TV-Ermittler Reto Flückiger "Tatort" aus Luzern wird abgesetzt

Der Schweizer öffentlich-rechtliche Rundfunk will seinen "Tatort" modernisieren: Nach 2019 werden die derzeitigen TV-Cops in den Ruhestand geschickt. Ein neues Team gibt es noch nicht, einen neuen Schauplatz schon.

Die Luzerner "Tatort"-Ermittler
ARD

Die Luzerner "Tatort"-Ermittler


Der "Tatort" aus dem schweizerischen Luzern wird abgesetzt. Das teilte das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) am Donnerstag mit. 2018 und 2019 laufen noch jeweils zwei Episoden mit dem Duo Reto Flückiger (Stefan Gubser) und Liz Ritschard (Delia Mayer). Ab 2020 zieht der Schweizer "Tatort" dann mit einem neuen, noch unbekannten Team nach Zürich um.

Das SRF und die Schauspieler hätten sich laut Mitteilung entschieden, nach dann acht Jahren und 17 Folgen "zu neuen Horizonten aufzubrechen". SRF-Spielfilmchef Urs Fitze sagte der Schweizer Tageszeitung "Tagesanzeiger" über die Beziehung zu den Darstellern: "Wir waren immer mit ihnen im Gespräch und haben das Vorgehen mit ihnen abgesprochen."

Die mangelhaften Quoten sind angeblich kein Grund für die Ablösung. Der Luzerner "Tatort" unterbot immer wieder die Sieben-Millionen-Marke und hatte die schlechtesten Einschaltquoten aller "Tatort"-Teams. Für den SRF sei der Flückiger-"Tatort" aber eine Erfolgsgeschichte, so Fitze. In der Schweiz werde ein Marktanteil von über 30 Prozent erreicht.

Die neuen Folgen aus Zürich sollen wie bisher auf Schweizerdeutsch gedreht und für das deutsche Publikum synchronisiert werden. Laut Fitze sei kein "Multi-Kulti-Hipster-'Tatort'" geplant. Den Ausschlag für Zürich habe gegeben, dass die Stadt urbane wie ländliche Settings zu bieten habe und auch in Deutschland bekannt sei.

Die Schweiz steuert seit 1990 Episoden zum "Tatort" bei, zwischen 2001 und 2011 gab es eine lange Pause. Flückiger hatte vor seinem regulären Einstand als "Fachgruppenchef Delikte Leib und Leben" in Luzern drei Gastauftritte im "Tatort" aus Konstanz an der Seite von Eva Mattes.

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gartenkram 05.04.2018
1. Hurra
Schon mal einer weniger ... es gibt viel zu viele tatort teams und die ideen werden stetig schlechter. Wozu so viele? Und warum gibt es gefühlt nur noch krimis? Weil keiner mehr eine andere idee hat? Oder sich keiner traut? Würde es ein jahr ganz ohne tatort geben, egal welcher, würde nicht einmal etwas fehlen.
muunoy 05.04.2018
2. Schade
Nun hoffe ich, dass mein Kommentar direkt unter dem "Hurra" steht. Ich finde die Entscheidung nämlich wirklich schade. Der Tatort aus Luzern gehörte für mich immer zu den besten, obwohl ich als Lokalpatriot selbstverständlich den aus Münster noch besser finde ;-) Die Tatort-Folgen aus der Schweiz vergangener Zeiten waren dagegen eine Katastrophe. Hoffentlich entwickelt man sich dahin nicht zurück. Den Tatort aus Luzern habe ich sogar regelmäßig aufgenommen, wenn ich ihn nicht zur üblichen Zeit sehen konnte. Ich habe übrigens auch kein Problem damit, wenn Mundart gesprochen wird. Zumindest nicht, wenn der Tatort aus Luzern oder Zürich kommt. Ich denke, das könnte man ruhig auch in Deutschland so ausstrahlen. Bei einem Tatort z. B. aus Bern hätte ich da wohl schon Probleme ;-)
enfield 05.04.2018
3. pff
Zitat von gartenkramSchon mal einer weniger ... es gibt viel zu viele tatort teams und die ideen werden stetig schlechter. Wozu so viele? Und warum gibt es gefühlt nur noch krimis? Weil keiner mehr eine andere idee hat? Oder sich keiner traut? Würde es ein jahr ganz ohne tatort geben, egal welcher, würde nicht einmal etwas fehlen.
Achja...was heisst das "zu viele tatort teams"?! Schade, wenn Sie das überfordert aber es gehört nun mal eindeutig zur Tatort-DNA, dass sich durch die vielen unterschiedlichen Orte eben die föderale Struktur Deutschlands widerspiegelt. Und ja: ich weiss auch, dass die Schweiz und auch Österreich nicht zu DE gehören aber auch um unsere Nachbar-ÖR mit einzubeziehen, ist diese Struktur unschlagbar. Wenn es für Sie "gefühlt" nur noch Krimis gibt und Sie bei der ÖR bleiben wollen, gibt es für Sie auch am Sonntag Abend die Schmonzette im ZDF. Oder wollen Sie jetzt den seit über 40 Jahren i.d.R. wöchentlich ausgestrahlten Tatort als Klassiker der deutschen Sonntag-Abend-Krimis für eine Krimi-Inflation verantwortlich machen?! Das kann's doch nicht sein! Ferner sind fast alle Tatorte dieses Jahres ziemlich einhellig von Kritikern, die gerade mit dem Tatort nicht zimperlich sind, für gut bis exzellent befunden. Was sich zufällig mit meiner Wahrnehmung deckt. Es scheint mir eher, Ihnen gehen die Ideen zur Freizeitgestaltung TV aus - dann machen Sie nicht andere dafür verantwortlich, dass die Sie nicht optimal mit genehmer TV-Kost bespaßen....
heinz.murken 05.04.2018
4. Zustimmung zu 2 und 3 !
Ich finds auch sehr schade! Der Tatort mit den beiden war/ist für mich immer etwas besonderes, weniger typisch deutsch, dafür in Ruhe modern. Lieber 10 Schweizer Tatorte als einen mehr mit der dauerbetroffenen Lena Odenthal ! Aber über Geschmack lässt sich trefflich streiten. Wer Sonntags keinen Tatort schauen will, könnte übrigens vielleicht auch bei Arte fündig werden.
odenkirchener 05.04.2018
5. Kann Enfield in allem
zustimmen. Allerdings nervte die grottenschlechte Synchronisation. Gibt es nichts dazwischen? Die Österreicher werden doch auch nicht übersetzt.
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