ARD-Sonntagskrimi Der Münster-"Tatort" im Schnellcheck

Nummernrevue mit Pinguin und Giftschlange: Boerne und Thiel witzeln sich für den Münster-"Tatort" durch den örtlichen Tierpark.

WDR/ Thomas Kost

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Das Szenario:

Pinguine auf dem Seziertisch, Robbensteaks auf dem Gourmet-Teller. Der Mord an einer Tierliebhaberin führt die Ermittler in den Zoo von Münster. Kommissar Thiel (Axel Prahl) schleust sich Undercover als Tierpfleger ein und entwickelt eine zärtliche Beziehung zu der Pinguin-Dame Sandy, Professor Boerne (Jan Josef Liefers) funktioniert derweil seine Rechtsmedizin in ein Gourmet-Kochstudio um. Fragen Sie besser nicht, wie das eine mit dem anderen zusammenhängt.

Der Clou:

Wie immer beim Münster-"Tatort": Der Krimi ist hier bloß ein Vehikel, um möglichst viele politisch unkorrekte Gags in die Primetime zu transportieren. Diesmal vor allem auf Kosten von süßen und nicht so süßen Tieren.

Das Bild:

Hochbetrieb in der Rechtsmedizin: Auf dem einen Seziertisch liegt ein vergifteter Tierarzt. Auf dem anderen, Flügel in Jesus-Haltung, ein vergifteter Pinguin.

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12  Bilder
Münster-"Tatort": Gags im Akkord

Der Dialog:

Kommissar: "Wer kam auf die Idee, ihrer Halbschwester diesen Schlangengiftcocktail zu injizieren?" Verhörte: "Ich habe im Internet gesurft, und dann bin ich auf diesen Heilpraktiker in Brasilien gestoßen, der das erfolgreich gemacht hat. Patricia ist voll drauf abgefahren." Kommissar: "Und warum wurde Frau Mertens nicht einfach zu dem Heiler nach Brasilien gebracht?" Verhörte: "Naja, der war ja schon tot. Schlangenbiss."

Der Song:

"Going up the Country" von Canned Heat. Am Ende geht Thiel mit seinem Hippie-Vater auf Radtour Richtung Kiffer-Paradies Amsterdam, der Alte mit seinem neuen, ergaunerten Fahrrad und einen Joint rauchend, der Junge mit Gepäck hinterherkeuchend. Dazu ertönt der immer grüne Woodstock-Klassiker.

Die Bewertung:

5 von 10 Punkten. Nummernrevue mit allen naheliegenden Gags zum Thema Tierpark und Gourmet-Küche.

Die Analyse:

Lesen Sie bitte hier weiter!


"Tatort: Schlangengrube", Sonntag, 20.15 Uhr, ARD



insgesamt 17 Beiträge
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staublungenmessias 27.05.2018
1. Canned Heat
hat Tradition in deutschen Filmen, hier eine wunderbare Szene aus 'Alice in den Städten' von Wim Wenders https://www.youtube.com/watch?v=jBG8XOr-2Vs. Trotz der nachvollziehbar miesen Bewertung des Tatorts bin ich versucht zu schauen, ob es sich da um eine Anspielung handelt.
schocolongne 27.05.2018
2. Der Anna Wintour der Tatort-Krimi-Kritik mal wieder in Höchstform!...
Macht immer ein wenig den traurigen Eindruck, als würde er vor jeder Sendung mit Kommissar Thiel und Prof. Boerne sein Antidepressivum absetzen. Na ja, A. Wintour scheint ja eine treue Fangemeinde von Leuten zu haben, die Fernsehen mit der Wirklichkeit verwechseln und ansonsten zum Lachen in den Keller gehen. Kürzlich in der WDR-Kantine war vom Nebentisch zu hören, die "Münsteraner" verlesen beim Drehbeginn jeder neuen Folge die aktuellen Tiraden eines gewissen Christian Buß und lachen sich schlapp. Das dürfte stimmen, meinte man doch auch bei diesem Tatort wieder, das Gelächter und Prusten stets leise im Hintergrund zu hören. Gratulation und weiter so! -liebe Münsteraner :-D
rrippler 27.05.2018
3. 10 von 10 Punkten
Die Story war voller kleiner Wendungen und die Lösung war zum Schluß doch sehr überraschend. Das schonmal ein großes Plus und damit die ersten 5 Punkte. Die Thiel-Börne Tatorts sind immer kleine Kunstwerke der Situationskomik und der kleinen absurden Details. Ich sehe immer noch vor mir wie im Seziersaal das Mordopfer auf der einen und der getötete Pinguin auf der Liege nebendran ruhen. Das ist Ironie vom feinsten, das sind die nächsten 5 Punkte. Zusammen 10.
Miere 27.05.2018
4. Gutes Thema, Zoo-Dokusoaps, Geldnot, Tierklau und Schlangenhandel.
Beste Szene: Thiel mit der überladenen Schubkarre voller Strohballen. Ein Job für Knackis. Ja, ich höre das auch immer wieder, dass man für den Tierpfleger-Job keine guten Leute kriegt, die sich wirklich reinknien wollen, für ein paar Pfennige. Man hätte noch Werbung für Tierpatenschaften machen können. Leider war's aber nicht so das Gag-Feuerwerk, wie ich das von Münster-Tatorten gewohnt bin. Und wie Robbe schmeckt will ich mir nicht vorstellen müssen.
Europa! 28.05.2018
5. Prima Tatort
Also dass die "Gourmets", die der Menschheit ihre überkandidelten und unverantwortlichen Kreationen aufschwatzen wollen, mal so richtig ihr Feinschmecker-Fett abgekriegt haben, war allein schon 12 Punkte wert. Sozialkritik darf ruhig mal am "oberen" Ende ansetzen. Und die Kritik der "Katzenfreundinnen" war auch eine Wohltat. Die Millionen Fisch-, Eidechsen- und Vogelfresser sind eine Landplage (und keineswegs wegen vollgepinkelter Teppiche). Sogar die Fernsehfuzzis haben ganz nette Nasenstüber verpasst bekommen. Rundum gelungen!
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