ARD-Sonntagskrimi Der Dortmund-"Tatort" im Schnellcheck

Tollwut im Gefängnis, Sex aus Mitleid: Der Dortmunder "Tatort" wird mit dieser Variation von "Das Schweigen der Lämmer" seinem Ruf als besonders morbider Krimi gerecht.

WDR/ Thomas Kost

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Das Szenario:

Der Killer und der Kommissar, verbunden in grausamer Intimität. In einem Gefängnis wurde die Tollwut eingeschleppt, ein Insasse ist gestorben, der Knastarzt tödlich infiziert. Bei seinen Untersuchungen trifft Kommissar Faber (Jörg Hartmann) auf einen alten Bekannten, den Serienmörder Markus Graf (Florian Bartholomäi), der möglicherweise auch die Tochter und die Frau des Polizisten auf dem Gewissen hat.

Der gesellschaftspolitische Auftrag:

Gibt es hier nicht. Die Zustände im Gefängnis interessieren nur insoweit, wie sie bei der Kontaktaufnahme von Serienmörder und Polizist relevant sind. Ein Noir-Krimi, der ganz im kranken Verhältnis seiner Figuren zueinander aufgeht.

Die zärtlichste Szene:

Ermittlerin Bönisch (Anna Schudt) fragt den Gefängnismediziner (Thomas Arnold), ob er noch einen letzten Wunsch habe. Ja, mit ihr zu schlafen. "Ein Mitleidsfick?", fragt die Polizistin. Kurz darauf sieht man, wie die beiden im Bett liegen.

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"Tatort" mit Jörg Hartmann: Geliebter Killer

Die brutalste Szene:

Kommissar Faber mokiert sich über den todgeweihten Mediziner: "Sind sie mies drauf, oder sind das schon Symptome?" Eine riskante Art, den anderen für die Ermittlungen zu motivieren - die aber aufgeht.

Der Plausibilitätsfaktor:

Recht hoch. Die kranke Logik, nach der hier der Serienkiller und Kommissar eine innige Beziehung eingehen, ist in sich schlüssig. Hannibal Lecter und Clarice Starling lassen grüßen. Da hinterfragen wir denn auch nicht den ziemlich lässigen Umgang im Krimi mit dem Seuchenschutz.

Die Bewertung:

8 von 10 Punkten. Nach dem verheerenden Ende der zehnten Episode ein angemessen morbider Neustart des Dortmund-Reviers.

Die ausführliche Analyse:

Lesen Sie bitte hier weiter!


"Tatort: Tollwut", Sonntag, 20.15 Uhr, ARD



insgesamt 42 Beiträge
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DerZauberer 04.02.2018
1.
Der derzeit einzig sehenswerte Tatort. Bin dabei. Faber und sein kaputtes Team sind eine Erholung.
wintergreen 04.02.2018
2. Tollwut?
Muss ich mir jetzt den Tatort anschauen, um zu wissen, wie die beiden Tollwutkranken sich in einem geschlossenen System ohne Tiere angesteckt haben? Hat das erste Opfer, das bereits tot ist, den anderen gebissen und dieser konnte nicht rechtzeitig geimpft werden? MW ist es nach dem Biss eines tollwütigen Tieres immer noch möglich, zu immunisieren, da die Viren Wochen oder Monate benötigen, um an den Nervenbahnen entlang zu wandern. Normalerweise werden potentiell Exponierte systematisch geimpft, selbst als Praktikantin in der Tierklinik musste ich mich impfen lassen ...
mm12345 04.02.2018
3. Ich schau ihn mir tapfer an
aber mit jedem Tatort wird es schwieriger. Schon lange nicht mehr so einen Murks gesehen, die Handlung und Motivation der Beteiligten bleibt undurchsichtig, das ständige Mobbing gegeneinander... Nee, eher nicht mehr
lupo62 04.02.2018
4.
Die Ansammlung kaputter Typen in allen Stadien körgerlicher und geistiger Argonie ist schon bemerkenswert. Sonst hat der Film aber nichts besonderes zu bieten. Schade um unsere schönen Steuergelder, die für die Produktion dieses Machwerks ausgegeben worden sind.
liria 04.02.2018
5. Albanisch-Faktencheck
Unerträglich antialbanisch :-( Traurig. Was die Namen und die mangelnde Recherche betrifft, hier kommt mein zweiter Albanisch-Faktencheck: – „Toprak“ ist kein albanischer Familienname. Wenn es einen solchen Namen gäbe, hieße er „Topraku“. – „Rataj“ klingt zwar albanisch, ich kenne jedoch keinen Rataj und Google spuckt slawische und deutsche Träger dieses Namens aus. Kinners, es gibt doch so viele häufige albanische Familiennamen auf -aj! – „Baki“ wird nicht auf der ersten, sondern auf der zweiten Silbe betont. – Wenigstens war „Kodra“ ein Treffer. Es wird auch wirklich auf der ersten Silbe betont und bedeutet „Hügel“. (Ich habe in einem Stadtviertel mit diesem Namen gelebt!) Last not least – Albanien ist wirklich ein schönes Land. Dort gibt es ein Sprichwort: „S’ka pyll pa derra“ – „Es gibt keinen Wald ohne (Wild-)Schweine“. Das bedeutet: Es gibt überall gute und schlechte Menschen.
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