ARD-Sonntagskrimi Der neue Kiel-"Tatort" im Schnellcheck

Kann mal einer das Licht anmachen? Borowski und Brandt steigen in die dunklen Sphären des Darknets ab - trotz kindgerechter Animationsszenen sorgt dieser "Tatort" leider nicht nur für Erhellung.

NDR/ Christine Schroeder

Das Szenario:

Dunkles Netz, drollige Polizisten. Nach dem Mord am Chef der Cyber-Crime-Abteilung beim Kieler Landeskriminalamt tauchen Borowski (Axel Milberg) und Brandt (Sibel Kekilli) in die dunklen, weiten Sphären des Darknets ab. Reisebegleiter sind die IT-Trottel der Sondereinheit Cyber-Crime des Landeskriminalamtes.

Der gesellschaftspolitische Auftrag:

Aufklärung in Sachen Darknet. Hier werden die Funktionsweisen von kriminellen digitalen Kommunikationsformen und Vertriebswegen aufgezeigt.

Die kriminell komplizierte Actionszene:

Ermittlerin Brandt heftet sich an die Fersen eines Verdächtigen, verfolgt ihn durch Hintereingänge und Einkaufsstraßen. Irgendwann jagt sie ihn sogar über das Spielfeld einer ausverkauften Handballarena. Sonderbarerweise gibt es nirgendwo Sicherheitspersonal. Am Ende täuscht Brandt einen epileptischen Anfall vor, um den offensichtlich durch nichts zu bremsenden Flüchtigen aus dem Konzept zu bringen. Irre Szene. Irre komplizierte Szene.

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Cyber-Crime-"Tatort": Drolliges Darknet

Die kriminell einfache Erklärszene:

Hidden Web, Deep Web, Darknet, wer kennt sich da noch aus. In einer Animationssequenz werden die verschiedenen virtuellen Sphären anhand eines Eisbergmodells beschrieben. Kommt ein bisschen wie eine Mischung aus Telekolleg und aus dem Ruder laufenden Kika-Nachrichten daher.

Der Plausibiltätsfaktor:

Na ja. So sehr sich die Filmemacher darum bemühen, das komplizierte Thema heiter, handlich und geradezu kindgerecht aufzubereiten, so sehr verzetteln sie sich am Ende in einer Verschwörungsgeschichte. Lesen Sie am Montag auch den Faktencheck aus unserem Netzwelt-Ressort. Die Details sind gut recherchiert, richtig verstanden haben wir das Ganze dann aber doch nicht. Kann endlich mal jemand das Licht anmachen in diesem Darknet?

Die Bewertung:

5 von 10 Punkten. Sibel Kekilli, die zum Schluss immer blasser an der Seite von Axel Milberg aussah, kriegt beim Kieler Fernsehrevier noch mal einen großen Auftritt. Eine weitere Folge, dann ist sie aus "Tatort" raus. Trotz ihres Großeinsatzes im aktuellen Fall, das Thema Cyber-Crime wurde im "Tatort" schon mal verbindlicher verhandelt.

Die ausführliche Analyse:

Lesen Sie bitte hier weiter!


"Tatort: Borowski und das dunkle Netz", Sonntag, 20.15 Uhr, ARD



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