Wie steht's um die Komik?
Eher mau. Außer man findet es lustig, dass Bulle Schenk hier um seine Kollegin Saalfeld herumtappst wie einst der dicke Oliver Hardy beim Balzen.
Kann man die Geschichte glauben?
Nein. Man merkt es der "Tatort"-Doppelfolge an, wie die Macher sich mühen mussten, eine Geschichte zu konstruieren, in der das Kölner und Leipziger Revier gleichberechtigt auftauchen.
Wer hat den besten Auftritt?
Inmitten der Altmänner-Bräsigkeit behält die junge Schauspielerin Lotte Flack als Vergewaltigungsopfer erstaunlich gut ihre Würde.
Was ist der schlechteste Spruch?
Nachdem Hauptkommissarin Saalfeld einem Punk-Mädchen drei Dosen Futter für ihren Hund geschenkt hat, mahnt sie jovial: "Tust du mir einen Gefallen? Rufst du mal deine Mutter an?" Klar, so leicht lassen sich die Probleme von Straßenkindern lösen.
Lohnt das Einschalten?
Nein. Verbringen sie die drei Stunden lieber mit den amerikanischen Krimi-Serien, die hier mehr schlecht als recht kopiert werden.
Und wenn ich mehr über diesen "Tatort" wissen will?
Unser Kollege Heiko Hebig guckt heute für SPIEGEL ONLINE den Tatort und twittert live auf @SPIEGEL_Kultur.
cbu
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