ARD-Sonntagskrimi Der "Tatort" aus Ludwigshafen im Schnellcheck

Allein gegen die Mafia: Zu seinem Abschied beim Ludwigshafener "Tatort" läuft Mario Kopper noch mal zu großer Form auf.

SWR/ Roland Suso Richter

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Das Szenario:

Kopper auf der Flucht. Vor der der italienischen Mafia, vor der deutschen Polizei - und vielleicht auch ein bisschen vor der ehemaligen Mitbewohnerin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts). Die untersucht einen Fall, bei dem er im Mittelpunkt steht: Bei einem Wiedersehen mit seinem Jugendfreund Sandro Giangreco (Michele Cuciuffo) tauchen Männer der sizilianischen Stidda auf, von denen Kopper (Andreas Hoppe) einen aus Notwehr erschießt. Er taucht unter und gerät in ein Geflecht aus Gewalt, Erpressung und Betrug. Im sizilianischen Palma di Montechiaro wird derweil seine Braut von der Mafia bedroht.

Der gesellschaftspolitische Auftrag:

Den Einfluss der italienische Mafia auf die deutsche Gesellschaft und Wirtschaft zu zeigen. Es wird zum Beispiel in einem Nebenstrang erklärt, wie das organisierte Verbrechen in den Achtzigerjahren illegal Giftmüll aus der Industriestadt Ludwigshafen nach Italien verfrachtete, um ihn nun wieder auszubuddeln und nach Deutschland zurückzubringen, damit man auf diese Weise EU-Subventionen abgreifen kann.

Der lakonischste Mafia-Moment:

Ein Kronzeuge, der gegen die Mafia aussagen will, bekommt das Bild seiner Familie ins Gefängnis geschickt. Eine Drohung. Ruhig, entschlossen, ohne Zaudern stranguliert sich der Italiener und schneidet sich zugleich die Pulsadern auf. Sicher ist sicher. Würde er überleben, wäre seine Familie tot.

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"Tatort" über Mafia: Der Pate 2 1/2

Der redseligste Mafia-Moment:

"Fällt hier ein Sack um, fallen in Agrigent ein paar Männer um." So bemüht Koppers Jugendfreund einen rhetorisch ziemlich wackligen Vergleich, um die direkten Befehlslinien der Mafia zwischen Sizilien und Deutschland aufzuzeigen.

Der Plausibilitätsfaktor:

Relativ hoch. Riten, Hierarchien und Einflusstechniken von Stidda und Cosa Nostra werden zuweilen mehr behauptet als plausibel ins Bild gesetzt. Als Geschichte über Misstrauen und Loyalität im Italo-Parallelkosmos der einstigen Arbeiterstadt Ludwigshafen funktioniert dieser Mafia-Thriller aber ganz ordentlich.

Die Bewertung:

6 von 10 Punkten. Eine kleine Mafia-Oper, aber ein großer Abschied für den Italo-Cop Kopper, der zwischenzeitlich viel zu lange an der Grappa-Bar geparkt war.

Die ausführliche Analyse:

Lesen Sie bitte hier weiter!


"Tatort: Kopper", Sonntag, 20.15 Uhr, ARD



insgesamt 26 Beiträge
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MartinH 07.01.2018
1. Werbung
Weshalb macht SPON eigentlich für diese Sendung so viel Werbung? Das ist doch eigentlich nicht mehr als eine als Krimi verbrähmte Erziehungssendung im Sinne der herrschenden Altparteien. Beim "Polizeiruf 110" in der DDR war es ähnlich, und diese Sendung hat jeder halbwegs intelligente Mensch auch nicht ernst genommen.
kpdsu 07.01.2018
2.
Vielleicht, weil das eines der meistgesehenen Programme ist? tatsächlich sind einige Ausgaben nahe an Volkserziehung, oft ist der Tatort aber einfach nur spannend.
joG 07.01.2018
3. Leider lies....
....der Film die wesentlichen Fragen offen. Es wäre schön gewesen zu sehen, wie die deutschen Behörden mit den Drohungen aus Italien umgegangen worden wäre. Vielmehr wäre spannend gewesen zu sehen, welche Verhalten man der Bevölkerung hätte vorstellen wollen.
flussmensch 07.01.2018
4. Gelungen
Als langjähriger aber seit einigen Jahren nicht mkehr interessierter Tatortr"seher" finde ich: -Hintergrund wohl nach wie vor bedrückend (wieviele "Italiener" in Deutschland sind irgendwie gefangen (als Opfer oder Geldwäscher) in dieser Verbrecherbande - Drehbuch weitgehend gelungen - schauspielerische Leistung von Odenthal und Kopper bestens Summasumarum: guter Tatort
Axel Schön 07.01.2018
5. Tschüss Kopper..
Ein ganzer Tatort nur um Kopper raus-zu-inszenieren... und dazu auch noch ein schwacher Tatort - leider reine Zeitverschwendung. Wann wird Lena rausgeschrieben? Denn bin ich mal gespannt, ob die Ludwigshafener in Zukunft ein überzeugenderes Team bekommen als dieses hölzerne Pärchen..
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