ARD-Sonntagskrimi Der Köln-"Tatort" im Schnellcheck

Schenk und Ballauf schauen nach einem Entführungsfall in bürgerliche Abgründe, ihr neuer Assistent lutscht derweil seine Pizzafinger. Dieser "Tatort" ist eher drollig als tiefgründig.

WDR/ Thomas Kost

Von


Das Szenario:

Eine Entführung, zwei überforderte Ermittler, drei unglückliche Familien. Auf dem Nachhauseweg von seinem Junggesellenabschied findet der betrunkene Bräutigam eine halbe Million Euro im Mülleimer, kurz darauf wird er von einem Auto totgefahren. Er hinterlässt eine Verlobte und ein Baby. Die halbe Million war offensichtlich das Lösegeld für eine junge Frau, die nach einem Ausgehabend nicht heimgekommen ist. Schenk (Dietmar Bär) und Ballauf (Klaus. J. Behrendt), beide privat nicht die glücklichsten Menschen, werden bei ihren Untersuchungen mit dem ineinander verzahnten Unglück von drei Familien konfrontiert.

Der gesellschaftspolitische Auftrag:

Wie so oft im Kölner "Tatort": die Erosion des deutschen Mittelstands aufzeigen.

Das schönste Alteisen:

Das Erdbeerkörbchen. Oldie-Fan Schenk muss diesmal einen besonderen Oldie als Dienstfahrzeug fahren: einen Golf Cabrio aus den Achtzigern, wegen seines freistehenden Überrollbügels Erdbeerkörbchen genannt. Was symbolisiert den bröckelnden Glanz des deutschen Mittelstandes besser?

Fotostrecke

10  Bilder
"Tatort" aus Köln: Schrecklich nette Familien

Der schönste Neuzugang:

Der rheinländische Gemütlichkeits-Radikalinski Norbert Jütte (Roland Riebeling), der bei seinem zweiten Einsatz mit Gähnen, Schmatzen und Pizza-schmierigen Fingern den Wichtig-Wichtig-Kommissaren Schenk und Ballauf zusetzt: Probiert's mal mit Gemütlichkeit.

Der Plausibilitätsfaktor:

Naja. Die Familienkonflikte sind eigentlich schlüssig miteinander verzahnt, aber die Dialoge sind leider unterste Problemfilmschublade.

Die Bewertung:

5 von 10 Punkten. Bisschen zu lautes, bisschen zu unkonzentriertes bürgerliches Trauerspiel.

Die ausführliche Analyse:

Lesen Sie bitte hier weiter!


"Tatort: Familien", Sonntag, 20.15 Uhr, ARD



insgesamt 17 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
odenkirchener 06.05.2018
1. Erdbeerkörbchen?
Ich seh' da eher einen dieser Industriemüllcontainer drin. Ansonsten trifft's Ernie und Bert sehr gut. Und das diese "kleine" Assistentin, nur eine Folge lang mitmachen durfte, war mir direkt klar. Das war die einzige Schauspielerin und einzige "Mann" im Tatort. Aber vielleicht wird "Jütte" noch ausgebaut. . .
mimas101 06.05.2018
2. hmm
Nachdem Schimanski und Inspektor Kottan von der Mattscheibe verschwunden sind sind die Tatorts nicht nur massivst abgeflacht sondern gehen im Einheitsmatsch der öffentlich-rechtlichen täglichen Krimiüberflutung, die mittlerweile ein gescheites Programm zu ersetzen hat, komplett unter. Gugge ich also schon lange nicht mehr und warum Spon diese ARD-Serie immer wieder reviewt - k.A.
gersois 06.05.2018
3.
Jütte war der Lichtblick in diesem überkonstruierten Tatort, nur etwas mehr kölsche Tön bitte! Die Handlung wie üblich: Tochter unehelich, dem "Vater" untergeschoben. Harald Schrott wieder einer der Bösen. Statt Mord Unfall, auch nicht neu. Und die beiden Kommissare schieben ihre Arbeit auf den Assi ab und fahren durch Köln. Neu dagegen der Imbiss, nicht mehr am Rhein und vegetarisch.
G.E.Rücht 07.05.2018
4. Durchschaubar
Das war doch mal wieder ein Sonntagabendkrimi für all jene, die sich beim "Tatort" nach der eher klassischen Krimiunterhaltung sehnen und mit den künstlerischen und erzählerischen Experimenten nur wenig anzufangen wissen. War auch langatmig genug, damit ja jeder noch mitkommt
schocolongne 07.05.2018
5. Mindestens en Kölner Tatort bitte einstellen und dafür Gebühren senken
Das Öffentlich-Rechtliche-Trauerspiel ist ja nicht aus zu halten, die Hand auf dem Po der Gebührenzahler, -mindestens.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.