Berlin - Er war kaum als "Tatort"-Kommissar ausgerufen, da überraschte Til Schweiger mit seinem Vorschlag, den Vorspann der Krimiserie auszutauschen. Schweigers Diagnose: Der nostalgische Klassiker sei "irgendwie dämlich" - und außerdem "outdated". In der kommenden Woche beginnt Schweiger mit den Dreharbeiten zum ersten Hamburger "Tatort" mit ihm als Kommissar, und selbst so kurz vor dem Start gibt es noch Änderungswünsche vom neuen Hauptdarsteller: Schweiger hadert mit seinem neuen Rollennamen.
Angeblich schaudert es den 48-jährigen Nachwuchsermittler vor dem Namen der neuen Krimifigur: "Mein Rollenname "Tschauder" gefällt mir noch nicht so richtig, aber wir haben ja noch bis übermorgen Zeit, uns einen neuen auszudenken", zitiert die "Bild am Sonntag" den Schauspieler. Ein ehrgeiziges Ziel hat Schweiger sich für die Quote gesetzt, die er erreichen möchte. Auf die Frage, wie viele Zuschauer er sich für den ersten Krimi wünsche, sagte Schweiger: "Zehn Millionen."
Nur ein "Tatort"-Duo erreicht im Schnitt mehr als zehn Millionen Zuschauer: Die kalauerstarken Ermittler Thiel (Axel Prahl) und Boerne (Jan Josef Liefers). Selbst zuverlässige Quotenlieferanten wie Maria Furtwängler als Hannoveraner Hauptkommissarin Charlotte Lindholm oder das gerade zerbrochene Frankfurter Team aus Joachim Król und Nina Kunzendorf blieben zwischen Mai 2010 und Mai 2012 im Schnitt unterhalb der Zehn-Millionen-Marke. Angesichts der Popularität des im Kino ("Keinohrhasen") erfolgreichen Multitalents (Schauspieler, Regisseur, Produzent und Drehbuchautor) Schweiger dürften die zehn Millionen für ihn tatsächlich erreichbar sein.
Zuletzt hatte Schweiger im Zusammenhang mit einem "Tatort"-Pressetermin in Hamburg für Verwunderung unter Journalisten gesorgt. Nach Exklusivinterviews sollten dem Star auch die geplanten Überschriften, Bildunterschriften und Zwischenüberschriften der Gespräche vor der Veröffentlichung vorgelegt werden - ein selbst in dieser Branche unübliches Ansinnen.
Auf den ersten Schweiger-"Tatort" müssen Fernsehzuschauer noch etwas warten, die Ausstrahlung ist für 2013 geplant. Vergangene Woche wurde bekannt, dass auch der MDR Neues plant: Christian Ulmen und Nora Tschirner sollen ab 2013 immer zu Weihnachten in Weimar ermitteln.
dba/dpa
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