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ARD-Sonntagskrimi

Der Weimar-"Tatort" im Schnellcheck

In der Kartoffel liegt die Kraft: Der Weimar-"Tatort" mit den Ermittlern Dorn und Lessing ist eine so poetische wie puristische Hommage an den Erdapfel.

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Sonntag, 26.08.2018   17:49 Uhr

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Das Szenario:

Der Kloßkönig ist tot! Es lebe die Kloßkönigin! Nachdem ein mächtiger Kartoffelfabrikant aus der Provinz ermordet worden ist, erscheint seine seit acht Jahren verschwundene Ehefrau auf der Bildfläche. Sie litt angeblich an Gedächtnisschwund. Für Dorn ( Nora Tschirner) und Lessing ( Christian Ulmen) ist sie nur eine unter vielen Verdächtigen. Im Kartoffel-Imperium sprießen viele giftige Triebe.

Der Clou:

In diesem "Tatort" gibt es keine zwischenmenschliche Situation und keine kriminologische Überlegung, die sich nicht in einer Analogie mit Kloß und Knolle erklären ließe.

Das Bild:

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Dorn schleppt Lessing auf den Schultern durch die Kloßmanufaktur, um zu beweisen, dass auch eine Frau die Leiche des Opfers vom Büro zum Schockfroster geschleppt haben könnte, in dem das Opfer bis zur Unkenntlichkeit gefrostet wurde. In der Kartoffel liegt die Kraft.

Der Dialog:

"Schickes Auto!" So ruft der Ermittler einer Toilettenreinigungskraft mit erstaunlich luxuriösem Pkw hinterher. Der flucht: "Schluckt aber wie ein Kormoran." Traumdialog in feinster Weimarer "Tatort"-Rhetorik.

Der Song:

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"Can't get enough of your Love, Babe" von Barry White. Hört ein Pärchen, als es sich gegenseitig mit vergiftetem Wein und vergiftetem Kloß ins Jenseits befördern will.

Die Wahrheit:

Alles strebt zur Kartoffel, alles lebt für den Kloß.

Die Bewertung:

7 von 10 Punkten. Kleiner puristischer Provinzkrimi mit Wortwitz.

Die Analyse:

Lesen Sie bitte hier weiter!


"Tatort: Die robuste Roswita", Sonntag, 20.15 Uhr, ARD

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