Wegen Eilmeldung im "Tatort" ARD kritisiert eigenes Social-Media-Team wegen "Tatort"-Entschuldigung

Eine Eilmeldung während des "Tatorts" hat für Proteste bei Facebook gesorgt. Daraufhin entschuldigte sich die ARD-Social-Media-Redaktion. "So weit gehen wir eigentlich nicht", sagt nun die ARD-Programmredaktion.

Kommissarin Lindholm (Maria Furtwängler) mit Henning (Adam Bousdoukos)
NDR/ Marion von der Mehden

Kommissarin Lindholm (Maria Furtwängler) mit Henning (Adam Bousdoukos)


Sonntagabend, Deutschland sitzt entspannt vorm Fernseher, schaut den "Tatort" - da mischt sich plötzlich die wirkliche Welt ein: Schüsse in einer Kirche in Texas. Das Erste blendete eine Eilmeldung ein, was viele Zuschauer irritierte. Auf der "Tatort"-Facebookseite gab es am Sonntagabend so viele wütende Kommentare, dass sich die Social-Media-Redaktion für die Einblendungen mehrfach entschuldigte.

Die zuständige Kollegin sei den aufgebrachten Zuschauern dabei allerdings "zu sehr entgegengekommen", sagte Sabine Knott von der ARD-Programmdirektion in München: "So weit gehen wir eigentlich nicht, dass wir uns entschuldigen."

Die Entscheidung, die Eilmeldung zum Attentat in Texas während des "Tatorts" einzublenden, habe der Zweite Chefredakteur ARD-aktuell, Marcus Bornheim, getroffen, teilte der NDR am Montag auf Anfrage mit. Zweimal sei wegen einer solchen Einblendung das Bild etwas verkleinert gewesen, erklärte Sabine Knott - was manche Zuschauer ebenfalls bemängelt haben. "Es gibt einfach viele, die sehr aufgebracht reagieren, wenn es beim "Tatort" Abweichungen vom gewohnten Ablauf gibt."

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Lindholm-"Tatort": Strähnchen gegen Strähnchen

Die Social-Media-Redaktion hatte kritische Hinweise mehrfach mit "Wir möchten uns für die Einblendungen entschuldigen" beantwortet. Einzelne Zuschauer hatten die Eilmeldung allerdings auf Facebook auch ausdrücklich verteidigt. Bei dem Attentat in einer Kirche hatte ein Mann das Feuer auf Gläubige eröffnet und mehr als 20 Menschen getötet, wie sich im Lauf des Abends herausstellte.

Allzu schlimm können die Irritationen nicht gewesen sein: Mit im Schnitt 10,22 Millionen Zuschauern übertraf in "Der Fall Holdt" erstmals seit Längerem wieder ein "Tatort" die Zehn-Millionen-Marke. Das war ein Marktanteil von 28,1 Prozent. Der TV-Krimi war damit mit Abstand die meistgesehene Sendung um diese Zeit und hatte auch deutlich bessere Zahlen als der "Tatort" aus Frankfurt eine Woche zuvor, der nur 6,90 Millionen Zuschauer (19,3 Prozent) erreicht hatte.

feb/dpa

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insgesamt 128 Beiträge
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peteftw 06.11.2017
1. Verhältnismäßigkeit?
Verstehe ich auch nicht. So schlimm das ist, es ist Texas nicht Deutschland. Bei den Vorfällen in München und Berlin (Breitscheidplatz) waren die ÖR eher spät dran, CNN deutlich früher: http://meedia.de/2016/12/19/lkw-anschlag-auf-dem-berliner-weihnachtsmarkt-cnn-laesst-ard-und-zdf-in-der-tv-berichterstattung-alt-aussehen/
schnittkerandre 06.11.2017
2. Ja wie denn nun?
Leuten, welche die Einblendung nicht passt, beschweren sich, dass die ARD "Fakten verschweigt".
xxbigj 06.11.2017
3.
Was ist bloß los bei den Leuten, dass sie wegen so einen unwichtigen Unsinn sich aufregen? Die Eilmeldung hat mich auch irritiert, aber das ist doch kein Grund sich zu beschweren. Heut zu tage denken viele anscheinend, dass die ganze Welt ihre Meinung hören möchte. IST NICHT SO!
womo88 06.11.2017
4. Eilmeldung
Was ändert eine solche Eilmeldung an meinem Sonntagabend? Nichts! Die war völlig überflüssig un hätte als Nachricht in den Tagesthemen oder am nächsten Tag genügt. Aber wir müssen ja mit Informationen überflutet werden ... Früher war das mal anders und besser!
hardeenetwork 06.11.2017
5. Störung !
Ich finde es absolut unakzeptabel, dass während einer laufenden Sendung aktuelle Horrormeldungen im Bild zu sehen sind. Wer immer alles sofort wissen möchte, soll sein Smartphone einschalten oder auf die Nachrichten warten.
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