ARD-Sonntagskrimi Der neue Möhring-"Tatort" im Schnellcheck

Flucht, Folter, Terror - Wotan Wilke Möhring wird als Kommissar Falke in Oldenburg mit den Auswüchsen des syrischen Bürgerkriegs konfrontiert. Ein harter, ein guter "Tatort".

ARD

Was ist das Thema?

Der Bürgerkrieg in Syrien und die Stellvertreterkämpfe in Deutschland. Die beiden Bundespolizisten Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) und Katharina Lorenz (Petra Schmidt-Schaller) müssen den Foltermord an einem Syrer aufklären - und geraten dabei in das Interessengeflecht der kleinen syrischen Gemeinde in Oldenburg.

Wie blutig ist die neue Folge?

Mäßig blutig - und trotzdem sehr hart. Das Opfer wird hier mit zwei Äpfeln ermordet, die der Täter dazu genutzt hat, auf grausame Weise einen Herz-Kreislauf-Stillstand zu verursachen.

Gibt es einen gesellschaftspolitischen Auftrag?

Ja. Flucht, Folter, Terror - dieser "Tatort" platzt themenschwer in die zurzeit tobende Asyldebatte. Und zeigt, dass Syrien nicht so weit weg ist, wie sich das mancher einredet.

Die schönste Szene?

Falke und Lorenz am Tresen. Er bestellt zwei Gläser Milch und zwei Korn - und schüttet sie zusammen. "Billstedter Milch", sagt der Asi aus Hamburg-Billstedt. Bitte nicht nachmachen, schmeckt nicht, knallt nicht, Rezeptur wurde von Schauspieler Möhring selbst erfunden!

Der beste Auftritt?

Brigitte Kren als Gerichtsmedizinerin Dr. Evers. Die Mutter des Regisseurs Marvin Kren hat hier als kleine resolute Obduktionsgouvernante einen trocken-komischen Auftritt, der die kleinwüchsige Kollegin im Münsteraner "Tatort" locker in den Schatten stellt. Alberich auf Speed.

Wer sind die Macher?

Regisseur Marvin Kren ist einer dieser jungen talentierten Genre-Malocher. Mit "Rammbock" hat er 2010 für wenig Geld einen 1a-Zombieschocker vorgelegt, und schon den letzten Möhring-"Tatort" hatte er in Richtung Verschwörungsthriller aufgepeppt. Autor Friedrich Ani hat mit seinen Tabor-Süden-Romanen viele Fans gefunden und lieferte Drehbücher für Ausnahmekrimis wie Dominik Grafs "Das unsichtbare Mädchen".

Und: Können wir das alles glauben?

Ja, ein schlüssiges Szenario mit glaubhaften Figuren. Auch wenn es das eine oder andere Krimi-Bausatz-Element gibt.

Lohnt das Einschalten?

Unbedingt. Harter Krimi, gute Geschichte, hohe Relevanz.

Und wenn ich mehr über diesen "Tatort" wissen will?

Dann bitte hier weiterlesen!


"Tatort: Die Feigheit des Löwen", Sonntag, 20.15 Uhr, ARD

Arno Frank kommentiert für uns den "Tatort" am Sonntag live auf Twitter.



insgesamt 4 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
klowasser 30.11.2014
1.
Ich habe soeben ausgeschaltet. Enorm konstruiert alles, das macht keinen Spaß. Aber davon war ja auszugehen, da SpiegelOnline den Tatort ja empfohlen hat, da konnte er ja nur schlecht sein. Es wird wirklich immer schlimmer, früher, da war es gut, ein Mord, es wird ermittelt und am Ende war es der Gärtner, heute haben die Ermittler immer psychische Leiden, sind Alkoholiker, oder in die Tat verwickelt. Heutiger Tatort nein Danke. Da schaue ich mir lieber eine der SOKOs an vom ZDF.
willimasoagen 30.11.2014
2. So ein Blödsinn
Mir fehlt da jeglicher Zugang. Kein roter Faden, keine Empathie, keine Sympathie, keine Spannung, verlorene Zeit. Und ein nuschelnder Möhring. Wer rezensiert eigentlich solchen Schwachsinn? Der Tatort am Wochenende zuvor mit Richy Müller hat mir ausserordentlich gut gefallen. Zu loben auch der Ton Ingenieur, wegen guter Sprachverständlichkeit.
walter_white 01.12.2014
3. Guter Tatort
Wenn man nicht, wie manche das gerne machen, möglichst jedes Haar in der Suppe finden will, dann gefällt dieser Tatort. Das unglaubwürdigste ist für mich der Syrische Arzt mit seiner knapp 30 cm größeren blonden Frau.
002614 01.12.2014
4. Egal welcher
Zitat von willimasoagenMir fehlt da jeglicher Zugang. Kein roter Faden, keine Empathie, keine Sympathie, keine Spannung, verlorene Zeit. Und ein nuschelnder Möhring. Wer rezensiert eigentlich solchen Schwachsinn? Der Tatort am Wochenende zuvor mit Richy Müller hat mir ausserordentlich gut gefallen. Zu loben auch der Ton Ingenieur, wegen guter Sprachverständlichkeit.
Tatort oder anderer Fernsehfilm (oft auch Kinofilme), es ist ärgerlich, wenn so leise gemurmelt oder genuschelt wird, daß man es einfach nicht versteht, auch wenn man eigentlich nicht schwerhörig ist. Nur solche Schauspieler können es, die auch auf der Bühne stehen. - Und der Toningenieur könnte auch darauf achten, daß die Musik den Text nicht übertönt.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.