ARD-Sonntagskrimi Der "Tatort" aus der Schweiz im Schnellcheck

Tote schlafen fest? Nicht in diesem "Tatort". Reto Flückiger und Liz Ritschard werden in dem Krimi über Suizide und Familientragödien mit Gespenstern konfrontiert.

ARD/ Daniel Winkler

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Das Szenario:

Die Lebenden im Würgegriff der Toten. Ein Reisebusfahrer ist auf nächtlicher Fahrt zum dritten Mal mit einem Freitod konfrontiert und droht daran zu zerbrechen. Eine Familie trauert noch immer um ihren Vater, der vor 13 Jahren beim Tsunami in Fernost ums Leben gekommen sein muss. Und Reto Flückiger (Stefan Gubser) und Liz Ritschard (Delia Mayer) sind sowie immer von Leichen umgeben. Nun stellen die beiden fest, dass der Tote unter den Rädern des Reisebusses der Familienvater sein könnte, der 2004 in Thailand umgekommen ist.

Der gesellschaftspolitische Auftrag:

Freitod in der Schweiz - das assoziiert man meist mit Sterbebegleitung, also dem assistierten Suizid. Hier nun geht es um Menschen, die sich vor Busse oder Bahnen werfen und wie sie diejenigen verfolgen, die ihren Tod mit ansehen mussten. Ein "Tatort" voller Gespenster.

Der verzweifelte Dialog:

Kommissar Flückiger, der zur Unfallstelle gerufen wurde und den Busfahrer kennt, versucht Beistand zu leisten. Er sagt: "Es ist eine Sauerei, dass Unschuldige reingezogen werden." Der andere: "Das machen die immer so." Am Ende des Gesprächs sagt der Kommissar: "Du darfst das nicht persönlich nehmen, wenn ich in meinem Job alles persönlich nehmen würde."

Der verliebte Dialog:

Kommissar Flückiger trifft seine Geliebte. Die prostet ihm zu: "Auf unseren Jahrestag!" Erwidert er: "Der ist erst in drei Wochen, ich habe noch die Hotelrechnung." Korrigiert sie: "Der erste Kuss zählt, nicht die erste Hotelrechnung."

Der Plausibilitätsfaktor:

Mittel. Welche Wunden der Tod anderer Menschen hinterlassen kann, ist rigoros in Szene gesetzt, die Figuren sind in sich schlüssig. Wie sie allerdings in Beziehung gesetzt werden, ist nicht immer ganz plausibel. Meister Zufall hat ein bisschen viel beim Plot geholfen.

Die Bewertung:

7 von 10 Punkten. Hier werden kompromisslos die Lebenden mit den Toten konfrontiert. Ein "Tatort", der kein Wohlfühlende verspricht.

Die ausführliche Analyse:

Lesen Sie bitte hier weiter!

"Tatort: Zwei Leben", Sonntag, 20.15 Uhr, ARD



insgesamt 7 Beiträge
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Seite 1
i.dietz 17.09.2017
1. Der
Fernsehabend ist gerettet ! Denn: ohne Krimi gehe ich nicht ins Bett !
palef 17.09.2017
2. ..ach Fuß...
..einfach weitermachen mit der Therapie...Dann klappt's auch mit der Sommerbräune. Ihre Beiträge sind eh erstaunlich..kein Wunder...
egoneiermann 17.09.2017
3.
Leider wohl immer noch mit schlechter Synchro, das tue ich mir nicht an.
cafe-wien 17.09.2017
4. Immer wieder lustig...
..., wenn ein Tatort-Kommissar einen Selbstmörder (in diesem Falle eine Kommissarin eine Selbstmörderin) mit der Waffe bedroht. Denkt irgendwer bei Drehbuch und Regie mit? Offenbar nicht. Und dann wird dieser Tatort auch noch nachträglich synchronisiert. Das aber derart schlecht, dass der Mund andere Bewegungen macht als die gesprochene Sprache, die aus selbigem strömt (asynchron). Die Charakterzeichnung insbesondere der Assistentin vom Flücki ist derart blaß, dass man sich an die Soap erinnert fühlt. Und nächste Woche gibt's dann wieder keinen Tatort wegen... naja.
diotto 17.09.2017
5. Erstaunlich sehenswert
Nur die letzten Szenen auf der Brücke hätte man besser ausgelassen. Natürlich wird wieder einmal das Bild von der ach so bedauernswerten Täterin überzeichnet. Hach, die arme Frau. Ansonsten gut entwickelt.
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