Ostermontag-Krimi Der Dortmund-"Tatort" im Schnellcheck

Bankraub im Auftrag des "Islamischen Staats", Terror auf deutschen Straßen: Der Dortmunder "Tatort" liefert explosiven Debattenstoff. Schade nur, dass man den Figuren nichts glaubt.

WDR/ Frank Dicks

Von


Das Szenario:

Dschihad in Deutschland. Ein zum Islam konvertierter deutscher Bankangestellter hat sich mit Sprengstoffgürtel in der Innenstadtfiliale seines Arbeitgebers verschanzt. Offensichtlich transferiert er Geld für den sogenannten Islamischen Staat von fremden Konten. Ausgerechnet der Pillenfresser Peter Faber (Jörg Hartmann) versucht ihn zum Aufgeben zu überreden - von tickender Zeitbombe zu tickender Zeitbombe sozusagen.

Der gesellschaftspolitische Auftrag:

Zum einen versucht dieser "Tatort" nachzuzeichnen, wie religiöse Verblendung auch deutsche Mittelstandsfamilien befallen kann, zum anderen zeigt er durch sein grausames Ende, dass absolute Sicherheit in Zeiten des Terrors eine Illusion ist. Reichlich Debattenstoff für ein "Tatort" - der schon vor der jetzigen Ausstrahlung zutage trat. Aufgrund des Anschlags von Berlin kurz vor Weihnachten wurde der Film bereits aus dem Programm genommen und sorgte für Streit über die Frage, wie viel grausame Wirklichkeit eigentlich in einem "Tatort" enthalten sein darf.

Der gefährlich verlogene Dialog:

"Was ist mit Ihrem Mann da drin, ist er psychologisch geschult?", fragt der SEK-Leiter die Kollegin von der Dortmunder Mordkommission. "Unbedingt", sagt die Kollegin - und verschweigt, dass ihr Kollege Faber eher in der Kunst der Eskalation als in der des Befriedens geschult ist.

Fotostrecke

8  Bilder
Faber-"Tatort": Der deutsche Dschihad

Der brutal ehrliche Dialog:

Der verwuschelte Nerd vom Einsatzkommando, der sich in die Transaktionen des Selbstmordattentäters einhacken soll, begrüßt die junge Kollegin von der Mordkommission mit einem bekifften Lächeln und den Worten: "Hi, call me Mickey." Die trockene Antwort: "Hi, call me Oberkommissarin Dalay."

Der Plausibilitätsfaktor:

Mäßig. Den Dschihad als deutsches Familiendrama zu erzählen, geht nicht auf. Seine Sprengkraft verdankt dieser "Tatort" vor allem den Parallelen zum Berliner Anschlag. Die Figuren aber bleiben Behauptung, trotz geschmeidiger Monologe erscheint ihr Handeln unglaubwürdig.

Die Bewertung:

5 von 10 Punkten. Trotz des spektakulären Endes: Für einen Dortmund-"Tatort" zu wenig.

Die ausführliche Analyse:

Lesen Sie bitte hier weiter!


"Tatort: Sturm": Ostermontag (!), 20.15 Uhr, ARD



insgesamt 50 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Grammatikfreund 17.04.2017
1. Adieu Kossik
Der Tatort heute Abend ist der letzte mit Daniel Kossik/Stefan Konarske. Er wird mir fehlen. Die spannendste Frage lautet daher, was für einen Abgang man sich für ihn ausgedacht hat.
fisschfreund 17.04.2017
2.
da herr buß sowieso keine ahnung von krimis hat (warum rezensiert der nicht autorenfilme auf arte?) , wird der tatort bestimmt gut.
lordofaiur 17.04.2017
3.
Langsam kann ich diesen Müll nicht mehr ertragen. Wieder einmal war es der Deutsche, der zum Dschihadistem mutierte. Sind die Drehbuchschreiber mittlerweile von allen guten Geistern verlassen?
cater 24567 17.04.2017
4. 10 Minuten
Ok. Ich hab gerade umgeschaltet. 10 Min. Von diesem kranken Möchtegernschauspieler und eine debilen Text genügen
isegrim der erste 17.04.2017
5. Das war wieder einmal nichts!
Eben ausgeschaltet, nie wieder ein Tatort aus Dortmund!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.