ARD-Sonntagskrimi Der Dortmund-"Tatort" im Schnellcheck

Auf Kneipentour mit einem Oligarchen, im Clinch mit osteuropäischen Schaukämpfern - beim Dortmunder "Tatort" verrutschen Heiterkeit und Härte. Immerhin: Die Dialoge haben einen starken Punch.

WDR/ Thomas Kost

Das Szenario:

Saufen und Raufen auf die ganz harte Tour. Nachdem am Stadtrand die verkohlte Leiche eines osteuropäischen Kampfsportlers gefunden wurde, hängt sich Kommissarin Bönisch (Anna Schudt) undercover an einen russischen Oligarchen, mit dem sie in Kaschemmen Wodka trinkt. Kollege Faber (Jörg Hartmann) spürt derweil einem Fightclub hinterher, in dem Söldner aus ehemaligen Sowjetrepubliken bis zum Exitus gegeneinander antreten. Hat der Oligarch bei den Schaukämpfen seine Hände im Spiel?

Der Clou:

Härte und Heiterkeit sollen hier zusammengehen. Trotz des brutalen Themas versuchen die Filmemacher, dem rußschwarzen Ruhrpottrevier lichte Momente abzuringen. Auf Dialogebene haut das sehr gut hin, bei den perfiden Fight-Szenen wirkt das ein wenig zynisch.

Das Bild:

Faber steht mit speckigem Parka vor einem Hoteleingang, greift sich eine kokelnde Kippe aus dem Aschenbecher vor der Tür, zieht gierig dran, entfacht ein kleines Feuerchen und lockt so die Rezeptionistin raus, um dann einen heimlichen Blick auf den Computer werfen zu können. Dass der Polizist mal wieder aussieht wie ein Obdachloser, lässt den Stunt mit der Kippe besonders glaubhaft wirken.

Fotostrecke

12  Bilder
"Tatort" mit Faber und Bönisch: Die Promille-Polizei

Der Dialog:

Ein Junge hat sich unter einem Bett versteckt. Faber holt einen bröckeligen Schokoriegel aus der Parkatasche. Bönisch: "Wie alt ist denn der?" Faber: "Der Junge oder der Riegel?"

Der Song:

"Moskva-Odessa" von Vladimir Vysotskij. Der Oligarch stellt eine Batterie Wodka auf den Kneipentresen und flüstert das Lied heiter-melancholisch mit. Danach wird der Wodka geext.

Die Bewertung

6 von 10 Punkten. Erhellende Momente alkoholbedingter Entfesselung treffen fahles Fightclub-Gekloppe. Die Promille-Polizei auf Schlingerkurs: Der Dortmunder "Tatort" befindet sich in einer schwierigen Findungsphase, wir machen uns aber keine ernsten Sorgen um das eigentlich großartige TV-Revier - wird schon.

Die Analyse:

Lesen Sie bitte hier weiter!


"Tatort: Tod und Spiele", Sonntag, 20.15 Uhr, ARD



insgesamt 12 Beiträge
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Seite 1
thorsten35037 07.10.2018
1.
Wenn einem nichts mehr einfällt, macht man einen Krimi um russische Oligarchen, russische Hacker, russische Agenten, russische Attentäter, usw.. Immer das Böse schön hochhalten.
Rüdiger IHLE, Dresden 07.10.2018
2. Faber steht mit speckigem Parka vor einem Hoteleingang, greift sich ..
Danke , das genügt ! .. sprach der Staatsanwalt ! Wenn der Faberkommt, dann bin ich weg bevor die Titelmelodie erklingt ! Der ist doch dieser Psycho, dem es immer wieder gelingt, in DO bei der Kripo an der Eingangskontrolle vorbei zu kommen ?
wulfman65 07.10.2018
3. Das böse...
Aber Thorsten...ist das nicht das Genre der Krimis? Das Böse thematisieren? Sind sie denn gar nicht böse, die russischen Trollfabriken? Die Oligarchen? Die gift-mordenden Spione? Die passagierflugzeugabschiessenden krim Truppen? Ach wenn die alle nett sind, dann haben sie natürlich nichts in einem Tatort verloren. Und in welcher Welt leben Sie? :)
cater 24567 07.10.2018
4. Kaum zu ertragen
Gibt es schlechtere Schauspieler als diesen Hartmann? Um dümmere Drehbücher als diese? Unterstes Niveau zur besten Sendezeit
quengelliese 07.10.2018
5.
So richtig aus dem prallen Leben gegriffen - so sieht Polizeiarbeit aus! Eieiei...
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