Zeigt der Kommissar den richtigen Einsatz?
Einsatz? Ein Wort, das der neue Ermittler in Saarbrücken nicht zu kennen scheint. Der von Devid Striesow verköperte Kommissar Jens Stellbrink lässt sich mit Reggae auf den Kopfhörern beschallen und macht zu jeder Zeit und Unzeit seine Yoga-Übung. Bei seinem ersten Fall nimmt sich der tiefenentspannte Polizist eines nordafrikanischen Mädchens an, das von finsteren nordafrikanischen Bartträgern verfolgt wird. Zwischendurch, wie niedlich, bleibt noch Zeit für eine Runde Schnick-Schnack-Schnuck.
Wie blutig ist die neue Folge?
Gar nicht. Der Bulle und das Mädchen verstecken sich in einem Märchenpark zwischen Zwergen und Miniaturschlössern. Und am Himmel über Saarbrücken lächelt die Sonne. Ein echter Wellness-Krimi.
Kann man die Geschichte glauben?
Nein, sie ist von Anfang bis Ende hanebüchen.
Bester Auftritt?
Gibt es nicht. Im Gegenteil: In den unvermeidlichen Sidekick-Rollen wird auf einem Niveau gekaspert, das sonst nur noch ARD-Vorabend-Komödchen bieten. Für das Casting sollte jemand vor Gericht gestellt werden. Wobei: Gegen den von Hartmut Volle gespielten Kriminaltechniker Jordan wollen wir nichts sagen. Er ist der einzige Darsteller, der vom alten Saarbrücker "Tatort" übrig geblieben ist. Sichert die Spuren, gibt kurze präzise Antworten, hält sonst die Klappe. Der einzige Profi auf diesem Kasperlerevier.
Wie steht's mit der Komik?
Siehe oben. Viele Gags, keiner zündet.
Lohnt das Einschalten?
Nein. Wer komisches deutsches Fernsehen will, besorgt sich lieber eine DVD vom "Tatortreiniger" - eine der wenigen deutschen Serien, bei der die ARD Mut zum Witz bewiesen hat.
Und wenn ich mehr über diesen "Tatort" wissen will?
Unser Kollege Arno Frank guckt heute für SPIEGEL ONLINE den "Tatort" und twittert live auf @SPIEGEL_Kultur.
cbu
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Kultur | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik TV | RSS |
| alles zum Thema Tatort | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH