ARD-Sonntagskrimi Der neue Kiel-"Tatort" im Schnellcheck

"Setz dich hin und halt das Maul, hier kommt Christiane Paul": Der Nordsee-Ausflug von "Tatort"-Kommissar Borowski ist eine Hommage an die Hauptdarstellerin.

NDR/ Christine Schroeder

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Das Szenario:

Der Kommissar zwischen Traum und Wirklichkeit. Der aktuelle Fall führt Borowski (Axel Milberg) auf eine kleine Nordseeinsel, wo er in den Bann einer geheimnisvollen Frau (Christiane Paul) gerät. Bald hat er Visionen von Sturmfluten, Windhosen und Frauen mit Schweinsköpfen. Verliebt, verstrahlt, verloren?

Der gesellschaftspolitische Auftrag:

Hier gibt es nur einen Auftrag: Borowski in einen Strudel der Ängste, Sehnsüchte und Begierden zu schicken. Männerfantasien und Männerphobien, durch den Quirl gejagt.

Der Popsong zum Krimi:

"Christiane Paul" von den Zimmermännern. Wie sang die beliebte Hamburger Band: "Setz dich hin und halt das Maul, hier kommt Christiane Paul." Die Auftritte der mit dem International Emmy ausgezeichneten Schauspielerin sind in diesem "Tatort" tatsächlich so suggestiv ins Bild gesetzt, dass Borowski nur noch stammeln kann oder gleich ganz schweigt.

Das Buch zum Krimi:

"Eine Halligfahrt" von Theodor Storm. In der Novelle wird die Legende vom Untergang der Insel Rungholt im Jahre 1362 aufgegriffen - die Zerstörung soll die göttliche Rache dafür gewesen sein, dass die Bürger zuvor die Schweine mit Schnaps abgefüllt und den Pfarrer um die Sakramente erpresst haben. Borowski findet das Buch auf dem Nachttisch seiner Pension - und wird davon zu seinen wüsten Albträumen inspiriert.

Der Plausibilitätsfaktor:

Nicht vorhanden. Die Filmemacher haben ihren Krimi bewusst als zum Teil recht heftiges Bildgewitter aus Endzeitvisionen und erotischen Fantasien zusammengesetzt - und das fiktive nordfriesische Film-Eiland aus Elementen von Amrum, Fehmarn und Pellworm.

Die Bewertung:

6 von 10 Punkten. Der "Tatort" als Reise ins männliche Unterbewusstsein, das ist eine interessante Idee - die sich hier allerdings in streckenweise etwas zu überladenen, um die Hauptdarstellerin herum gebauten Bildern manifestiert. Wow-Effekt für Christiane-Paul-Fans, Lau-Effekt für Freunde des klassischen Krimis. Das Ende verschlägt dann allerdings allen die Sprache.

Die ausführliche Analyse:

Lesen Sie bitte hier weiter!


"Tatort: Borowski und das Land zwischen den Meeren", Sonntag, 20.15 Uhr, ARD



insgesamt 28 Beiträge
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stiller_denker 25.02.2018
1. Wieder ein experimenteller Tatort, ich bin gespannt
In den letzten Wochen (seit September 2017) gab es ja fast immer einen und die Meisten waren spannend und gut. Aber das hat ja nach der Ankündigung vom Oktober bald ein Ende. Hoffentlich werden dann nicht zu lahm und als Erstes Opfer der Gebühreneinsparungen. www.spiegel.de/kultur/tv/tatort-ard-will-nur-noch-zwei-experimente-im-jahr-a-1175281-amp.html
poetnix 25.02.2018
2. Fußschlaf
Ich finde Kiel als Krimitatort besonders spannend ! Da wurden sogar die Kieler Sprotten erfunden. Viel spannender als Dessau, Neudummsdorf in der Eifel oder Wuppertal ? Besonders spannend ist es, wenn, wie immer, eine Leiche im Wasser schwimmt oder im Wald gefunden wird. Diese Krimis sind so aufregend ! Wie eingeschlafene Füße.
emobil 25.02.2018
3.
Zitat von poetnixIch finde Kiel als Krimitatort besonders spannend ! Da wurden sogar die Kieler Sprotten erfunden. Viel spannender als Dessau, Neudummsdorf in der Eifel oder Wuppertal ? Besonders spannend ist es, wenn, wie immer, eine Leiche im Wasser schwimmt oder im Wald gefunden wird. Diese Krimis sind so aufregend ! Wie eingeschlafene Füße.
tja, son richtig dreistiger Ladendiebstahl und auf der Flucht wird einer Oma noch die Handtasche entrissen - das wär doch mal was ;-D
mariakäfer 25.02.2018
4. schick ist er,
unser Herr Borowski.....
thompopp 25.02.2018
5. So eine Schweinerei ...
den Schweinebauern den Säuen vorzuwerfen. Der Rest ist bisher (21:12) ganz okay.
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