Krimi über Kinderpornographie Fast zehn Millionen sahen Münchner "Tatort"

Schwieriges Thema, starke Quote: 9,71 Millionen Zuschauer schalteten den Münchner "Tatort" ein. Darin geht es um Jugendliche, die ihren Körper online feilbieten.

Szene aus "Das verkaufte Lächeln": Brisant und erfolgreich
BR

Szene aus "Das verkaufte Lächeln": Brisant und erfolgreich


Kinderpornografie und Pädophilie: Dieses riskante Thema wurde von den Verantwortlichen des Münchner "Tatort" angepackt - und dafür wurden sie mit einer starken Quote belohnt: Mit 9,71 Millionen Zuschauern fuhr die ARD am Sonntagabend den Tagessieg ein. Der Marktanteil lag bei stattlichen 27,4 Prozent.

Auch der Anteil der jungen Zuschauer war für das Erste erfreulich: Bei den 14- bis 49-Jährigen schalteten 3,06 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 23,5 Prozent) "Das gekaufte Lächeln" mit den Ermittlern Batic und Leitmayr ein.

Dabei forderte dieser "Tatort" dem Publikum einiges ab. Es ging um eine Gruppe 14-Jähriger, die über Internetseiten Bilder von ihren Körpern ausstellten und ihre Kunden zum Teil auch trafen. Nicht alles an dem Krimi war geglückt; so hätte man sich etwas mehr Distanz zu den Bildern sich auf dem Bett rekelnder Halbwüchsiger gewünscht. Trotzdem: Ein wichtiger Erzählversuch zu dem brisanten Thema, das durch Fall Edathy noch einmal an Gewicht gewonnen hat.

Das ZDF hatte da einen schweren Stand: Die Schmonzette "Katie Fforde: Martha tanzt" lockte ab 20.15 Uhr lediglich 4,38 Millionen Menschen vor die Bildschirme (Marktanteil: 12,4 Prozent).

cbu



insgesamt 19 Beiträge
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guilty 29.12.2014
1. ich fand
die bilder nicht voyeuristisch , und mit dem fall edathy hat es auch wenig zu tun.die abgebildeten jugendlichen waren ja wohl schon in der pubertät . dann kann man wohl nicht von pädophilie sprechen? man sollte nicht alles in diesen topf werfen ; nichtsdestotrotz ist auch dies strafbar(soweit ich weiß).
lemmy 29.12.2014
2. Befremdlich
Befremdlich war am Ende die Erkenntnis, dass sich zwei Jungen über die Gunst eines pädophilen Kunden gestritten haben und zwar nicht aus finanziellen Gründen, sondern aus emotionalen Gründen !? Das ging soweit, dass es als Mordmotiv herhalten musste. Die Opfer als Täter ? Aus Eifersucht ? Sorry, aber das finde ich zynisch und unglaubwürdig. Zudem verharmlost es die eigentlichen Täter (Kunden) im Umfeld von Pädophilie und Pädokriminalität in einem Dunstkreis von Pseudoromantik und Emotionen. Und die Opfer als Täter, auf der Suche nach Zuwendung und Liebe ? Sorry, aber geht´s noch ?
twister-at 29.12.2014
3.
Zitat von lemmyBefremdlich war am Ende die Erkenntnis, dass sich zwei Jungen über die Gunst eines pädophilen Kunden gestritten haben und zwar nicht aus finanziellen Gründen, sondern aus emotionalen Gründen !? Das ging soweit, dass es als Mordmotiv herhalten musste. Die Opfer als Täter ? Aus Eifersucht ? Sorry, aber das finde ich zynisch und unglaubwürdig. Zudem verharmlost es die eigentlichen Täter (Kunden) im Umfeld von Pädophilie und Pädokriminalität in einem Dunstkreis von Pseudoromantik und Emotionen. Und die Opfer als Täter, auf der Suche nach Zuwendung und Liebe ? Sorry, aber geht´s noch ?
Nun ja, Kinder und Jugendliche, die sich selbst überlassen werden, neigen dazu, sich eben Ersatzeltern zu suchen und dementsprechend entwickeln sie auch starke emotionale Abhängigkeiten und Bindungen. Auch Kinder, die innerhalb der Familie sexueller Gewalt ausgesetzt sind, sind oft stark emotional mit dem Täter verhaftet - das geht manchmal so weit, dass sie das, was er tut, eben als Zeichen von Liebe ansehen und daher dann etwaige Nebenbuhler anfeinden, so z.B. die Mutter oder Geschwister. Ist ein sehr komplexes Thema - es ist interessant, sich diesbezüglich mit Therapeuten und Ärzten zu unterhalten oder mit Jugendamtsmitarbeitern bzw. Heimpersonal.
sargent 29.12.2014
4. lassen sie ihre leser außen vor
Sie hätten sich mehr distanz gewünscht. was den gemeinen zuschauer angeht sollten sie sich kein urteil erlauben können. Btw.: gute quote für einen tatort der mal wieder eine schlechte kritik bekommen hat. irgendetwas scheinen die ja doch richtig zu machen
fpwinter 29.12.2014
5. mehr Distanz?
Dann ist man dem Filmteam genau auf den Leim gegangen. Außer Nabelschau (nackte Bäuche und Beine) war nämlich alles sittsamst bekleidet... Und wer da die Edathy-Geschichte mit hineingeheimnisst, hat auch nicht ganz kapiert, worum es eigentlich ging: Kinder, die von ihren Eltern so allein gelassen werden, daß sie um jeden Preis auf sich aufmerksam machen und sich Zuneigung erkaufen wollen. Die eigentliche Tragik: Ein Junge bringt versehentlich seinen besten, vielleicht geliebten Freund um, weil beide um den gleichen Online-Vatertypen buhlen, den sie aber vorher noch nie real getroffen haben. Ein Wechselspiel von Schuld und Sühne. Allenfalls ein bischen zu scherenschnitt-artig in der Dramaturgie, aber mich beschleicht nach Lektüre der Kommentare dazu das Gefühl, daß es auch von den Machern beabsichtigt gewesen sein könnte, entsprechende Projektions-Flächen zu schaffen. Insofern wären die Reaktionen auf den Film Teil eines interessanten Experiments...
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