Krimi-Vote Wie fanden Sie den Reichsbürger-"Tatort"?

Darf man über Reichsbürger lachen? Der München-"Tatort" erzählte von rechten Aussteigern in Niederbayern und wechselte klug zwischen Provinzkomödie und Western. Oder sind Sie anderer Meinung?

BR/ Claussen+Putz/ Hendrik Heiden

Die lokalen Wachtmeister stopften Schweinebraten in sich hinein, die angereisten Ermittler von der Kripo mussten mit einem Wurstautomaten vorlieb nehmen. Ein alter Blechkasten an der Tanke, warme Wurst fiel in die Papierschalen, aus dem Zapfhahn spritzte knatternd braunrote Soße drüber. Im Gegenschnitt sieht man eine Kuh, die sich mit dem gleichen Geräusch auf der Wiese erleichtert.

Kommissare Batic (Miroslav Nemec) und Leitmayr (Udo Wachtveitl) ermittelten im sommerlich überhitzten Niederbayern, die komischen Landszenen wurden zum Teil ins Groteske gedreht. Aber durfte man über dieses Thema wirklich lachen? Schließlich ging es um Reichsbürger, also jene rechten Verschwörungstheoretiker, die der Bundesrepublik ihre Legitimation absprechen und sich zum Teil militant dem Staat entziehen.

Der "Tatort" kam nun als doppelbödiger Provinzkrimi daher, der von der sommerlichen Komödie in einen blutigen Western umschlug: Am Ende verschanzten sich die Reichsbürger-Outlaws auf ihrem Hof vor der Polizei und inszenierten sich dabei als Märtyrer im Kampf gegen einen tyrannischen Staat.

In unser Kritik lobten wir: "Weit weg von München werden Batic und Leitmayr mit einer sonnig sengenden Parallelwelt konfrontiert, die nichts mit den üblichen Dunkeldeutschland-Klischees zu tun hat. Das schärft den Blick aufs Reichsbürgerbiotop und seine Gefährlichkeit." Unserer Bewertung: 8 von 10 Punkten. Was ist ihre Meinung?

cbu



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