Hamburg - Eine Frau, die in umständlichen Sätzen spricht; unangenehme Close-ups, die wuselnde Ameisen zeigen: Die Bremer "Tatort"-Episode "Ordnung im Lot" über eine schizophrene Zeugin war alles andere als leichte Kost. Umso bemerkenswerter, dass der Film eine mehr als solide Quote einfuhr: 8,34 Millionen Zuschauer schalteten ein.
Besonders erfreulich für die Verantwortlichen dieses ambitionierten Psycho-Krimis: Mit 2,74 Millionen Zuschauern zwischen 14 und 49 Jahren war man sogar in dieser wichtigen, weil werberelevanten Gruppe Spitzenreiter in der Primetime. So landete der Science-Fiction-Thriller "Surrogates - Mein zweites Ich" auf ProSieben mit 2,49 jungen Zuschauern in dieser Zielgruppe nur auf Platz zwei und Sat.1 mit "The Mentalist" und 2,37 Millionen auf Platz drei.
Mit der Führung in allen Publikumssegmenten im Rücken können die "Tatort"-Verantwortlichen in Zukunft ruhig noch selbstbewusster auftreten. Wenn selbst schwierige Krimi-Dramen wie dieser monströse Seelenexkurs aus dem Haus Radio Bremen solch große Resonanz erzielen, dürfen ruhig auch mal bräsigere und mutlosere Anstalten wie der Südwestrundfunk ein bisschen risikofreudiger bei ihrem Sonntags-Klassiker zur Sache gehen. Der Quote schadet's ja ganz offensichtlich nicht.
cbu
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